15 | 07 | 2018

seebrueckeDie Initiative SEEBRÜCKE HAMBURG ruft für Freitag, 13.7.2018, um 18 Uhr zu einer Kundgebung und Demonstration für das Recht auf Seenotrettung, für sichere Fluchtwege und gegen Abschiebungen auf. Teil der Versammlung wird auch das Gedenken an Jamal M. sein, der sich nach seiner Abschiebung nach Afghanistan aus Verzweiflung das Leben genommen hat. Jamal M. hat vor seiner Abschiebung acht Jahre in Hamburg gelebt. Verantwortlich für seine Abschiebung in ein Kriegsgebiet ist die Hamburger Ausländerbehörde.

»Jamal war Hamburger, einer von uns«, sagt dazu Christoph Kleine von der Interventionistischen Linken. »Abschiebungen, zumal in das Kriegsland Afghanistan, sind Unrecht, das sofort gestoppt werden muss. Innenminister Seehofer, der über das Elend der Betroffenen noch Witze reißt, muss sofort von seinem Amt zurücktreten.«

Schon am vergangenen Wochenende haben über 20.000 Menschen in zahlreichen Städten an SEEBRÜCKE-Versammlungen teilgenommen. Für dieses Wochenende sind weitere Versammlungen in mindestens 18 Städten angekündigt. Erkennungszeichen der Proteste ist Orange, die Farbe der Seenotrettung.

Die Hamburger Versammlung beginnt um 18 Uhr am Neuen Pferdemarkt / Arrivati-Park in St. Pauli und wird von dort nach einer Auftaktkundgebung als Demonstration zum Fischmarkt ziehen. Dort ist eine Schweigeminute für die Opfer der europäischen Migrationspolitik geplant.

SEEBRÜCKE HAMBURG wird seit drei Tagen vor allem über Facebook und E-Mail beworben und verbreitet sich rasend schnell im Netz. »Wir haben 500 Teilnehmende angemeldet, rechnen inzwischen aber mit viel mehr«, erklärt Mitorganisator Kleine. »Das Sterbenlassen im Mittelmeer geschieht durch unsere Regierungen, in unserem Namen. Niemand kann sagen, nichts gewusst zu haben. Es ist Zeit aufzustehen und NEIN zu sagen zur Verweigerung von Hilfe und JA zur Seenotrettung und zu sicheren Fluchtrouten!«, so Kleine weiter.

Joshua Krüger, stellvertretender Vorsitzender Sea-Watch e.V., ergänzt: »Die zivilen Rettungsschiffe, wie die Sea-Watch 3, werden aktuell in Malta ohne rechtliche Grundlage von der europäischen Union davon abgehalten, das zu tun, was eigentlich deren Aufgabe wäre – nämlich Menschenleben zu retten. Über 1.400 Menschen sind 2018 schon im Mittelmeer ertrunken, davon 692 im Juni. Gerade Hamburg als Hafenstadt sollte sich solidarisch mit den Retter*innen verhalten. Wir fordern die Stadt auf, dem Beispiel Berlins zu folgen und sich offen und solidarisch gegenüber den Menschen auf der Flucht zu zeigen. Wir freuen uns darauf, am Freitag viele Hamburger*innen auf der Straße zu sehen, um genau hierfür zu kämpfen, für eine Seebrücke - für sichere Häfen.«

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