22 | 10 | 2018

Ich erinnere mich, dass damals in den 90er Jahren, in einem internationalen Journalismusseminar uns ein Kollege aus Puerto Rico versicherte, dass sein Land nichts weiter als ein Schaufenster der USA sei, mit dem sie versucht, der Welt die Vorteile des Systems „zu verkaufen“.

Jetzt, wenn das „Schaufenster“, das Symbol der Opulenz und Beispiel eines Lebens in Wohlstand seine Wirkung verliert, wenn, um es metaphorisch zu sagen, von dem Schaufenster nur noch die Scherben übrig sind, merken wir, wie lange eine tausend Mal wiederholte Lüge alles zusammenhält, aber eines Tages- und dieser Tag ist jetzt gekommen- bricht alles zusammen.

Der puertoricanische Unabhängigkeitskämpfer Oscar López Rivera wurde am Flughafen von Panama ungerechtfertigterweise festgenommen und in sein Heimatland abgeschoben, klagten am Dienstag die Organisatoren des internationalen Seminars „Lateinamerika im Disput“ an. López Rivera war auf dem Weg nach Bolivien, wo er an einem Treffen teilnehmen wollte, das diese Woche in der Stadt Santa Cruz begann, aber er wurde auf dem Flughafen in Panama festgenommen, obwohl er einen gültigen Pass bei sich trug und seine politische Haft in US-Gefängnissen beendet hat.

Am heutigen Montag kommt es zu einem der Momente des Jahres, denen die Aktivisten für die Unabhängigkeit Puerto Ricos am meisten entgegensehen: Eine neue Resolution zur freien Selbstbestimmung und Unabhängigkeit des Boricua-Territoriums wird die Sitzung des Komitees für Dekolonisierung innerhalb der Organisation der Vereinten Nationen (UNO) eröffnen.

Obwohl es bereits das 37. Mal ist, dass das Komitee für Dekolonisierung eine Maßnahme zugunsten der freien Selbstbestimmung und Unabhängigkeit Puerto Ricos verabschiedet, konzedieren politische Analysten dieser jetzigen einen Mehrwert, da Themen wie die steuerliche Situation der Insel und die Zuspitzung der Krise nach dem Hurrikan Maria die Anhörung bestimmen werden.

Eine Demonstration von Mitgliedern des Bündnisses Power4Puerto Rico im US-Senat in Washington endete mit mehreren Verhaftungen. Die Teilnehmer an dem Protest hatten eine Erhöhung der Bundeshilfe für die Karibikinsel gefordert, die durch die Hurrikane Irma und María schwer beschädigt worden ist.

Die Demonstranten verschafften sich mit Slogans Gehör, die die schwierige Lage Puerto Ricos anprangerten, heißt es bei Telesur.

Fernando González telefoniert mit Oscar López Rivera. Foto: Jorge Luis González / GranmaFernando González telefoniert mit Oscar López Rivera. Foto: Jorge Luis González / GranmaOscar López Rivera kann wieder das Meer aus der Nähe sehen, so wie er es sich viele Jahre lang gewünscht hat. Er kann sich ans Ufer setzen, Bohnen essen und an das unabhängige Puerto Rico denken, von dem er träumt. Und im November wird er nach Havanna kommen, von wo aus er das selbe karibische Meer sehen kann, aber in einer Dimension der Freiheit. Das kündigte am Mittwoch der Präsident des Kubanischen Instituts für Völkerfreundschaft (ICAP) Fernando González bekannt. Er hatte selbst mehr als anderthalb Jahrzehnte in den USA im Gefängnis gesessen, weil er zusammen mit seinen Genossen Kuba gegen antikommunistische Terrorgruppen verteidigt hatte.

Real time web analytics, Heat map tracking
Solidaritätsanzeige

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne die Einstellungen Ihres Browsers anzupassen, wird davon ausgegangen, dass Sie alle Cookies dieser Webseite empfangen möchten. Sofern Sie die Cookies dieser Webseite ablehnen oder löschen möchten, können Sie dies in den Einstellungen des Browsers tun. Beachten Sie aber, dass die Bedienbarkeit der Webseite damit eingeschränkt sein kann.