Montag, 24. April 2017
Solidaritätsanzeige

Bangladesch

BangladeshIn Ashulia (Bangladesch) streiken Tausende von Textilarbeiterinnen seit Dezember für eine Erhöhung ihres Mindestlohns. Ihrer Forderung, den Lohn von derzeit rund 65 Euro monatlich zu verdreifachen, wird mit harscher Repression begegnet: Rund 200.000 Beschäftigte wurden ausgesperrt, Tausende entlassen, Fabriken geschlossen, Arbeiterinnen und Gewerkschafter werden angegriffen, verfolgt und zum Teil inhaftiert (siehe auch http://tinyurl.com/grdvmzo).

Im vergangenen November schrieb die Textilarbeiterin und DKP-Kandidatin bei den EU-Parlamentswahlen im Mai, Marion Baur, an die  Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Baronin Catherine Ashton of Upholland. Der offene Brief, in dem Baur der »Zweiten Frau in Europa« vorwarf, nichts gegen die grauenvollen Zustände in den Textilfabriken Bangladeschs zu unternehmen und die weltweit gestellte Forderung nach Aufhebung der skandalösen Zollfreiheit für den Import der blutigen Klamotten in die EU zu ignorieren, fand großes Interesse. Zuerst von der DKP-Wochenzeitung »Unsere Zeit« veröffentlicht, wurde er vor allem von englischsprachigen Zeitungen – auch von durchaus bürgerlichen – breit wiedergegeben. Die Reaktionen waren so zahlreich, dass Marion Baur nicht in der Lage war, alle zu beantworten.. Auch die BBC beschäftigte sich in England, der Heimat Catherine Ashtons mit dem Schreiben.

Demonstration der KP von BangladeschWie die Kommunistische Partei von Bangladesch informiert, haben bewaffnete Anhänger der islamistischen Parteien Hefajote Islam und Jamat-e-Islami am vergangenen Sonntag die Zentrale der CPB in Dhaka angegriffen. Sie schleuderten Brandbomben auf das Gebäude, um die Einrichtung des Büros zu zerstören. Ausserdem wurde des Parkhaus gestürmt und in Brand gesetzt. Fünf Fahrzeuge, die der Partei und befreundeten Organisationen gehört hatten, wurden zerstört.

Zum Zeitpunkt des Überfalls hatten der Generalsekretär der Partei und andere Genossen in ihren Büros gearbeitet. Sie konnten gerettet werden. Aus mehreren Teilen von Dhaka eilten Parteimitglieder zum Ort des Geschehens, um die Feuerwehr zu unterstützen und die Parteibüros zu beschützen.

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