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Kategorie: Umwelt

Foto: Robin WoodAcht Greenpeace Aktivisten haben sich seit 19 Uhr an den Gleisen auf der Castorstrecke zwischen Lüneburg und Dannenberg, kurz hinter dem Bahnhof Lüneburg, festgekettet und diese für den Atommülltransport nach Gorleben vorgesehene Strecke unpassierbar gemacht. Auf einem Banner fordern sie "Ausstieg aus Gorleben - Stopp Castor". Die Aktivisten protestieren damit gegen den Castortransport ins niedersächsische Wendland und die verlogene Atommüllpolitik der Bundesregierung, teilt Greenpeace in einer Presseerklärung mit. "Dieser Castortransport ist unnötig und illegal. Er darf nicht nach Gorleben rollen. Der Strahlengrenzwert am Zwischenlager wird überschritten und der Salzstock ist als Endlager nachweislich ungeeignet", sagt Tobias Riedl, Atomexperte von Greenpeace. "Es geht der schwarz-gelben Bundesregierung einzig darum Fakten, zu schaffen um Gorleben als Atomklo der Nation durchzusetzen."



Greenpeace hatte bereits Ende Oktober dem niedersächsischen Umweltministerium vorgeworfen, die Strahlenwerte am Zwischenlager in Gorleben schön gerechnet zu haben, um weitere Castoren dort einlagern zu können. In einer Analyse der Messwerte zeigte die unabhängige Umweltschutzorganisation, dass es bis Jahresende zu einer Grenzwertüberschreitung am Zwischenlager kommen wird. Daher ist eine weitere Einlagerung von Atommüll illegal. In zwei Gesprächen mit Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) konnten dieser die Vorwürfe nicht entkräften. Dennoch erteilte der Minister die Genehmigung für die weiteren Einlagerung von Atommüll in Gorleben.

Der diesjährige 13. Castortransport aus der Plutoniumfabrik in La Hague nach Gorleben besteht aus elf Behältern mit hochradioaktivem Atommüll. Trotz massiver Abschirmung kann ein Mensch innerhalb von nur zehn Stunden bei Aufenthalt in ein bis zwei Metern Entfernung vom Castor die zulässige Jahresdosis von einem Millisievert abbekommen. Dies stellt vor allem für die in unmittelbarer Nähe des Castors eingesetzten Polizeibeamten und Polizeibeamtinnen ein Risiko dar.

Hunderte Menschen haben zudem angekündigt, sich an der gewaltfreien Blockade der Kampagne X-tausendmal quer auf der Straßen-Transportstrecke bei Gorleben beteiligen zu wollen. Gegenwärtig fahren Shuttle-Busse von der Großkundgebung in Dannenberg zum Camp von X-tausendmal quer in Gedelitz. „Angesichts der aktuellen politischen Debatte sei dieser Protest so nötig wie in den vergangenen Jahrzehnten und so wichtig wie selten zuvor“, so Luise Neumann-Cosel, Pressesprecherin von X-tausendmal quer. „Für viele Menschen ist klar, dass sich nichts verändert hat: Der Salzstock Gorleben ist als Endlager ungeeignet und Castor-Transporte ins Wendland daher eine gefährliche und unnötige Müllansammlung am falschen Ort,“ so Neumann-Cosel.

Schon seit Stunden führt auch die Kampagne WiderSetzen Blockaden der Schienen durch. „Wir gehen davon aus, dass die Sitzblockaden der Initiative WiderSetzen auf den Schienen am Abend weiter anwachsen werden“, kommentiert dies Jochen Stay von .ausgestrahlt. „Ein Querschnitt aus allen Bevölkerungsschichten sitzt auf den Gleisen und bereitet sich auf die Nacht im Gleisbett vor. Die Menschen sind gut für die kalte Nacht ausgerüstet. Aus den Dörfern rund um die Blockade werden sie mit Essen und warmen Getränken versorgt.“

 

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