Montag, 24. April 2017

Venezuela aktuell

Solidaritätsanzeige

Kommunisten bei der Großdemo am 19. April 2017. Screenshot: vtv.gob.veKommunisten bei der Großdemo am 19. April 2017. Screenshot: vtv.gob.veWir dokumentieren nachstehend in eigener Übersetzung einen Aufruf der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV) zur antiimperialistischen Aktionseinheit, um die Putschisten und die Destabilisierung des Landes zu bekämpfen:

An den Bürger Nicolás Maduro, Präsident der Republik;
an die Arbeiterklasse und das werktätige Volk in der Stadt und auf dem Land;
an die patriotischen Offiziere, Ränge und Soldaten der FANB;
an die nationalen Führungen und die Mitgliedschaft der Parteien und Volksorganisationen des Großen Patriotischen Pols, einschließlich der PSUV

Die Bolivarische Republik Venezuela sieht sich einmal mehr bedroht durch die Entwicklung politischer Gewaltaktionen von Teilen der extremen Rechten in Ausübung eines Destabilisierungsplans, den der US-Imperialismus entworfen hat, um durch Gewalt und Erpressung eine Regierung im Dienste seiner Hegemonie über den Kontinent zu erzwingen und die in Lateinamerika zu Beginn des Jahrhunderts initiierten nationalen Befreiungsprozesse zu beenden. Sie wollen die fortschrittlichen Veränderungen zurückdrängen, die es den Arbeitern und dem ganzen Volk erlaubt haben, soziale Rechte und Errungenschaften zu erlangen, die ihnen historisch von den Regierungen verweigert worden waren, die dem nordamerikanischen Imperialismus untergeordnet absolut den Interessen der Großbourgeoisie gehorchten.

Diesmal ist die aggressive Eskalation gegen unser Volk durch Faktoren der Oligarchie und der extremen Rechte deutlich größer. Neben der volksfeindlichen Gewalt der Unterversorgung und der hohen Lebenshaltungskosten haben sie in den vergangenen Wochen in verschiedenen Städten des Landes terroristische Aktionen in Gang gesetzt, die durch einen nationalen und internationalen Kommunikationskrieg begleitet werden. Das Ziel ist es, Verwirrung und Konfrontation zwischen Landsleuten zu provozieren, um allgemeines Chaos und Gewalt zu schaffen, die für einen schrecklichen Ausgang des politischen Konflikts mittels eines Staatsstreichs und/oder einer direkten Intervention des nordamerikanischen Imperialismus und der ihm zu Diensten stehenden internationalen Institutionen dienen sollen. Die extreme Rechte Venezuelas, die dem Diktat des Yankee-Imperialismus folgt und von ihm finanziert wird, hält sich in ihren illegalen Gewaltaktionen und Provokationen nicht zurück.

Mit solchen Absichten übt die Pro-Yankee-Rechte mittels verschiedener Formen der Manipulation und Erpressung Druck auf die Offiziere der FANB (Bolivarische Nationale Streitkräfte) aus. Wir rufen die patriotischen Militärs auf, den vaterlandslosen Terroristen nicht nachzugeben und ohne zu zögern umfassend für die Verteidigung der Souveränität und der nationalen Unabhängigkeit sowie für die Sicherheit unseres Volkes einzutreten.

Für uns venezolanische Kommunistinnen und Kommunisten ist klar, dass sich der Klassenkampf in seiner politischen Form verschärft, also der Kampf um die Macht eskaliert. Die Kräfte, die den Interessen des nordamerikanischen und europäischen Monopolkapitals dienen, wollen die Macht in Venezuela und ganz Lateinamerika ergreifen. Dazu haben sie sich vorgenommen, alle sozialen und politischen Kräfte zu unterwerfen und zu besiegen, die diesen Zielen Widerstand entgegensetzen.

Angesichts der gefährlichen terroristischen Zuspitzung, die Souveränität und nationale Unabhängigkeit sowie die Errungenschaften des arbeitenden Volkes gefährden, rufen wir dazu auf, diese vereint, umfassend und kohärent zu beantworten. Es ist notwendig, ohne Verzögerung die breite antiimperialistische Allianz zur Zerschlagung der terroristischen Putschpläne zu aktivieren. Dringend notwendig ist das gemeinsame Handeln und die gemeinsame Positionierung der oberen Regierung und der Parteien des Großen Patriotischen Pols, der Kräfte der Arbeiter- und Volksbewegung und der patriotischen Offiziere der FANB. Notwendig ist ein EINHEITLICHER PATRIOTISCHER UND VOLKSPLAN, um die terroristische Rechte und den Imperialismus zu besiegen. Das Gegenteil wäre, verantwortungslos zu handeln oder sich praktisch zu ergeben. Wir wirklichen Revolutionäre ergeben uns nicht, wir kämpfen vereint bis zum Sieg.

Das arbeitende Volk Venezuelas braucht es, dass die kleinbürgerlichen Schichten, die in der nationalen Exekutive, den anderen Staatsgewalten und in der Regierungspartei die Hegemonie ausüben, sofort jede sektiererische und selbstherrliche Haltung aufgeben, da diese den bolivarischen Prozess geschwächt hat und praktisch dem Plan des Feindes dient.

Die PCV hat seit Jahren auf die Notwendigkeit einer kollektiven und einheitlichen Führung des bolivarischen Veränderungsprozesses hingewiesen, aber die kleinbürgerlichen Tendenzen, die die hegemoniale Führung der Regierung ausgeübt haben, haben diesen Aufrufen und Vorschlägen keine Beachtung geschenkt. Deshalb bekräftigen wir in der gegenwärtigen Lage diese unumgängliche Notwendigkeit: Aktionseinheit aller politischen und sozialen Kräfte, die bereit sind, das Heimatland gegen den imperialistischen Feind und seine Lakaien zu verteidigen.

Wir rufen aber angesichts des Schwankens und der Inkonsequenz der die Macht ausübenden Kleinbourgeoisie die bewusstesten und am meisten kämpferischen Teile der Arbeiter- und Volksbewegung, der Bauernschaft, der Mittelschichten und der revolutionären Intellektuellen sowie der patriotischen Offiziere auf, einen Block der Kräfte zu bilden, die sich an die Spitze einer breiten patriotischen und antiimperialistischen Allianz stellt, um die Verführungsversuche der Pro-Yankee-Rechten zu vereiteln, aber auch, um die reformistisch-kapitulierenden Tendenzen zu überwinden, die aus den Regierungsinstanzen dazu tendieren, der Großbourgeoisie Vorteile zu verschaffen und mit der rechten Sozialdemokratie zu paktieren.

Nur die breitestmögliche Einheit des Volkes unter der Führung der bewussten und organisierten Arbeiterklasse garantiert die Verteidigung des bolivarischen Heimatlandes und die revolutionäre Vertiefung der Veränderungen mit der Perspektive des wirklichen Aufbaus des Sozialismus auf wissenschaftlicher und konsequenter Grundlage.

DEN FRIEDEN EROBERT MAN DURCH DEN SIEG ÜBER DIE FASCHISTEN!
FÜR SOUVERÄNITÄT UND SELBSTBESTIMMUNG, ZERSCHLAGEN WIR DIE KONSPIRATION!

Politbüro des Zentralkomitees
Kommunistische Partei Venezuelas

Caracas, 19. April 2017

Quelle: Tribuna Popular / Übersetzung: RedGlobe

Kommentare   

# WahnsinnTobiasHoeffer 2017-04-22 20:09
Kaum zu glauben, dass es Menschen gibt, die noch immer nicht verstanden haben, dass der Sozialismus untrennbar mit Armut, Misswirtschaft, Korruption und staatlicher Repression verbunden ist. Maduro unterstellt den USA, das Land destabilisieren zu wollen? Man fragt sich, was für USA mit einer katastrophalen Landwirtschaft, einer miserablen Produktivität und einer hungernden Bevölkerung zu tun hat! Die Probleme Venezuelas sind hausgemacht! Wenn niemand ernsthaft an der Produktion von Gütern und der Bereitstellung von Dienstleistungen interessiert ist, müssen diese halt so lange importiert werden, bis das Geld alle ist. Nichts anderes passiert gerade. Es ist dem vevezuelanischem Volk zu wünschen, dass dieser Irrsinn bald ein Ende hat!
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# irrsinndbergmann 2017-04-22 20:35
leider ist zu befürchten, dass der "Irrsin" in Venezuela nicht zu Ende geht. Eine total unfähige Regierung, die nicht in der Lage ist, eine funktionierende Ökonomie aufzubauen bzw. zuzulassen, klammerst sich mit allen Mtteln an die Macht. Aber der "Sündenbock" für eigenes Totalversagen steht immer bereit, es ist der "Imperialismus" besonders in Gestalt der USA. Schlichte Gemüter glauben dies auch.
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# RE: irrsinnTobiasHoeffer 2017-04-22 21:33
... aber nur schlichte Gemüter, die es glauben wollen! Insbesondere für ein solch' enorm reiches Land wie Venezuela ist es absurd, die anderen als sich selbst die Schuld zu geben. Aber ich kann Sie beruhigen: Der Magen ist stärker als die Fantasie. Geht es an die Grundbedürfnisse, ist es schnell vorbei mit der Ideologie. Ich gebe Venezuela in dieser Form noch wenige Monate. Maximal 5,mehr nicht. Ich hoffe nur, dass es nicht noch mehr Opfer geben wird. Auf beiden Seiten. Es lohnt nicht mal für den Kommunismus zu leben - geschweige denn zu sterben...
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