13 | 12 | 2018

Als die USA vor 73 Jahren die Atombombe über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki abwarfen, hatte dies vor allem den Zweck, der Welt zu demonstrieren, welche Monsterwaffe für den Massenmord man entwickelt hatte. Bis heute leiden die Menschen in Japan noch immer an den Folgen. Die US-Regierung demonstrierte damit auch, dass es kein Verbrechen gibt, vor dem der Imperialismus zurückschreckt, wenn seine Vormachtstellung und die Profite seines Militärisch-industriellen Komplexes es seiner Meinung nach erfordern. Dass es seither zu keinem weiteren Einsatz von Atomwaffen kam, ist einer seit den 1940-er Jahren mit dem Weltfriedensrat entstandenen globalen Friedensbewegung zu verdanken und der Besonnenheit und Vernunft der zweiten großen Atommacht, der Sowjetunion.

„Vertreter der Europäischen Union haben den umfassendsten Freihandelsvertrag ihrer Geschichte unterzeichnet – ohne dass die Folgen dieses Abkommens angemessen in den Parlamenten beraten wurden. Auch die Bundesregierung hat sich auf europäischer Ebene nicht dafür eingesetzt, dass der Bundestag die Zeit erhält, sich angemessen mit den drohenden Folgen für den Verbraucherschutz und die öffentliche Daseinsvorsorge zu beschäftigen. Offensichtlich hatten die Regierungsparteien Angst vor einer umfassenden und transparenten Debatte. So leisten CDU/CSU und SPD der europäischen Integration einen Bärendienst“, kommentiert Pascal Meiser, Mitglied im Wirtschaftsausschuss des Bundestages für die Fraktion DIE LINKE, die heutige Unterzeichnung des europäisch-japanischen Freihandelsabkommens JEFTA in Tokio.

ippnwSechs Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima leben die Menschen in Japan weiterhin mit deren verheerenden Folgen. Darauf weist die Ärzteorganisation IPPNW anlässlich des sechsten Jahrestages hin. Die havarierten Atomreaktoren des AKW Fukushima Dai-ichi sind weiterhin nicht unter Kontrolle. Im Inneren der Reaktorkerne wurden kürzlich so hohe Strahlenwerte gemessen, dass ein Mensch dort nach wenigen Minuten sterben würde. Die Bergung der geschmolzenen Brennstäbe wird vermutlich für viele Jahrzehnte nicht möglich sein, so dass die maroden Kraftwerksgebäude bei zukünftigen Naturkatastrophen eine hohe Gefahr für die gesamte Region darstellen.

Weltbund der demokratischen JugendWeltbund der demokratischen JugendAm gestrigen Donnerstag wurde weltweit an den 70. Jahrestag des Atombombenabwurf der USA auf die japanische Stadt Hiroshima erinnert. Drei Tage später bombardierten die USA die Stadt Nagasaki. Der Weltbund der demokratischen Jugend (WBDJ), der in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen feiert, hat in einer Erklärung aus diesem Anlass die Jugend der Welt aufgerufen, sich weiter für den Frieden gegen die imperialistischen Mächte zu engagieren. Wir dokumentieren die Erklärung des WBDJ nachstehend in eigener Übersetzung.

70 Jahre sind seit heute seit den nuklearen Bombardierungen von Hiroshima und Nagasaki vergangen. Der Weltbund der demokratischen Jugend hat immer eine klare Position zur Verwendung von Atomwaffen bezogen.

Für eine Welt ohne AtomwaffenEs ist immer noch eine der am besten gepflegten Lügen der bürgerlichen Geschichtsschreibung, daß die Abwürfe von Atombomben auf die Städte Hiroshima und Nagasaki ein entscheidender Faktor für die kurz darauf erfolgte Kapitulation des japanischen Kaiserreiches und damit für das Ende des Zweiten Weltkrieges in Asien gewesen seien. Zwar hatten der Präsident der USA und seine Militärs ohne Zweifel den Willen, den Krieg so schnell wie möglich zu beenden, was jedoch nicht ausschlaggebend war für die Entscheidung über den verbrecherischen Einsatz der neuen Massenvernichtungswaffen.

IPPNWIPPNWBei 50 japanischen Kinder in der Präfektur Fukushima wurden mittlerweile Schilddrüsenkrebs-Operationen durchgeführt. Das geht aus einem Bericht des Fukushima Health Management vom 19. Mai 2014 hervor. 39 weitere Kinder haben krebsverdächtige Biopsieergebnisse und müssen noch operiert werden. Es ist zu erwarten, dass die Zahl der Krebsfälle weiter steigen wird, da bislang erst für 78% der betroffenen Kinder Ergebnisse publiziert wurden und bei rund 400 Kindern mit verdächtigen Ergebnissen in den ersten Reihenuntersuchungen noch keine Folgeergebnisse vorliegen. Japanische Krebsstatistiken belegen in der entsprechenden Altersgruppe normalerweise eine Inzidenz von weniger als einem Schilddrüsenkrebsfall pro Jahr.

IPPNWIPPNWDie internationale Ärzteorganisation IPPNW hat sich äußerst besorgt über Berichten gezeigt, denen zufolge eine offizielle Vereinbarung zwischen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) und den Präfekturen Fukushima und Fukui besteht. Wie die Zeitung »Tokio Shimbun« Ende letzten Jahres berichtete, enthält diese Vereinbarung einen Paragraphen, demzufolge »wenn eine der Beteiligten bezüglich einer Information einen Geheimhaltungsstatus wünscht, die andere Seite diesen Wunsch berücksichtigen« werde. Die Verträge seien schon im Oktober (Präfektur Fukui) und im Dezember 2013 (Präfektur Fukushima) abgeschlossen worden.

IPPNWIPPNWDie deutsche Sektion der IPPNW befürchtet eine Zunahme von Schilddrüsenkrebs bei Kindern in der Präfektur Fukushima in Japan. Bestätigt sehen die IPPNW-Ärzte diese Befürchtung aufgrund einer Untersuchung der Gesundheitsbehörde der Präfektur an 38.114 Kindern im Alter von 0-18 Jahren, die Ende April 2012 veröffentlicht wurde. Dr. Matsuzaki Hiroyuki, Leiter der Abteilung für Innere Medizin im Allgemeinen Städtischen Klinikum der Stadt Fukugawa, verglich die Befunde der Gesundheitsstudie von Fukushima mit früheren Studien. Eine Zusammenfassung seiner Arbeit liegt jetzt auch auf  Deutsch vor.

Japan wieder radioaktivJapan wieder radioaktivSeit Donnerstag produziert Japan wieder Atomstrom. Nachdem zwei Monate lang alle 50 Atommeiler des Landes abgeschaltet waren, ist jetzt im Atomkraftwerk Oi der erste Reaktor wieder ans Netz gegangen. ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie, die erst letzte Woche ihren Schmähpreis, den Internationalen ethecon Black Planet Award 2011, an die Verantwortlichen des TEPCO-Konzerns in Tokio übergeben hat, kritisiert diese Entscheidung heftig.

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