Donnerstag, 30. März 2017
Solidaritätsanzeige

Gegen den ImperialismusAuf Einladung sozialer Bewegungen und Gewerkschaften Boliviens beginnt heute in Cochabamba ein dreitägiges »Gipfeltreffen der Völker gegen Imperialismus und Kolonialismus«. Die Veranstaltung, zu der Teilnehmer aus 87 Ländern erwartet werden, ist eine Reaktion auf die Aggression europäischer Regierungen gegen Boliviens Staatschef Evo Morales. Dieser war in der Nacht zum 3. Juli von Frankreich, Spanien, Portugal und Italien am Überflug gehindert worden, so dass er unfreiwillig in Wien zwischenlanden musste. Mit ihrer Tagung wollen die Organisationen ihre Solidarität mit Morales demonstrieren.

Wir dokumentieren nachstehend den von der bolivianischen Botschaft in Berlin übersetzten Aufruf zu der Konferenz.

 


AUFRUF ZUM GIPFELTREFFEN DER VÖLKER GEGEN IMPERIALISMUS UND KOLONIALISMUS

ZUR VERTEIDIGUNG DER MENSCHENRECHTE UND DER UNEINGESCHRÄNKTEN GÜLTIGKEIT DER INTERNATIONALEN VERTRÄGE UND ABKOMMEN, DIE DAS ZUSAMMENLEBEN DER STAATEN UNTEREINANDER REGELN

WIR STELLEN FEST:

Wir, das lateinamerikanische Volk, haben uns seit mehr als 500 Jahren gegen die Unterdrückung durch die imperialistischen und kolonialistischen Großmächte, angeführt von den Vereinigten Staaten, gestellt und ihr standgehalten. Diese Mächte machen  sich die natürlichen Rohstoffe zu Eigen, ebenso die Überschüsse, die durch den Schweiß der Arbeiter und der indigenen Völker Boliviens und auf unserem Kontinent erarbeitet werden. Der Profit geht an transnationale Unternehmen, die in unseren Ländern operieren.

Die Regierungen dieser imperialistischen Mächte setzen Politik gegen die Bauern und Arbeiter durch zum Vorteil kleiner transnationalen Gruppen, ohne dabei Rücksprache zu halten mit sozialen Organisationen der Bauern und Arbeitnehmern ihrer eigenen Länder. Die Staaten, die der NATO angehören, führen alltäglich bewaffnete Aggressionen in verschiedenen souveränen Staaten durch, nicht nur auf unserem Kontinent, sondern auch in befreundeten Ländern anderer Kontinente, so wie das zuletzt in Syrien und Libyen unter der Regie der Vereinigten Staaten der Fall war.

In den letzten Wochen haben der Ex-Agent der CIA (danach NSA), Edward Snowden, und zuvor der WikiLeaks Direktor, Julian Assange, aufgedeckt, dass die Vereinigten Staaten nicht nur ihre Feinde, sondern auch ihre Alliierten ausspionieren.
Die Aufdeckung dieser Spionageaktionen hat die gravierende Verletzung von elementaren Rechten der Völker und der nordamerikanischen und europäischen BürgerInnen deutlich gezeigt. Diese Spionage stellt ein Attentat auf die fundamentalsten Garantien und Freiheiten der Staaten und ihrer Bürgerinnen und Bürger dar.

Die internationalen Verträge und Abkommen regeln das friedliche Zusammenleben der Staaten untereinander, ihre Durchsetzung kostete oft blutige Auseinandersetzungen und bewaffneten Konflikte in allen Ländern des Planeten. Daher ist die Verteidigung ihrer Gültigkeit die Garantie für den Respekt der Menschenrechte der Völker, die Teil der Vereinten Nationen sind. Die Regierungen der Vereinigten Staaten  und anderer mächtiger alliierter Staaten verstoßen wiederholt gegen diese Abkommen.

Am vergangenen 2. Juli kam dieser Verstoß zu einem nicht tolerierbaren Extrem, als die Regierungen Spaniens, Frankreichs, Italiens und Portugals den Überflug der Präsidentenmaschine des bolivianischen Staatsoberhauptes, Evo Morales Ayma, über ihre Lufträume verboten hatten; das stellt einen Akt des Terrorismus eines Staates gegen einen anderen Staat dar. Dieser terroristische Akt stellt nicht nur eine große Gefahr für das Leben des Präsidenten Evo Morales Ayma dar, sondern ist auch eine Aggression gegen die Würde des bolivianischen Volkes und der Völker Lateinamerikas dar.  

Wir, als zivile und soziale Organisationen der Bauern, der indigenen Völker, der Arbeiter Boliviens, Lateinamerikas und der Welt, sind in unserer Würde verletzt worden durch die Aggression gegen den Präsidenten Evo Morales Ayma, hervorgerufen durch die Regierungen der internationalen Mächte des Imperialismus und Kolonialismus.

Darum beschliesst:
die Nationale Koordination für den Wechsel  (Coordinadora Nacional para el Cambio  –  CONALCAM) bestehend aus der  Confederación Única de Trabajadores  Campesinos de Bolivia  –  CSUTCB, Confederación Sindical de Comunidades Interculturales de Bolivia -  CSCIB,  Confederación  Nacional de Mujeres Campesinas Indígenas Originarias de Bolivia Bartolina Sisa –  CNMCIOB –  BS,  Confederación Indígena del Oriente Boliviano  –  CIDOB,  Consejo de Ayllus y  Markas del Qullasuyu  –  CONAMAQ,Confederación Nacional de Rentistas y Jubilados de Bolivia,  Confederación Sindical Única de Trabajadores de Luz  –  Fuerza Telecomunicaciones,  Federación Sindical de Trabajadores Petroleros de
Bolivia, Central Obrera Regional de El Alto, Dirección Nacional del Movimiento Al Socialismo,  als politischer  Arm der sozialen Organisationen, la Federación Nacional de Cooperativas Mineras de Bolivia, Confederación Nacional  de Maestros Rurales de Bolivia,  Confederación de Panificadores de Bolivia,  Aguas y Gas de Bolivia,  Confederación Nacional de la Micro y Pequeña Empresa de Bolivia, Confederación Sindical de Trabajadores Fabriles de Bolivia, Confederación de Trabajadores  en Educación Urbana de Bolivia,  Confederación  Sindical de Choferes de Bolivia, Federación Sindical de Trabajadores Mineros de Bolivia,  Consejo  de Federaciones Campesinas de los Yungas, PLANE, Confederación Nacional de Transporte Libre,  Seis Federaciones del Trópico de Cochabamba, Gremiales, Junta Nacional de Padres de Familia, Organización de Juana Azurduy de Padilla y la Confederación Nacional  de Juntas Vecinales de Bolivia,    zusammengekommen in La Paz, Bolivien am 17. Juli 2013 und in Repräsentation der Bewegung der Arbeiter und Bauern Boliviens:
 
ERSTENS:
Aufruf an alle sozialen antiimperialistischen und antikolonialistischen Organisationen, an ArbeiterInnen in urbanen Zentren und auf dem Lande, an Bauern und originäre Völker und Nationen in aller Welt, an Organisationen der Verteidigung der Menschenrechte, an fortschrittliche Jugendliche und Frauen zur Teilnahme am Internationalen Gipfeltreffen der Völker zur Verteidigung der Menschenrechte und der uneingeschränkten Gültigkeit der internationalen Verträge und Abkommen, die das Zusammenleben der Staaten untereinander regeln. Es wird am Mittwoch den 31. Juli, Donnerstag den 1. und Freitag den 2. August 2013 in Tiquipaya (Cochabamba), Bolivien, stattfinden.

ZWEITENS:
Die Agenda des internationalen Events gegen Imperialismus und Kolonialismus ist:
-  Analyse und Erklärung/ Positionierung zur »Entführung« des Präsidenten des Plurinationalen Staates Bolivien, Evo Morales Ayma.
-  Festlegung von Aktionen/Mobilisierungen in den teilnehmenden Ländern sowie auf nationaler und internationaler Ebene im Rahmen einer koordinierten Aktion auf kontinentaler Ebene.
-  Analyse und Beschlüsse über die Effekte und Folgen der Präsenz der transnationalen Unternehmen von imperialistisch ausgerichteten Gruppen wie die Vereinigten Staaten, Frankreich und Spanien, die in unseren Ländern operieren.  

DRITTENS:
Diese internationale Veranstaltung gegen Imperialismus und Kolonialismus findet in Form von Arbeitstischen/ Arbeitsgruppen statt. Die Beiträge und Inhalte (Input) werden gemeinsam festgelegt und koordiniert von CONALCAM (Nationale Koordination für den Wechsel) und PACTO DE UNIDAD ( Pakt für Einheit).

VIERTENS:
Jede Organisation muss ihre Vertreter/innen für die Veranstaltung  akkreditieren im Rahmen ihrer internen Statuten und Bestimmungen und unter dem folgenden Chronogramm:
-  Mittwoch 31. Juli und Donnerstag 1. August: Debatten in Arbeitsgruppen/ Arbeitstischen
-  Freitag, 2. August: Plenum der Ergebnisse und  große  Abschlusskundgebung am Viaducto de la Avenida Blanco Galindo.

Beschlossen in La Paz, Bolivien, am 17. Juli des Jahres 2013.

Real time web analytics, Heat map tracking

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne die Einstellungen Ihres Browsers anzupassen, wird davon ausgegangen, dass Sie alle Cookies dieser Webseite empfangen möchten. Sofern Sie die Cookies dieser Webseite ablehnen oder löschen möchten, können Sie dies in den Einstellungen des Browsers tun. Beachten Sie aber, dass die Bedienbarkeit der Webseite damit eingeschränkt sein kann.