18 | 11 | 2018

Amnesty InternationalAmnesty InternationalDie hinterhältige Attacke der pakistanischen Taliban auf die 14-jährige Malala Yousafzai hat im Oktober weltweit Entsetzen ausgelöst. Dass die Gebiete um Malalas Heimatregion im Nordwesten Pakistans praktisch ein rechtsfreier Raum sind, erregt wesentlich weniger Aufmerksamkeit. In einem neuen Bericht zeigt Amnesty International wie die Zivilbevölkerung dort schwersten Menschenrechtsverletzungen nicht nur durch die Taliban, sondern auch durch die pakistanischen Sicherheitskräfte völlig schutzlos ausgeliefert ist. »Tausende Männer und Jungen sind von der Armee und Geheimdiensten gefangen genommen, gefoltert und in geheime Internierungslager gesperrt worden«, kritisiert Verena Harpe, Asien-Expertin von Amnesty International in Deutschland.

 

Viele Männer und Jungen tauchen nie wieder auf oder werden tot aufgefunden. Praktisch jede Woche händigt die Armee Angehörigen Tote aus, die in Gewahrsam angeblich an Krankheiten oder Herzversagen gestorben seien – meist haben die Leichen Folterspuren. In keinem der von Amnesty International dokumentierten Beispiele kam es zu einer Untersuchung. »Es ist kein einziger Fall bekannt, in dem Angehörige der Sicherheitskräfte zur Rechenschaft gezogen wurden«, sagt Harpe.

Statt den Menschenrechtsschutz in den Stammesgebieten, die größtenteils von der pakistanischen Armee zurückerobert wurden, zu verbessern, hat die Regierung im vergangenen Jahr dort harsche neue Sicherheitsgesetze eingeführt. Amnesty International fordert die pakistanische Regierung auf, das Rechtssystem in den Stammesgebieten nach internationalen Standards zu reformieren.

Auf die Verschärfung der Menschenrechtslage durch die anhaltenden Drohnenangriffe der USA, denen inoffiziellen Zahlen zufolge bereits Tausende Menschen zum Opfer gefallen sind, geht der Bericht von Amnesty International offenbar nicht ein.

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