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Kategorie: Umwelt

.ausgestrahlt.ausgestrahltDer Chef des Atomkonzerns Eon, Johannes Teyssen, hat in der aktuellem Ausgabe der »Wirtschaftswoche« in einem Interview die weitere Nutzung der Atomkraft verteidigt. »Ich weiß auch, dass sie Gefahren und nie völlig auszuschließende Risiken birgt. Aber das ist immer so im Leben. Der Einsatz ist hoch, und der Ertrag ist auch hoch«, so Teyssen. Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt, hält solche Äußerungen für zynisch: »Was Teyssen verschweigt: Den Ertrag streichen Eon, die Aktionäre und Manager des Unternehmens ein. Doch den Einsatz und den Preis für eine mögliche Katastrophe zahlt die Gesellschaft. Gibt die Bundesregierung Managern wie Johannes Teyssen Einfluss auf die Entscheidungen über die zukünftige Energieversorgung, dann kommen dabei satte Gewinne für Eon heraus, aber bestimmt keine Sicherheit für die Bevölkerung. Teyssens Bemerkungen über die Gefahren der Atomenergie sind nur noch zynisch und disqualifizieren den Eon-Chef als ernstzunehmenden Gesprächspartner in Sachen Energiepolitik.«

Zu den Gefahren, die von den AKW ausgehen, erklärt der Eon-Chef: »Durch Abschalten wird ein Kernkraftwerk nicht sicherer« und spielt damit auf die Probleme an, die es in Fukushima auch in heruntergefahrenen Reaktorblöcken gibt. Dazu Jochen Stay: »Das klingt gerade so, als solle man die Reaktoren aus Sicherheitsgründen lieber weiterbetreiben. Das ist einfach nur absurd und es ist bezeichnend, wenn Teyssen keine besseren Argumente mehr einfallen. Natürlich ist ein AKW nicht sofort in einem sicheren Zustand, wenn es heruntergefahren wird. Es dauert Jahre, bis die Brennelemente soweit heruntergekühlt sind, dass sich die Gefahren reduzieren. Abe je früher wir die AKW stilllegen, umso schneller bewegen wir uns aus diesem Hochrisiko-Zeitraum hinaus.«

Schließlich erklärt Johannes Teyssen in der Wirtschaftswoche: »Es gibt bei der Kernenergie vergleichsweise wenig Abfall« und vergleicht eine Kohlenhalde mit der Menge an Atommüll, die in der Gorlebener Castor-Halle steht. »Auch das ist eine Milchmädchenrechnung«, so Jochen Stay. »Das Problem der hochradioaktiven Abfälle ist nicht ihr Volumen, sondern dass winzige Mengen ausreichen, Menschen einer tödlichen Strahlendosis auszusetzen. Zudem verschweigt Teyssen die riesigen strahlenden Abraumhalden, die beim Uranbergbau entstehen und ganze Regionen einer schleichenden Gefahr aussetzen.«

Stay Fazit: »Die Atomindustrie ist unglaubwürdig und versucht die Bevölkerung mit billigsten Argumentationstricks zu täuschen. Es wird Zeit, Männern wie Johannes Teyssen ihre Lieblingsspielzeuge wegzunehmen, indem die Atomkraftwerke stillgelegt werden.«

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