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Terminkalender

Nürnberg: Veranstaltung mit Carolus Wimmer, internationaler Sekretär der KP Venezuelas (PCV)
Donnerstag, 17. August 2017, 19:00 Uhr – 21:00 Uhr
Ort Dialog der Kulturen e.V., Fürther Str. 40a, Nürnberg, Deutschland
 
In Venezuela reißen die Auseinandersetzungen zwischen oppositionellen Demonstranten und den Sicherheitskräften nicht ab. Nahezu täglich erreichen uns Nachrichten von Getöteten und Verletzten. Für die Mainstream-Medien hierzulande ist die Sache klar: Ein sozialistischer Diktator klammert sich mit brutaler Gewalt an die Macht und lässt die Proteste seiner Bevölkerung niederschlagen, die sich gegen Misswirtschaft, Mangel, Hunger, Kriminalität und Korruption auflehnt.

Aber wieso finden die Proteste nahezu ausschließlich in den Vierteln der wohlhabenden Mittelschicht statt? Wieso rebellieren die Armen nicht? Woher haben die Straßenkämpfer der Opposition ihre teure Ausrüstung – Gasmasken, Helme, Kameras und anderes? Wer unterstützt sie? Welche Rolle spielen die USA?

In den Medien hierzulande erfährt man fast nichts von den großen Demonstrationen, mit denen Zehntausende immer wieder gegen die rechte Opposition und für den 1999 von Hugo Chávez initiierten und seit 2013 von Nicolás Maduro geführten Reformprozess auf die Straße gehen.

Die Kommunistische Partei Venezuelas (PCV) steht auf der Seite des Widerstands gegen die reaktionäre Opposition und die imperialistische Einmischung. Sie fordert eine Fortsetzung und Vertiefung des nunmehr 18jährigen bolivarischen Prozesses und seine Weiterentwicklung zu einer sozialistischen Revolution. Das hindert sie nicht daran, Unzulänglichkeiten und Widersprüche in der Regierung zu kritisieren und sich konsequent gegen Korruption, Bürokratismus und Zugeständnisse an die Großkonzerne zu wehren.

Gemeinsam mit anderen linken Parteien und Bewegungen haben die KommunistInnen eine Volksfront gegen Imperialismus und Faschismus ins Leben gerufen. Im gemeinsamen Gründungsaufruf unterstreichen sie:

„Die Bolivarische Republik Venezuela wird einmal mehr durch die Entwicklung von politischen Gewaltaktionen durch Teile der extremen Rechten bedroht, die einem vom US-Imperialismus entworfenen Destabilisierungsplan folgen. Dessen Ziel ist es, durch Gewalt und Erpressung eine Regierung zu installieren, die der Hegemonie des Imperialismus auf dem Kontinent dient, und die in Lateinamerika zu Beginn dieses Jahrhunderts begonnenen nationalen Befreiungsprozesse zu zerstören. (…) Wir haben darauf hingewiesen, dass im Fall Venezuela die Offensive der reaktionärsten Rechten ein Ausmaß von Gewalt mit faschistischen Zügen angenommen hat, die Bedingungen für eine Intervention schaffen soll.“

Die DKP ruft in dieser gefährlichen Situation zur Solidarität mit den GenossInnen und den fortschrittlichen Kräften in Venezuela auf. Mit ihrer Veranstaltungsreihe mit Carolus Wimmer, dem internationalen Sekretär der KP Venezuelas, wollen wir über das tatsächliche Geschehen in seinem Land aufklären und freuen uns auf die Diskussion mit ihm.

Auf seinen Veranstaltungen macht Carolus Wimmer immer wieder klar:

Was gerade in Venezuela passiert, läuft nach dem gleichen Muster ab, das auch schon in Osteuropa und dem Mittleren Osten angewendet wurde. Es geht keinesfalls um Demokratie und Freiheit, sondern um die Kontrolle über die zahlreichen venezolanischen Rohstoffe. Bekanntermaßen besitzt das venezolanische Volk eine der größten Ölreserven der Welt. Aber auch verschiedene Metalle und andere Rohstoffe gehören zum venezolanischen Reichtum. Dieser weckt seit jeher Begehrlichkeiten.

Carolus Wimmer Veranstaltung - PCVWie die anderen lateinamerikanischen Länder auch betrachte die USA Venezuela als ihren Hinterhof, in dem sie frei über die Rohstoffe und die Politik verfügen könne.

Die derzeitige Taktik besteht in einem Angriff auf die Lebensbedingungen der Familien. Die wirtschaftliche Situation im Land ist aufgrund des durch Fracking in den USA niedrigen Ölpreises und der gegen Venezuela verhängten Sanktionen schwierig. Nach wie vor gibt es zudem Kapitalismus in Venezuela. Große Konzerne hätten deshalb die Möglichkeit, die angespannte wirtschaftliche Situation weiter anzuheizen. Durch künstliche Verknappung kommt es beispielsweise zu einem Mangel an Lebensmitteln. Dies führt zu Unzufriedenheiten, die aufgegriffen von der extremen Rechten die Basis für die Proteste bildeten.

Die PCV, betonte auf ihrem letzten Parteitag, dass es eine eigenständige, marxistisch-leninistische Partei braucht um den Prozess weiter voranzutreiben. Die Kommunistische Partei ist deshalb bewusst nicht in der Regierung und strebt dies auch nicht an.
 
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