Montag, 24. April 2017
Solidaritätsanzeige

Brasilien

Protest in PinheirinhoSeit Februar 2004 haben sich 500 obdachlose Familien auf dem Grund und Boden des in Bankrott gegangenen Unternehmens »Selecta Handel und Industrie« in der brasilianischen Stadt São José dos Campos, im Paraiba-Tal, Bundesstaat São Paulo, niedergelassen und ihrer neuen Heimat den Namen Pinheirinho gegeben. Der Eigentümer, Naji Nahas, ist ein Spekulant in der Finanzbranche. Er befindet sich auf Bewährung auf freiem Fuss und verteidigt sich derzeit vor Gericht. Im Juni 1989 hatte er der Anklage zufolge als Eigentümer des in Bankrott gegangenen Unternehmens einen ungedeckten Scheck in Höhe einiger Millionen Dollar ausgestellt, um durch einen Strohmann an der Börse von Rio de Janeiro verkaufte und bald wieder gekaufte Aktien zu bezahlen. Das Ergebnis war ein Einbruch der Börse.

Vorsicht radioaktivVorsicht radioaktivDas brasilianische Parlament lässt derzeit wegen des Atomunfalls in Japan die Sicherheit ihrer beiden eigenen Kernkraftwerke in Angra dos Reis überprüfen. Bereits kurz nach Aufnahme der Inspektionen offenbaren sich schwere Verfehlungen der Atomaufsichtsbehörde CNPE (Nationale Kommission für Kernenergie). Besonders gravierend ist die Tatsache, dass das Atomkraftwerk Angra 2 seit zehn Jahren am Netz ist, aber bis heute über keine dauerhafte Betriebsgenehmigung verfügt. »Dies zeigt eindeutig, wie fahrlässig das Thema `nukleare Sicherheit´ in Brasilien behandelt wird. Gerade bei Atomanlagen muss streng darauf geachtet werden, dass alle für die endgültige Betriebsgenehmigung nötigen Auflagen bis zum Betriebsbeginn auch umgesetzt werden. Jede Verschleppung wie jetzt im Fall Angra 2 birgt ein enormes Sicherheitsrisiko für die lokale Bevölkerung«, erklärt Barbara Happe, Brasilienexpertin bei der Umweltorganisation urgewald.

Eine große Gemeinschaft von Guarani-Indigenen in Brasilien wird von bewaffneten Männern festgehalten. Die Männer wurden von Viehzüchtern angeheuert und blockieren seit einem Monat den Zugang zu Lebensmitteln und Wasser, sowie die medizinische Versorgung der Indigenen.

Die bewaffneten Männer begannen die Mitglieder der Guarani Gemeinschaft der Ypo’i zu bedrohen, kurz nachdem diese auf ihr angestammtes Land zurückkehrten, welches nun von der Triunfo („Triumph“) Ranch besetzt ist. Die Männer erlauben niemandem das Gebiet zu betreten oder zu verlassen.

Hunderte von brasilianischen Indianern aus dem ganzen Land wollen sich in den nächsten Tagen versammeln, um gegen Morde an ihren Anführern, gegen den Diebstahl ihres Landes für Wirtschaftsprojekte und gegen andere Bedrohungen für ihr Überleben zu protestieren. Er wird erwartet, dass rimd 800 Indianer aus vielen der 233 indigenen Völker Brasiliens an den Protesten zwischen dem 16. und 20. August teilnehmen werden. Die Proteste werden im Bundesstaat Mato Grosso do Sul, südlich des Amazonas, stattfinden, um auf die kritische Lage der indigenen Völker in diesem Bundesstaat aufmerksam zu machen. Insbesondere zählen dazu die Guarani. Diesen wurde ihr Land unrechtmäßig genommen, um Platz für Viehzucht und Zuckerrohplantagen zu machen. Das Volk hat inzwischen eine der höchsten Selbstmordraten der Welt.

Die Brasilianische Kommunistische Partei (PCB) hat den »gut gemeinten Vorschlag« des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez zur Gründung einer V. Sozialistischen Internationale aufmerksam geprüft. Sie begrüsst die Initiative zur besseren Koordination des Kampfes gegen den Imperialismus, kann aber dem Vorschlag des venezolanischen Präsidenten in dieser Form nicht zustimmen. Wir dokumentieren die Stellungnahme der PCB in deutschsprachiger Übersetzung.

Die Guarani kämpfen um ihr ÜberlebenDie Guarani kämpfen um ihr ÜberlebenDie Situation der indigenen Guarani im Süden Brasiliens zählt zu den schlechtesten unter allen Indigenen Lateinamerikas, so das Fazit des aktuellen Reports von Survival International, einer weltweit aktiven Nicht-Regierungsorganisation, die sich für die Rechte von indigenen Völkern einsetzt. Der Bericht wurde den Vereinten Nationen (UN) vorgelegt, zum Anlass des internationalen Tags zur Eliminierung Rassistischer Diskriminierung am 21. März.

Brasilianische Fischer gegen ThyssenKruppBrasilianische Fischer gegen ThyssenKruppBrasilianische Fischer protestieren seit 2007 gegen ein hauptsächlich von ThyssenKrupp finanziertes Stahlwerk bei Rio de Janeiro. Jetzt tragen sie ihren Protest direkt auf die Hauptversammlung des Konzerns am 21. Januar in Bochum. »Wir wollen, dass ThyssenKrupp ökologische und soziale Schäden, die das Stahlwerk angerichtet hat, wiedergutmacht«, fordert Luis Carlos Oliveira. »Das Unternehmen muss in Brasilien nach den gleichen ökologischen, technischen und sozialen Standards wie in Deutschland arbeiten. Die 8.000 Fischer in der Bucht von Sepetiba wollen wieder ihrer Arbeit nachgehen.«

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