12 | 11 | 2019

Sitzblockade in Harlingen. Foto: Robin WoodTausende Menschen verhindern im Wendland noch immer eine Weiterfahrt des Castortransports aus dem französischen La Hague nach Gorleben. Seit gestern abend um 18.40 Uhr steht der Zug mit dem Atommüll in Maschen. In den Morgenstunden räumte die Polizei bei Harlingen eine 16,5 Stunden dauernde Sitzblockade auf den Gleisen, die in der Nacht auf mehr als 5000 Menschen angewachsen war. Vor allem gegen Ende der Räumung wurde die Polizei vereinzelt ruppig und wand Schmerzgriffe an, um die Blockerer/innen zu zwingen, die Schiene zu verlassen. Die Polizei hielt die geräumten Aktivist/innen unter freiem Himmel in einer Wagenburg aus mehr als 100 Polizeifahrzeugen fest. Zum Teil mussten die Aktivist/innen ohne Schutz gegen Kälte in der Sammelstelle ausharren, da die Polizei Rucksäcke, Jacken und Isomatten beschlagnahmt hatte.

WiderSetzen kündigt Klagen von festgehaltenen Aktivisten gegen die mobile Gefangenensammelstelle an. Das Festhalten von DemonstrantInnen ohne Richtervorführung sei rechtlich nicht haltbar. Bereits beim Castor im vergangenen Jahr war diese Praxis angewandt worden, über die entsprechende Klage von WiderSetzen ist aber noch nicht entschieden worden. Die Polizei beruft sich dagegen auf eine richterliche Anordnung für den von ihr so bezeichneten „Freiluftgewahrsam“. In der Gefangenensammelstelle werden die Gefangenen versorgt. Sie müssen dort bleiben, bis der Castor-Transport am Verladekran in Dannenberg eingetroffen ist.

»Herrn Röttgens 'weiße Landkarte' ist an einer Stelle deutlich gezeichnet von den Spuren der Proteste aus drei Jahrzehnten. Letzte Nacht kamen weitere deutliche Spuren dazu«, erklärt Jens Magerl, Pressesprecher von WiderSetzen. »Wir wollen nicht mehr und nicht weniger, als dass der seit Jahren über das Wendland verhängte Ausnahmezustand unwiderbringlich aufgehoben wird.«

Heute morgen um ca. 5.00 Uhr haben sich zwei Aktivisten der Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD bei Harlingen an die Gleise gekettet. Zwei weitere AktivistInnen waren schon einige Stunden zuvor an dieser Stelle in Bäume rechts und links der Gleisstrecke zum Atommülllager Gorleben geklettert. Gegen 7 Uhr beendete die Polizei die beiden Aktionen. »Fukushima hat den Wahnsinn der Atomenergie gezeigt. Eine solche Katastrophe ist in jedem AKW möglich. Deshalb braucht es den vollständigen und sofortigen Atomausstieg und solange sind solche Aktionen legitim und notwendig«, sagte der angekettete Aktivist Peter.

Bei Hitzacker wurde eine Betonpyramide auf den Gleisen errichtet, vier Mitglieder der Bäuerlichen Notgemeinschaft aus Gorleben haben sich dort angekettet. Um 9.40 Uhr meldete Castorticker.de: »Die Polizei hat eine erste Begutachtung der Betonpyramide vorgenommen und äußert sich mit den Worten "Das kann ja heiter werden"«. Zahlreiche weitere Strassen und Wege in der Region wurden zudem durch Fahrzeuge und Container versperrt.

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