23 | 10 | 2018

junge WeltDie Stichwahl, die auf die französische Präsidentenwahl am Sonntag folgt, wird zu einer weiteren Stärkung des neofaschistischen Front National führen, prognostiziert Oskar Lafontaine, früherer Vorsitzender der Partei Die Linke, in einem Gastkommentar für die Tageszeitung »junge Welt«. Dies gelte auch, wenn Emmanuel Macron über Marine Le Pen siegen sollte: »Er steht für eine Fortsetzung der Austeritätspolitik«, gerade deshalb werde er von den »neoliberalen Einheitsparteien« in Deutschland unterstützt. »Die Fortsetzung der bisherigen Politik wird den europäischen Zusammenhalt weiter schwächen.«

Lafontaine, der im März als Spitzenkandidat für Die Linke bei der Landtagswahl im Saarland angetreten war, bezeichnete das gute Abschneiden des französischen Linkskandidaten Jean-Luc Mélenchon als »ermutigend«. Mélenchon habe erkannt, dass Europa eine neue Wirtschafts- und Währungsordnung benötige: »Der durch Währungs- und Lohndumping begünstigte deutsche Exportnationalismus zerstört den europäischen Zusammenhalt«, so Lafontaine. Wäre die französischen Parti Socialiste bereit gewesen, Mélenchon zu unterstützen, hätte eine Stichwahl mit Le Pen verhindert werden können, kritisiert Lafontaine.

Das Interview mit Oskar Lafontaine erscheint am Dienstag, 25. April, in der Tageszeitung junge Welt.

Kommentare   

# MacronBeobachter 2017-04-26 13:10
Die Gleichsetzung Le pens mit Hitler ist nicht nur völlig unsinning, sondern auch eine Verharmlosung des verbrecherischen Nazifaschismus. Nur weil jemand gegen die Massenzuwanderung ist, die gerade für die Arbeiterklasse, die sozial Schwächeren große Nachteile und Belastungen mit sich bringt, ganz im Interesse des Kapitals die Konkurrenz am "Arbeitsmarkt" ebenso wie am "Wohnungsmarkt", beim Zugang zu Sozialleistungen enorm verschärft, (deshalb ist der überwiegende Teil der Kapitalistenklasse und seine Medien für eine "liberale" Zuwanderungspolitik !)ist er bzw. sie noch lange kein Faschist. Für bzw. gegen welche Interessen diese Zuwanderung ist, müsste jeder, der nicht Ideologie als falsches Bewußtsein über die Wirklichkeit stellt, sehen. Wer zuwandert hat eben bei der Zuwanderung nicht die gleichen Interessen wie die Arbeiterklasse des Zuwanderungslandes, sondern ist zunächst ihr potentieller Konkurrent und verschlechtert die Klassenposition der Arbeiterklasse. Haben diese sogenannten Linken noch nie etwas von der industriellen Reservearmee gehört ? Genau die baut sich die Bourgeosie mit der Zuwanderung auf, je größer das Angebot an Arbeitskräften ist, desto stärker ist die Position der Unternehmer. Wieso sind so viele Linke unfähig, diese einfachsten Zusammenhänge und Klassenwahrheiten zu erkennen und machen dieser Variante neoliberaler Politik, die sie absonsten zu bekämpfen vorgeben, die Mauer ? Werden Arbeitsplätze durch Verlagerung von Unternehmen in Billiglohnländer vernichtet, tritt die Linke richtigerweise dagegen auf, obwohl diese Verlagerungen durchaus im Interesse der Menschen in den ärmeren Ländern sind und von einer idealistischen Solidarität daher auch unterstützt werden müsste. Werden Arbeitsplätze für die arbeitende Bevölkerung eines Landes aber durch Zuwanderung vernichtet, Druck auf Löhne und Gehälter und auf die Arbeitsbedingungen dadurch ausgeübt, dann unterstützen Linke diese Politik der Kapitalistenklasse. Sieht man denn nicht, dass das zwei Seiten einer Medaille sind ?
Le Pen tritt jedenfalls in Worten viel sozialer auf als Macron und für eine friedlichere Außenpolitik (Anerkennung des demokratischen Volkswillens auf der Krim !) vertritt verbal weit mehr die Interessen der französischen Arbeiterklasse als der Liebling der kapitalistischen Eliten des imperialistischen Westblocks. Macron ist der Garant für die Fortsetzung der neoliberalen Politik im Inneren mit den schrittweisen Verschlechterungen für die arbeitende Bevölkerung und der aggressiven imperialistischen Außenpolitik (z:B. in Syrien oder die den Frieden so gefährdenen Konfrontationspolitik gegen Russland) als Vasall des USA-Imperialismus, der heute die größte Gefahr für Frieden und der wirklichen Freiheit, Souveränität der Staaten und Völker ist, so wie Nazideuschland seinerzeit. Gibt Linken nicht einmal zu denken, wieso das ganze kapitalistische Establishments des neoliberalenn und imperiqalistischen Westerns so für Macron und gegen Le Pen ist ? Einheitsfront mit Merkel, Schäuble, Juncker und dem faschistoiden Präsidenten des Putschregimes in der Ukraine ?
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# macrondbergmann 2017-04-25 15:54
ja, und wessen wahl empfiehlt lafontaine denn am 7.Mai? Nichtwählen und Le Pen zur Präsidentin verhelfen? Erinnert dann irgendwie an die "sozialfaschismusthese" des unsäglichen "Teddy"
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