21 | 10 | 2019

»Ändert das System, nicht das Klima!«

Seit längerem ist ein weltweiter Anstieg der Durchschnittstemperaturen als Folge der steigenden Konzentrationen der Treibhausgase in der Atmosphäre zu beobachten.

Vor fast anderthalb Jahrhunderten beschrieb Friedrich Engels in seiner Schrift »Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen«, wie die Umwelt durch menschliche Aktivität zerstört wird:

»Schmeicheln wir uns indes nicht zu sehr mit unsern menschlichen Siegen über die Natur. Für jeden solchen Sieg rächt sie sich an uns. Jeder hat in erster Linie zwar die Folgen, auf die wir gerechnet, aber in zweiter und dritter Linie hat er ganz andre, unvorhergesehene Wirkungen, die nur zu oft jene ersten Folgen wieder aufheben.

Als die neue alte Regierungskoalition ankündigte, den öffentlichen Transport gratis machen zu wollen, hagelte es Begeisterungsstürme über diesen angeblichen Vorbildcharakter in der Transportpolitik in der europäischen Medienlandschaft. In Sachen Klimaschutz und Straßenverkehr sei diese Ankündigung geradezu revolutionär.

Nach der Veröffentlichung von gleich vier Studien zum potentiellen Bauland in Luxemburg und dem Konzentrationsgrad unter den Eigentümern der Baugrundstücke durch LISER und »Observatoire de l’habitat« sowie einer des Statec zu den exorbitanten Wohnkosten von 42 Prozent der durchschnittlichen Haushaltsausgaben wird in Presse, Radio und TV derzeit viel über den grassierenden Wohnungsmangel geschrieben und gesprochen.

Impfen ist eigentlich eine ziemlich einfache Sache. Einen kurzen Piks über sich ergehen lassen, dann mit einer leicht geröteten Einstichstelle ein paar Tage klarkommen – und schon ist der oder die Geimpfte in der Regel gegen eine Krankheit immun, die weit dramatischere Folgen haben kann als der Pikser. Trotzdem breiten sich Masern nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wieder stark aus. In den vergangenen zwei Jahren habe sich die Zahl der erfaßten Masernfälle verdoppelt, teilte die WHO vergangene Woche mit.

Das soziale Netz, das in Jahrzehnten gesponnen wurde, wird immer durchlässiger. Zumal längst nicht mehr nur die Ärmsten von sozialen Problemen betroffen sind. Sozialabbau, Arbeitslosigkeit, Reallohnverluste und Kaufkraftverlust haben dazu geführt, dass der Kreis jener, die den Gürtel enger schnallen müssen, deutlich größer wurde.

Getreu dem Spruch »Mißtraue jeder Statistik, die Du nichts selbst gefälscht hast«, übten Familienministerin Corinne Cahen und Sozialversicherungsminister Romain Schneider diese Woche heftige Kritik an einer Studie des Statistischen Amtes der Europäischen Union, die zum Schluß gekommen war, das Armutsrisiko für Rentner in Luxemburg sei zwischen 2015 und 2017 deutlich gestiegen.

Dreißig Minuten Pause. Mikrowellen-Essen, dem Kopf eine Pause zu gönnen. Viel Zeit ist das nicht, doch es muß weitergehen. Das Personal ist knapp, aber gerade genug, um den Laden am Laufen zu halten. Abends ins Bett fallen, um anderntags den nächsten Arbeitsmarathon zu bewältigen. An Urlaub ist nicht zu denken, nur wenn er irgendwann abgebaut werden muß, werden die Angestellten nach Hause geschickt, um ihn abzuhocken. Freizeitausgleich für Sonntage gibt es in der Woche, wenn der Partner arbeitet und die Kinder in der Schule sind.

Das Rechenzentrum, das der USA-Internetkonzern Google in Bissen einrichten will, ist nicht der erste Betrieb, dessen mögliche Niederlassung in Luxemburg auf Gegenwind bei Teilen der Bevölkerung stößt. Aber es ist ein Projekt, das nicht nur wegen seiner Ausmaße große Aufmerksamkeit erzeugt, sondern auch deshalb, weil die Regierung so tut, als würde Luxemburg den Anschluß an den wissenschaftlich-technischen Fortschritt verlieren und sich seine Zukunft in der elektronischen Informations- und Datenverarbeitung verbauen, sollte das Datenzentrum nicht kommen.

Kürzlich startete in den sozialen Medien eine neue Kampagne zur Sensibilisierung für Depressionen. Diese Krankheit, und nichts anderes ist es, wird immer noch tabuisiert, verharmlost und ins Lächerliche gezogen oder gar gänzlich unter den Teppich gekehrt. In einer Gesellschaft, in welcher der Einzelne zu funktionieren hat, fallen Abweichungen von der Norm schell auf und psychische Erkrankungen werden allzu oft als persönliche Schwäche und Unfähigkeit umgedeutet.

Löhne, Prämien, Arbeitszeiten, Ruhe- und Urlaubstage, die in Kollektivverträgen ausgehandelt werden, sind für Betrieb und Beschäftigte verbindlich. So sollte es eigentlich sein. Allerdings zeigt der Alltag, dass Theorie und Praxis oft zweierlei Paar Schuhe sind. Denn immer häufiger bemängeln Personalvertreter, dass von Unternehmerseite zunehmend gegen Arbeitsrecht und Kollektivvertrag verstoßen wird.

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