Nach jetzigem Stand werden von den insgesamt sieben Senatsposten der SPD nur zwei mit Frauen besetzt werden: Melanie Leonhard soll Senatorin für Soziales und Gesundheit und Dorothee Stapelfeldt Senatorin für Stadtentwicklung werden.

Das war schon immer und wäre vor allem im Jahr 2020 ein handfester Skandal und ein vollkommen falsches Signal, findet Sandra Goldschmidt, stellvertretende Landesleiterin von ver.di Hamburg. Gerade in Corona – Zeiten, in denen alte Rollenbilder neu zementiert werden, hätte es der SPD gut zu Gesicht gestanden, mehr Frauen als Männern Senatsposten zu geben. Stattdessen stehen jetzt fünf SPD – Senatoren zwei SPD - Senatorinnen gegenüber, wenn die geplante Aufteilung so bleiben sollte.

Sandra Goldschmidt, stellv. Landesleiterin ver.di HH:

„Dass der Hamburger SPD offenbar jedes Gefühl dafür fehlt, dass eine nicht annähernd paritätische Ämterbesetzung das falsche Signal ist, macht mich fassungslos. Die Begründung von Peter Tschentscher, in der Corona-Krise keinen Wechsel vornehmen zu wollen, überzeugt nicht. So hat sich z.B. der Bildungssenat in dieser Zeit nicht gerade mit Ruhm bekleckert, ein Wechsel wäre hier durchaus angebracht. Und auch bei anderen Posten muss ein Wechsel bei guter Übergabe parteiintern möglich sein.“

Karin Schönewolf, Vorsitzende der ver.di – Frauen HH:

„Wie viele Hamburgerinnen haben eigentlich die SPD bei den Bürgerschaftswahlen gewählt in der Hoffnung, damit auch die Position von Frauen zu stärken? Nicht nur für sie ist eine dermaßen ungerechte Senatspostenverteilung auf Männer und Frauen bei der SPD ein Schlag ins Gesicht, wenn es dabei bleibt.“

Wenn die Besetzungspläne nicht geändert werden, fordern die ver.di - Frauen alle Sozialdemokratinnen auf, der Postenverteilung die Zustimmung zu verweigern.

Quelle:

ver.di Hamburg