Sonntag, 26. März 2017
Solidaritätsanzeige

Evo Morales in Berlin. Screenshot: TeleSurBoliviens Präsident Evo Morales hat seinen derzeitig stattfindenden Deutschland-Besuch genutzt, um am Mittwochabend in der Technischen Universität (TU) Berlin vor zahlreichen interessierten Gästen über die Politik seiner Regierung zu informieren. In dem Vortrag über die Schwierigkeiten und Erfolge seiner bislang fast zehnjährigen Amtszeit wies er darauf hin, dass Bolivien derzeit das Land des Kontinents sei, das über das höchste Wirtschaftswachstum verfüge. Vor seinem Amtsantritt habe Bolivien dagegen auf dem letzten Platz des Rankings gelegen.

Er lobte die bilateralen Wirtschaftsabkommen mit Deutschland, die er während seines Aufenthalts unterzeichnet hat. Diese würden dazu beitragen, die Stärkung Boliviens fortzusetzen.

In seinem Vortrag fasste der frühere Gewerkschafter seinen politischen Lebenslauf mit den Worten zusammen, er habe sich nie vorstellen können, einmal Präsident seines Landes zu werden. Unter seiner Amtsführung habe sich jedoch die wirtschaftliche Lage Boliviens grundsätzlich verändert, vor allem durch die Nationalisierung der Bodenschätze zu Beginn seiner Regierung sowie nun durch die Sozialpolitik und die Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums. Dadurch sei es möglich geworden, die Armutsrate deutlich zu senken. »Wir haben heute ein anderes Bolivien«, rief er unter dem Beifall der Anwesenden aus. Diese hatten sich in zwei Säle aufgeteilt. In einem Hörsaal sprach Morales in spanischer Sprache, in einen zweiten wurde seine Rede mit deutscher Übersetzung übertragen.

Morales sagte, für die Erfolge seiner Regierung sei vor allem die gemeinsame politische Bewegung mit den Organisationen der Bauern und Indígenas ausschlaggebend gewesen. Durch diese habe man die Würde des Landes sowie die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Souveränität verteidigen können. So habe sich die US-Botschaft vor 2006 regelmäßig in die inneren politischen Angelegenheiten Boliviens eingemischt und der Internationale Währungsfonds die wirtschaftliche Herrschaft ausgeübt: »Der IWF machte für die Auszahlung eines Kredits von 40 Millionen Dollar die Privatisierung der Erdölraffinerien zur Bedingung.«

Unter seiner Führung sei dagegen die politische und wirtschaftliche Befreiung gelungen und die Souveränität des Landes gefestigt worden. »Die Neubegründung Boliviens zu garantieren, hatte seinen Preis. 2006, 2007 und 2008 waren Jahre harter Kämpfe. Hätte es das organisierte Volk nicht gegeben, wäre die neue Verfassung sicherlich nicht verabschiedet worden.«

Der erste indigene Präsident seines Landes betonte, seine Regierung habe gezeigt, dass die sozialen Organisationen besser in der Lage seien, den Staat zu führen, als die Neoliberalen. »Die Nationalisierung der Bodenschätze hat uns befreit. 2005 betrugen die Erdöleinnahmen ohne die direkte Erdölsteuer 300 Millionen Dollar, im vergangenen Jahr waren es 5,4 Milliarden Dollar.« Dadurch habe Bolivien die wirtschaftlichen Spielräume für seine Sozialpolitik gewonnen und so die Armut im Land von 38 auf 15 Prozent senken können.

Quelle: ABI / RedGlobe

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