15 | 12 | 2019

Berlin, 27.11.2019. Für das kommende Wochenende kündigen Fridays for Future, Ende Gelände, Campact und die Initiative “Alle Dörfer bleiben” eine Vielzahl von Aktionen an. Am Freitag wird Fridays for Future beim „Global Climate Strike“ den fünfzigsten Freitag in Folge streiken. Nur einen Tag später – am Samstag, den 30. November – plant Fridays For Future eine Demonstration am Braunkohlekraftwerk Jänschwalde.

Das Klimabündnis Ende Gelände wird mit zivilem Ungehorsam Kohleinfrastruktur in der Lausitz und im Leipziger Revier blockieren. Zum ersten Mal sind auch die Anti-Kohle-Kidz dabei. Sie haben sich aus Enttäuschung über die desaströse Klimapolitik der Bundesregierung zusammengeschlossen, um zusammen mit Ende Gelände zivilen Ungehorsam zu leisten. Der Protest richtet sich gegen den Kohle-Konzern EPH und das Versagen der Groko beim Klimaschutz und tritt für eine gerechtere, nachhaltigere und demokratischere Gesellschaft ein.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz zum Aktionswochenende für Klimagerechtigkeit erklären die unterschiedlichen Akteure:

Nike Mahlhaus, Ende Gelände:Wer in Paris 1,5 Grad unterschreibt und zuhause noch zwei Jahrzehnte Kohle verbrennen will, hat wirklich jeglichen Bezug zur physikalischen Realität verloren. Diese Klimapolitik ist ein Skandal. Sie ist ein Verbrechen an zukünftigen Generationen und besonders an Menschen im Globalen Süden, die schon heute unter den katastrophalen Folgen der Klimakrise leiden. Konzerne wie die Briefkastenfirma EPH streichen die Profite ein, uns bleiben Klimakrise und Umweltzerstörungen. Die Bundesregierunghat die 1,5 GradGrenze aufgegeben –  Wir nicht! Am Freitag gehen wir mit Fridays for Future auf die Straße und am Samstag fahren wir in die Lausitz und blockieren die Orte der Zerstörung!

Carla Reemtsma, Fridays for Future:In den letzten 49 Wochen haben wir Klimaproteste in einer Größe und Menge organisiert, die es so vorher noch nicht gab. In den letzten 49 Wochen haben wir allerdings auch Freitag für Freitag erlebt, dass es nicht ausreicht „viele“ zu sein und Ausdauer zu beweisen. Deswegen gehen wir am Samstag nach dem Global Strike einen Schritt weiter und streiken am Ort der Zerstörung. In der Lausitz werden wir mit unserer Demo am Kraftwerk Jänschwalde das Protestwochenende der Klimagerechtigkeitsbewegung mit gestalten. Gemeinsam fordern wir einen Kohleausstieg, der unsere Lebensgrundlagen nicht zerstört, sowie einen Strukturwandel, der die Menschen statt Konzerne im Blick hat und dass alle Dörfer bleiben.

Jens Hausner, Alle Dörfer bleiben:Obwohl bereits Milliarden vom Bund für den Kohleausstieg bereit gestellt werden, sind wir Tagebaubetroffene weiter von Enteignungen zum Zwecke des Kohleabbaus bedroht. Die Bezeichnung sozialverträglicher Kohleausstieg klingt in unseren Ohren wie blanker Hohn und ist gegenüber den Menschen in den Tagebaudörfern bis heute eine Lüge. Letztendlich besteht aus unserer Sicht nur noch die Möglichkeit, über zivilen Ungehorsam auf eine falsche Klimapolitik der Bundesregierung zu reagieren.“

Marlene Sasso, Anti-Kohle-Kidz:Weil die Regierung sich nicht an internationale Abkommen und nicht mal an ihre eigenen Klima-Ziele hält, leisten wir als AntiKohleKidz jetzt zivilen Ungehorsam. Wir blockieren die Kohle-Infrastruktur, weil wir uns gegen die Ausbeutung von Menschen und Natur stellen. Wir wollen nicht in einer Welt leben, in der Menschen durch Dürren und Waldbrände in die Flucht getrieben werden und an den Europäischen Außengrenzen ertrinken. Wir wollen nicht in einer Welt leben, in der die Interessen der großen Konzerne über dem Gemeinwohl stehen.

Luise Neumann-Cosel, Campact: „Wir stehen mit einem breiten Bündnis aus Umwelt- und Sozialverbänden beim Klimastreik an der Seite von ‚Fridays for Future‘: dazu gehören Greenpeace und BUND, aber auch Arbeiterwohlfahrt und Parität. Denn Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit gehören zusammen. Dieses mickrige Klimapäckchen der Bundesregierung akzeptieren wir nicht. Als Campact wenden uns besonders an die SPD. Sie hat einen ‚großen Wurf‘ beim Klima zur Bedingung für den Fortbestand der Regierung gemacht. Die Sozialdemokrat*innen müssen jetzt zu ihrem Wort stehen: Kein großer Wurf beim Klima – keine Große Koalition.“

Quelle:

Ende Gelände

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