24 | 05 | 2018

Satirische Version eines CDU-PlakatsDie Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima in Folge des verheerenden Erdbebens vom vergangenen Freitag und des folgenden Tsunami wird auch zum GAU (größter anzunehmender Unfall) für die deutschen Atomparteien CDU/CSU und FDP. Ihnen könnte jetzt bei den bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am kommenden Sonntag, 20. März, sowie vor allem in Baden-Württemberg, wo am 27. März abgestimmt wird, die Verlängerung der Laufzeiten der deutschen AKW auf die Füsse fallen, während sich SPD und Grüne (zu Unrecht) als die Kräfte profilieren können, die »schon immer« für einen Atomausstieg waren. Bei den Parteien der Bundesregierung ist deshalb nun hektische Aktivität ausgebrochen, um durch Aktionismus die drohende Wahlkatastrophe noch abzuwenden.

Bettina JürgensenDie Nachrichten aus Japan sind widersprüchlich und nach wie vor Besorgnis erregend. Noch ist das ganze Ausmaß der Lage nicht bekannt. Wir fühlen uns verbunden mit den Menschen in den betroffenen Regionen, die infolge des schweren Erdbebens und des folgenden Tsunamis ihre Angehörigen verloren haben und sich jetzt um ihre Zukunft und die ihrer Kinder sorgen.

Mahnwachen an über 250 OrtenFür die heutigen Abendstunden kündigt sich ein neuer Rekord-Protest der Anti-AKW-Bewegung in Deutschland an. In bisher 253 Städten und Gemeinden sind Mahnwachen geplant (Stand um 07:15 Uhr). Die Atomkraftgegner wollen einerseits den Opfern der Katastrophen in Japan gedenken, andererseits Konsequenzen für die Atompolitik einfordern. Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: »So etwas hat es noch nie gegeben: Samstag mittag haben wir über das Internet den Aufruf zu Mahnwachen verbreitet und innerhalb von weniger als 48 Stunden wurden in hunderten Orten Aktionen organisiert. Das zeigt, wie groß die Betroffenheit über die Ereignisse in Japan ist. Aber es zeigt auch, auf was sich die Bundesregierung einstellen muss, wenn sie am Weiterbetrieb der Atomkraftwerke festhält.«

Am Sonntag protestierten aus Anlass der Reaktorkatastrophe von Fukushima (Japan) etwa 500 Wendländer am und auf dem Gelände des geplanten Endlagers in Gorleben. Unterstützt wurden die Demonstranten von rund 30 Treckern. Die AKW-Gegner überwanden Sperrzäune und besetzten vorübergehend Gelände und Gebäude.

Sevim DagdelenDie Bochumer Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke, Sevim Dagdelen, erklärt zu dem GAU in dem japanischen Atomkraftwerk Fukushima: »Ich bin tief bestürzt über die jüngsten Ereignisse in Japan. Meine Gedanken und besten Wünschen sind bei den Menschen in Japan, die nach dem Erbeben und dem Tsunami die Folgen einer atomaren Katastrophe bewältigen müssen.«

Atomausstieg jetzt!Atomausstieg jetzt!Am Montag werden bundesweit um 18.00 Uhr in vielen Städten Aktionen und Mahnwachen anläßlich der Ereignisse in Japan stattfinden. Aufgerufen wurde dazu von der Kampagne ».ausgestrahlt«, die sich gegen die Nutzung der Atomenergie engagiert. Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) begrüßt die geplanten Aktionen und ruft ebenfalls dazu auf, an bereits geplanten Aktionen teilzunehmen oder spontan eigene Mahnwachen auf Marktplätzen, vor Rathäusern oder vor Büros der Atomkonzerne durchzuführen. Bereits geplante Aktionen stehen im Internet unter http://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/fukushima.html. Dort können auch eigene Veranstaltungen eingetragen werden. Angekündigt sind Mahnwachen zum Beispiel in Berlin vor dem Kanzleramt (schon um 17 Uhr), in Wiesbaden Webergasse / Ecke Langgasse (17.30 Uhr), in Stuttgart am Schlossplatz, in Augsburg am Rathaus (18 Uhr) und am Königsplatz (18:30 Uhr) sowie in München ab 19 Uhr Karlsplatz, Stachus, am Brunnen.

Atomkraft Nein DankeAtomkraft Nein DankeZu den Ankündigungen der Bundesregierung, die Sicherheit der deutschen Atomkraftwerke angesichts der Katastrophe im japanischen Fukushima zu überprüfen, erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: »Röttgen und Merkel holen die Segel ein, um dem wachsenden atomkritischen Wind aus der Gesellschaft zu entgehen. Dabei wollen sie weiter auf Atom-Kurs bleiben und die Stilllegung der AKW verhindern.«

Linksjugend solidLinksjugend solidWährend in Japan noch verzweifelt daran gearbeitet wird, die atomare Katastrophe einzudämmen, verkündet Umweltminister Röttgen, dass es keinen Anlass für eine neue Grundsatzdebatte über Atomenergie gebe. Bereits das Desaster in Tschernobyl wurde als Einzelfall abgetan, weil es sich um ein sowjetisches Atomkraftwerk mit angeblich rückständiger Technologie gehandelt hatte. Die Katastrophe in Fukushima wird damit heruntergespielt, dass Japan sich an einer besonderen geographischen Lage befinde. Wir fragen uns, wie viele tragische Einzelfälle es noch geben muss, bis selbst die Atom-Lobby zur Einsicht gelangt, dass diese zerstörerische Technologie voller unkontrollierbarer Risiken steckt.

Atomkraft Nein DankeAtomkraft Nein DankeNach Auffassung des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) löst die Situation in Japan nach dem schweren Erdbeben und vor dem Hintergrund brennender Chemie- und Atomanlagen weltweit Entsetzen, Mitgefühl mit der japanischen Bevölkerung und Hilflosigkeit aus. Massive Kritik übt der BBU an den Verantwortlichen in Politik und Industrie, die den Betrieb der Atomkraftwerke und Atomanlagen in Japan genehmigt und forciert haben. Gleichzeitig betont der BBU, dass es auch in anderen Ländern der Welt zu katastrophalen Situationen bei Atomanlagen als Folge von Naturkatastrophen kommen kann. Auch in der Bundesrepublik könnten Erdbeben zu massiven Schäden bei Atomkraftwerken und sonstigen Atomanlagen führen. Aus diesem Grund, aber auch aus vielen weiteren Gründen wie der fehlenden Atommüllentsorgung und den Gefahren der Atomtransporte, fordert der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen, und das weltweit.

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