Samstag, 29. April 2017
Solidaritätsanzeige

Venezuela

Nicolás Maduro. Foto: AVNWas ist los in der Luftwaffe Venezuelas? Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres wurde in der vergangenen Woche eine Verschwörung aufgedeckt, mit der hochrangige Offiziere dieses Teils der venezolanischen Streitkräfte den Präsidenten des südamerikanischen Landes, Nicolás Maduro, ermorden und die gewählte Regierung stürzen wollten. Den Berichten zufolge sollte am vergangenen Donnerstag ein gechartertes Flugzeug Bomben auf den Präsidentenpalast Miraflores abwerfen. Alternativ war demnach ein Angriff auf eine Kundgebung geplant, bei der Maduro sprechen sollte. Tausende Studenten hatten sich am Donnerstag aus Anlass des Jahrestages der „Schlacht von La Victoria“ am 12. Februar 1814 in Caracas versammelt. Das Datum markiert auch den Beginn gewaltsamer Proteste gegen die Regierung im vergangenen Jahr. Das Signal zum Putsch sollte den Informationen zufolge ein von einer landesweit vertriebenen Tageszeitung veröffentlichtes Manifest von Oppositionsführern zum Aufbau einer „Regierung der nationalen Einheit“ geben. Die Pläne konnten den Aussagen zufolge am Mittwoch durch die Festnahme mehrerer hoher Offiziere vereitelt werden, nachdem sich Militärs aus dem Umfeld der Verschwörer an die Sicherheitskräfte gewandt hatten. Ein von der Regierung verbreites, offenbar geheim mit einem Handy aufgenommenes Video soll die Offiziere bei einer Lagebesprechung zur Vorbereitung des Anschlags zeigen.

Diosdado Cabello. Screenshot: VTVIn Venezuela haben die Sicherheitskräfte offenbar einen Anschlag auf Staatspräsident Nicolás Maduro verhindert. Darüber berichtete Parlamentspräsident Diosdado Cabello am Mittwochabend in seiner Sendung »Con el mazo dando«, die wöchentlich im staatlichen Fernsehen VTV ausgestrahlt wird. Wie Cabello, der auch Vizechef der regierenden Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) ist, erklärte, sollte das Attentat während einer öffentlichen Veranstaltung in Valencia in dem westlich der Hauptstadt Caracas gelegenen Bundesstaat Carabobo verübt werden. Dort hatte der Staatschef am 6. Februar fertiggestellte Wohnungen der »Gran Misión Vivienda Venezuela« an die künftigen Bewohner übergeben.

Nicolás Maduro. Screenshot: VTVIn Venezuela haben Sicherheitskräfte am frühen Dienstagmorgen Filialen und Geschäftsräume der Supermarktkette »Día a Día« besetzt. Der Staatsapparat reagiert mit diesen Maßnahmen auf Unregelmäßigkeiten bei der Verteilung von Lebensmitteln, hieß es dazu in einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur AVN. Parlamentspräsident Diosdado Cabello erklärte, die Aktion habe sich gegen die gesamte Lagerhaus, Produktions- und Verkaufskette des Unternehmens gerichtet und diene dem Schutz der Interessen der Venezolaner. Zugleich versicherte er, dass die Rechte der Beschäftigten durch die nationale Regierung garantiert würden und nicht betroffen seien.

Hugo Chávez in Porto Alegre. Screenshot: Youtube»Ich bin jeden Tag mehr überzeugt davon: Auf der einen Seite steht der Kapitalismus, auf der anderen Seite der Sozialismus. Daran habe ich keinen Zweifel. Wir und viele Intellektuelle der Welt sagen, dass es notwendig ist, den Kapitalismus zu überwinden. Aber ich füge hinzu: Der Kapitalismus wird nicht innerhalb des Kapitalismus selbst überwunden werden können, nein. Der Kapitalismus muss auf dem Weg des Sozialismus überwunden werden. Der echte Sozialismus ist der Weg, auf dem das kapitalistische Modell überwunden werden muss – Gleichheit, Gerechtigkeit! (…) Ich bin auch davon überzeugt, dass es, wie Ignacio Ramonet sagte, möglich ist, in der Demokratie den Kapitalismus auf dem Weg des Sozialismus zu überwinden. In der Demokratie! Aber, aufgepasst, in was für einer Art von Demokratie? Es ist nicht die Demokratie, die uns Mister Superman aus Washington aufzwingen will, nein, das ist nicht die Demokratie.«

Hugo Chávez am 30. Januar 2005 auf dem Weltsozialforum in Porto Alegre, Brasilien

Nicolás Maduro bei der Kundgebung. Screenshot: VTVZehntausende Menschen haben am Freitag in Caracas mit einer Großdemonstration an den Sturz der Militärdiktatur von Marcos Pérez Jiménez vor 57 Jahren erinnert. Gewidmet war die Kundgebung zudem der Erinnerung an die Tausenden Todesopfer der Diktatur, die nach Ansicht der venezolanischen Regierung mit dem Sturz des Alleinherrschers am 23. Januar 1958 nicht beendet gewesen sei. Vielmehr habe der Verrat der bürgerlichen Parteien damals die Errichtung einer echten Demokratie verhindert, die Diktatur habe letztlich bis zum Amtsantritt von Hugo Chávez am 2. Februar 1999 bestanden. Allein in den 60er Jahren seien 3000 Studenten und Arbeiter »verschwunden« und nie wieder aufgetaucht, erinnerte Venezuelas Präsident Nicolás Maduro in seiner Ansprache an das Erbe der Oligarchie.

Wir dokumentieren nachstehend die Erklärung der venezolanischen Regierung zum Anschlag auf die französische Satirezeitung »Charlie Hebdo«:

Der Präsident der Bolivarischen Republik Venezuela, Nicolás Maduro Moros, verurteilt im Namen der venezolanischen Regierung und des Volkes energisch den terroristischen Angriff, der sich am Mittwoch, 7. Januar 2015, am Sitz der französischen Wochenzeitung Charlie Hebdo in Paris ereignete und der einen das französische Volk mit Trauer erfüllenden Verlust von Menschenleben verursachte.

Venezuela aktuellVenezuela aktuellVenezuelas Regierung hat ihren Botschafter aus Madrid »zu Konsultationen« nach Hause geholt. Wie das Außenministerium des südamerikanischen Landes in einer kurzen Erklärung mitteilte, sei diese Entscheidung Bestandteil »des Prozesses einer umfassenden Revision der diplomatischen Beziehungen mit dem Königreich Spanien infolge der Einmischung des spanischen Regierungschefs Mariano Rajoy«. Die Regierung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro ist empört über das Verhalten Rajoys, der in der vergangenen Woche in Madrid die Ehefrau des Oppositionspolitikers Leopoldo López, Lilian Tintori, empfangen hatte.

CITGOCITGOVenezuelas Regierung wird Citgo Petroleum, das US-Tochterunternehmen des staatlichen Erdölkonzerns PDVSA, nicht verkaufen. Das erklärte Wirtschaftsminister Rodolfo Marco im Gespräch mit der in Caracas erscheinenden Tageszeitung »El Universal«. »Venezuela behält Citgo und wird weiter in die Raffinerien investieren«, bekräftigte der Minister, nachdem es in den vergangenen Wochen Gerüchte über einen bevorstehenden Verkauf des Tochterunternehmens mit seinem Tankstellennetz gegeben hatte.

Attackiertes Gebäude der KP Venezuelas in Caracas. Foto: Tribuna PopularAttackiertes Gebäude der KP Venezuelas in Caracas. Foto: Tribuna PopularIn der venezolanischen Hauptstadt Caracas ist ein Gebäude der Kommunistischen Partei (PCV) von unbekannten Tätern mit Brandsätzen attackiert und weitgehend zerstört worden. Die Angreifer nahmen dabei offenkundig den Tod mehrerer junger Menschen in Kauf, die sich zum Zeitpunkt des Anschlags in dem Haus im Stadtviertel Paraíso aufgehalten hatten. Zum Glück wurde niemand getötet, jedoch mussten mehrere Jugendliche ärztlich versorgt werden. Der internationale Sekretär der Kommunistischen Partei Venezuelas, Carolus Wimmer, verglich das Attentat über Twitter mit dem Angriff ukrainischer Faschisten auf das Gewerkschaftshaus in Odessa am 2. Mai. Die von der Parteizeitung »Tribuna Popular« veröffentlichten Fotos aus dem Parteigebäude legen eine solche Parallele tatsächlich nahe, auch wenn in diesem Fall zum Glück keine Menschen getötet wurden.

Real time web analytics, Heat map tracking

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne die Einstellungen Ihres Browsers anzupassen, wird davon ausgegangen, dass Sie alle Cookies dieser Webseite empfangen möchten. Sofern Sie die Cookies dieser Webseite ablehnen oder löschen möchten, können Sie dies in den Einstellungen des Browsers tun. Beachten Sie aber, dass die Bedienbarkeit der Webseite damit eingeschränkt sein kann.