Mit einem kraftvollen Warnstreik sendeten die Beschäftigten von Grammer in Zwickau am 31. Juli ein deutliches Signal in Richtung Arbeitgeber. Mit dem Warnstreik reagierte die Belegschaft auf die ergebnislosen Verhandlungen vom Vortag, bei denen die Arbeitgeberseite kein konkretes und verbindliches Angebot vorlegen konnte, welches eine Angleichung der Entgelte an das Tarifniveau der sächsischen Metall- und Elektroindustrie sicherstellt.

Thomas Knabel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Zwickau, reagierte verärgert auf das Scheitern der Verhandlungen: „Unser Ziel bei allen Tarifverhandlungen ist es, einen Kompromiss am Verhandlungstisch zu erzielen und eine Eskalation zu vermeiden. Dazu muss aber auch ein Angebot auf den Tisch, dass den Beschäftigten Sicherheit bietet und eine Entwicklung der Entgelte sicherstellt. Die Beschäftigten haben heute eindrucksvoll bewiesen, dass sie den Grammer Konzern aus dieser Verantwortung nicht entlassen. Es kann nicht sein, dass Angebote unterbreitet werden, die quasi die Entgelte auf dem aktuellen Niveau für zwei Jahre festschreiben und zudem keine verbindliche Perspektive für die zukünftige Entwicklung aufzeigen. Die hohe Beteiligung der Beschäftigten an diesem erstmaligen Warnstreik bei Grammer in Zwickau zeigt, wie unzufrieden die Kolleginnen und Kollegen sind.“

Die Tarifauseinandersetzung am Standort läuft bereits seit Ende 2018. Nach ersten Annäherungsschritten Mitte 2019 sind die Verhandlungen seit Beginn des Jahres ins Stocken geraten. „Corona und die wirtschaftlichen Unsicherheiten im Automotivbereich setzen vielen Zulieferbetrieben – auch dem Grammer Konzern – hart zu", so Thomas Knabel. "Diesen Fakt müssen wir natürlich berücksichtigen und das tun wir auch. Zeitgleich haben wir am Standort Zwickau aber auch eine besondere Situation. Das Entgeltniveau ist im Vergleich zu allen anderen Grammer Standorten extrem niedrig. Trotz harter Arbeit und hoher Produktivität bewegt sich ein großer Teil der Beschäftigten im Niedriglohnbereich. Wir fordern vom Arbeitgeber in klares Bekenntnis zum Standort und zur Belegschaft.“

An der Arbeitsniederlegung, zu der die IG Metall Zwickau die Frühschicht ab 6:00 Uhr aufgerufen hatte, beteiligten sich gut 90 Personen. Die Produktion kam dadurch bis 9:10 Uhr komplett zum Erliegen. Am Grammer Standort in Zwickau sind nach Informationen der IG Metall über 240 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt. Der Automobilzulieferer fertigt Mittelkonsolen für zahlreiche deutsche Autohersteller.

Quelle:

IG Metall Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen

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