21 | 10 | 2018

Katastrophen-AKW FukushimaDie Atomkatastrophe im japanischen AKW Fukushima Daiichi muss auf die höchste Stufe 7 der internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES) eingeordnet werden. Das fordert die unabhängige Umweltschutzorganisation Greenpeace von der internationalen Atomenergiebehörde IAEO. Aus der havarierten Atomanlage sind schon jetzt entsprechend große Mengen an Radioaktivität entwichen. Dies ergebe eine Studie des Physikers Dr. Helmut Hirsch für Greenpeace. Seine Untersuchung basiere auf offiziellen Daten der französischen Strahlenschutzbehörde (IRSN) und der österreichischen Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Die japanischen Behörden ordnen die  Atomkatastrophe derzeit der Stufe 5 zu.

»Die höchste Stufe der Unfallskala der IEAO ist jetzt erreicht«, sagt Heinz Smital, Kernphysiker und Atomexperte von Greenpeace. »Es sind derart große Mengen an Radioaktivität freigesetzt worden, dass die derzeitige Katastrophe im AKW Fukushima 1 jeden Vergleich sprengt. Und die Freisetzung geht weiter.« Die heutigen Berichte über sehr hohe Radioaktivitätswerte am Reaktor 1 in Fukushima Daiichi und die möglicherweise ernste Beschädigung von Reaktor 3 mit einer anzunehmenden Kernschmelze und beschädigtem Reaktordruckbehälter seien Anlass zu großer Sorge. In Reaktor 3 befinden sich hochgiftige Mischoxid-Brennstäbe (MOX) aus Uran und Plutonium.

Während beim Atomunfall von Tschernobyl lediglich ein Reaktor havarierte, stehe in Fukushima Daiichi derzeit eine Katastrophe in drei bis fünf Reaktoren bevor, warnt die Umweltschutzorganisation. In drei Reaktoren habe ein Verlust von Kühlmittel die Kernschmelze beschleunigt. Das Abklingbecken von Reaktor 4 mit abgebrannten MOX-Brennelementen verlor Kühlmittel, fing Feuer und es kam zu einer zerstörerischen Wasserstoffgas-Explosion. Dr. Hirsch schließt daraus: »Alle Freisetzungen aus den Fukushima-Reaktoren zusammengenommen entspricht die Katastrophe offensichtlich Stufe 7 nach INES. Man könnte möglicherweise aber auch drei Katastrophen der Stufe 7 diagnostizieren, wenn man jeden Reaktor einzeln betrachtet.«

Die Atomindustrie und die internationale Atomenergiebehörde IAEO haben nach dem Atomunfall in Tschernobyl immer beteuert, dass ein so schwerer Störfall nicht in einem westlichen AKW geschehen kann. »Die gefährliche Selbstzufriedenheit der Atomlobby und der IAEO über Jahrzehnte hinweg hat uns zur äußersten Katastrophe für die Menschen in Japan geführt«, sagt Heinz Smital.

Quelle: Greenpeace / RedGlobe

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