Samstag, 29. April 2017
Solidaritätsanzeige

Venezuela

William OjedaVenezuelas Opposition zerlegt sich selber. Nach dem Aufruf des früheren Gouverneurs von Anzoátegui, David de Lima, nicht den Oppositionskandidaten Henrique Capriles Radonski zu wählen, trat gestern abend der Parlamentsabgeordnete William Ojeda vor die Fernsehkameras. Der bisher der Partei Un Nuevo Tiempo (UNT) angehörende Politiker verurteilte die geheime Agenda einer neoliberalen Wirtschaftspolitik, die Capriles umsetzen wolle, wenn er die Wahlen am 7. Oktober gewinnt. »Wir Demokraten Venezuelas akzeptieren keine geheimen Agenden und neoliberalen Obsessionen«, sagte er und forderte das Oppositionsbündnis MUD auf, offen seine Politik zu diskutieren.

Gehackte Seite der KP VenezuelasIn der Nacht von Sonntag auf Montag ist die Homepage der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV) Ziel einer Hackerattacke durch Anhänger der Opposition geworden. Die Angreifer zerstörten Teile der Datenbank und hinterließen anstelle der Startseite Propagandalosungen der Opposition. Derzeit ist unter der Adresse www.tribuna-popular.org übergangsweise eine provisorische Seite der Partei zu erreichen. Gegenüber RedGlobe erklärten Vertreter der PCV, die reguläre Seite werde in Kürze wiederhergestellt. Es werde den ultrarechten Angreifern nicht gelingen, die revolutionäre Stimme der venezolanischen Kommunisten zum Schweigen zu bringen.

David De Lima bei VenevisiónDer unabhängige venezolanische Oppositionelle David De Lima hat am Montag noch einmal bekräftigt, dass ein von ihm vor rund zwei Wochen im privaten Fernsehsender Venevisión vorgelegtes Geheimpapier des Oppositionsbündnisses MUD authentisch ist. In diesem Papier werden die wichtigsten Leitlinien der Wirtschaftspolitik einer Regierung von Henrique Capriles Radonski festgezurrt, die neoliberal ausgerichtet sind und damit in klarem Widerspruch zu den Parolen der Regierungsgegner im Wahlkampf stehen. Während führende Vertreter der MUD abstritten, dass das Papier irgendeinen Wert habe, legte De Lima ein weiteres Dokument vor, das die Unterschriften der führenden Oppositionssprecher trägt, darunter die des Präsidentschaftskandidaten. Die Opposition verfolge ein »verborgenes Denken und Inhalte, die das Land in einen Bürgerkrieg stürzen« könnten, warnte der Politiker und rief dazu auf, Capriles Radonski nicht zu wählen.

Probe für die WahlmaschinenMehr als zehn Prozent der wahlberechtigten Venezolanerinnen und Venezolaner haben am gestrigen Sonntag an dem vom Nationalen Wahlrat (CNE) in 1553 Wahllokalen durchgeführten Testlauf für die Präsidentschaftswahl am 7. Oktober teilgenommen. Dabei ging es darum, den Ablauf der Abstimmung und die Übermittlung der Daten zu proben, aber auch darum, den Wahlberechtigten die Möglichkeit zu geben, sich mit dem Ablauf vertraut zu machen. CNE-Präsidentin Tibisay Lucena hob anschliessend den normalen und ruhigen Verlauf des Probetages und der zügige Fluss der Wählerinnen und Wähler hervor. Ergebnis des »Simulacro« sei, dass technisch alles für die eigentlichen Wahlen bereit ist.

Carolus WimmerDas Internetportal kommunisten.de und die Wochenzeitung UZ - Unsere Zeit veröffentlichten ein Interview mit Carolus Wimmer, dem internationale Sekretär der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV). Wir übernehmen den Wortlaut des Interviews, haben lediglich einige Schreibfehler korrigiert.

Der in München geborene Wimmer wanderte Anfang der 70er Jahre nach Venezuela aus und wurde dort in der PCV aktiv. Er ist promovierter Biologe und studierte zudem Erziehungs- und Politikwissenschaft. Von 2001-2005 war er Direktor für internationale Beziehungen des venezolanischen Parlaments, seit 2006 vertritt er Venezuela im Lateinamerikanischen Parlament.

Wahlkampf in CumanáAm kommenden 7. Oktober werden in Venezuela Präsidenschaftswahlen stattfinden. An diesem Tag wird das Schicksal einer Revolution entschieden, die es geschafft hat, dass die Mehrheiten dieses Landes nicht mehr ausgegrenzt und schutzlos leben müssen. Außerdem hat sie auch entscheidende Beiträge zur lateinamerikanischen und karibischen Integration  und zum Transformationsprozess geleistet.

Erst vier Tage nach der verheerenden Gasexplosion in der Erdölraffinerie von Amuay ist es den Löschmannschaften am Dienstag gelungen, das Feuer vollständig zu löschen. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Vertreter der venezolanischen Regierung vor Ort. Ener­gieminister Rafael Ramírez, der auch Präsident des Erdölkonzerns PDVSA ist, kündigte die Gründung einer Sonderkommission ein, die die Ursachen für das Unglück untersuchen soll. Auch die venezolanische Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen.

Während sich die venezolanische Regierung auf die Versorgung der Verletzten und die Beseitigung der Schäden konzentriert, ist in dem südamerikanischen Land ein brutaler Medienkrieg entfesselt worden. Ohne die Untersuchungen abzuwarten, machen die von der Opposition kontrollierten Me

Rauchwolken über der zerstörten RaffinerieNach mehrtägigen Löscharbeiten ist das Feuer in den Tanks der am vergangenen Sonnabend explodierten venezolanischen Erdölraffinerie Amuay vollständig gelöscht worden. Das bestätigten Sprecher des staatlichen Erdölkonzerns PDVSA gegenüber dem Fernsehsender VTV. Die Feuerwehrleute blieben jedoch in Bereitschaft, um ein Wiederaufflammen zu verhindern. Erdölminister Rafael Ramírez sagte, es beginne nun der Prozess des Abkühlens der vier Tanks, die in Brand geraten waren.

Gasexplosion in AmuayBei einer Gasexplosion in der größten Raffinerie Venezuelas in Amuay (Punto Fijo, Bundesstaat Falcón) sind am Samstag morgen 39 Menschen ums Leben gekommen und zahlreiche weitere verletzt worden. Zunächst war von 26 Opfern ausgegangen worden, doch Vizepräsident Elías Jaua gab am späten Samstag abend (Ortszeit) die höhere Zahl bekannt. 18 Opfer seien Angehörige der Nationalgarde gewesen, viele weitere deren Angehörige, die sich in den nahegelegenen Unterkünften aufgehalten hätten.

Wie Erdölminister Rafael Ramírez dem staatlichen Fernsehen VTV sagte, habe die Detonation Feuer in zwei Tanks verursacht und nahegelegene Häuser zum Einsturz gebracht. Inzwischen sei die Lage wieder unter Kontrolle, die Raffinerie könne ihre Arbeit »innerhalb von maximal zwei Tagen« wieder aufnehmen. Energieknappheit sei im Land nicht zu befürchten, da Venezuela über genügend Reserven verfüge. Präsident Hugo Chávez verhängte eine dreitägige Staatstrauer und ordnete eine eingehende Untersuchung der Ursachen an.

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