23 | 09 | 2018

In einem Artikel von Alfonso Sastre unter dem Titel Salvador Allende oder die unmöglichste Revolution,- die jeder Bewunderer der chilenischen Führungspersölichkeit die Möglichkeit haben sollte, zu lesen -, erinnert sich dieser spanische Intellektuelle daran, wie er zu Beginn der 70er Jahre Teil einer Gruppe von Erkundungsreisenden namens Operation Wahrheit war, die aus Schriftstellern, Kritikern, Dichtern und europäischen Künstlern bestand und von der Regierung der Unidad Popular eingeladen worden war, um vor Ort die soziale Wirklichkeit des südamerikanischen Landes kennenzulernen, die vom Imperialismus völlig entstellt wurde.

„Eine große schwarze Wolke steigt aus dem Palast hoch, der in Flammen steht. Präsident Allende stirbt an seinem Amtssitz. Die Militärs töten Tausende in ganz Chile. (...) Frau Pinochet erklärt, dass die Klagen der Mütter das Land erlösen werden. Eine aus vier Mitgliedern bestehende Militärjunta, die in der School of the Americas in Panama ausgebildet wurde, übernimmt die Macht, die gesamte Macht. An ihrer Spitze steht General Augusto Pinochet.“

Die Worte von Galeano skizzieren das, was an jenem 11. September 1973 geschah, eines der Daten, die besonders tief in der Geschichte Chiles und der Unseres Amerikas eingraviert sind. An diesem Tag, nach stundenlanger Belagerung und Bombardierung des Präsidentenpalasts La Moneda starb der chilenische Präsident Salavador Allende unter dem Kugelhagel der Putschisten.

Über vier Jahrzehnte nach seiner Ermordung durch die Diktatur Augusto Pinochets ließen die chilenischen Gerichte endlich Victor Jara Gerechtigkeit widerfahren.

Acht ehemalige Militärs, die an der Ermordung des Sängers und Liedermachers beteiligt waren, wurden von den Gerichten des Landes zu 18 Jahren Haft verurteilt. Diese Entscheidung wurde von einem Berufungsgericht unter Vorsitz des Ministers Miguel Vázquez Plaza gefällt, das für die anhängigen Fälle von Menschenrechtsverletzungen während der Militärregierung geschaffen wurde.

Nachdem US-Präsident Donald Trump kurz nach seinem Amtsantritt Ende Januar 2017 per Dekret ein bereits ausgehandeltes Freihandelsabkommen mit elf Staaten aus der Pazifikregion gekippt hatte, haben die brüskierten Länder nicht lange gefackelt. Am 8. März unterzeichneten sie in Santiago de Chile unter dem Namen „Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-Pacific Partnership“ (CPTPP) ein Abkommen ohne die USA.

„Wir sind stolz darauf, diesen Prozess abgeschlossen zu haben und der internationalen Gemeinschaft ein starkes Signal zu senden, dass die Öffnung der Märkte, die wirtschaftliche Integration und die internationale Zusammenarbeit die besten Instrumente sind, um wirtschaftliche Chancen und Wohlstand zu schaffen“, sagte die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet.

»Chile president-elect reveals hardline cabinet with ties to Pinochet«, schrieb der britische »Guardian« am vergangenen Mittwoch über die von Sebastián Piñera designierten Minister der künftigen chilenischen Regierung. Ab dem 11. März soll Hernán Larraín von der Partei UDI das Ressort für Justiz und Menschenrechte leiten. Die UDI wurde nach der chilenischen Militärdiktatur (1973-90) von ehemaligen Getreuen des Diktators gegründet. Ihre Vertreter_innen beziehen sich oftmals bis heute positiv auf das Pinochet-Regime. Larraín war bis in die zweite Hälfte der neunziger Jahre ein vehementer Unterstützer der Colonia Dignidad. Er führte eine Kampagne gegen jene Teile der chilenischen Politik und Justiz an, die um ein Ende der Verbrechen in der deutschen Sektensiedlung und deren Aufklärung bemüht waren.

SANTIAGO DE CHILE – Auf dem II. Forum der Kooperation Celac-China wurden drei Dokumente bestätigt, die für die Zusammenarbeit des Regionalblocks mit China von 2019 bis 2021 gültig sein werden.

Der von den Außenministern und Vizeministern der Gemeinschaft Lateinamerikanischer und Karibischer Staaten (Celac) bestätigte Aktionsplan beinhaltet verschiedene Bewertungen und Strategien, die von der Deklaration von Santiago angeführt werden, welcher politischen Charakter hat und die gemeinsam abgestimmten Prinzipien widerspiegelt.

SANTIAGO DE CHILE – Eine strategische Zusammenarbeit anstrebend treffen sich am heutigen Montag die Außenminister der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (Celac) mit Vertretern aus China beim 2. Kooperationsforum des regionalen Blocks und Chinas.

Am Sonntag fanden Konsultationen auf Expertenebene statt, bei denen die Annahme einer Erklärung, eines Aktionsplans und einer speziellen Erklärung über „den Wirtschaftsstreifen und die Seidenstraße“ diskutiert wurden.

ChileSebastián Piñera, der Kandidat des rechten Lagers, hat die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen in Chile gewonnen. Wie der Fernsehsender TeleSur unter Berufung auf die chilenische Wahlbehörde Servel berichtete, erreichte Piñera nach Auszählung von 99,31 Prozent der Stimmen in Chile 54,61 Prozent und im Ausland 31,27 Prozent. Sein Kontrahent Alejandro Guillier von der Mitte-Links-Allianz Nueva Mayoría erreichte in Chile 45,39 Prozent, während er unter den Auslandschilenen mit 68,73 Prozent klar gewann.

Ein Foto vom gestrigen Abend in der Botschafterresidenz: Bundespräsident Joachim Gauck mit Filmemacher Florian Gallenberger. Im Hintergrund der verurteilte Täter der Colonia Dignidad Reinhard Zeitner. Foto: fdclEin Foto vom gestrigen Abend in der Botschafterresidenz: Bundespräsident Joachim Gauck mit Filmemacher Florian Gallenberger. Im Hintergrund der verurteilte Täter der Colonia Dignidad Reinhard Zeitner. Foto: fdclWir dokumentieren nachstehend eine heute verbreitete Pressemitteilung des Forschungs- und Dokumentationszentrums Chile-Lateinamerika e.V. (fdcl):

Der Fall Colonia Dignidad war das wohl wichtigste politische Thema des zweitägigen Chile-Besuchs von Bundespräsident Joachim Gauck, der heute zu Ende geht. Nach der selbstkritischen Rede von Bundesminister Steinmeier zum Versagen der bundesdeutschen Diplomatie vom 26.04.2016 wollten die verschiedenen Opferkollektive vom Bundespräsidenten hören, was die Bundesregierung nun für die Opfer zu tun gedenkt. Stattdessen hörten sie von Gauck was sie nicht tun wird: „Was die deutsche Regierung sicher nicht tun wird, das sind irgendwelche Wiedergutmachungsansprüche zu akzeptieren“. Die Hauptverantwortung liege stattdessen in Chile, „denn die deutsche Regierung hat nicht in Chile die Diktatur gebaut oder daran mitgewirkt. Was wir betrauern und bedauern ist, dass deutsche Diplomaten in einer Zeit Menschenrechtsverletzungen und -verbrechen nicht ernst genug genommen haben“. Trotzdem sei sein Erschrecken groß „wenn z.B. deutsche Diplomaten jahrelang wegschauten, wenn in der deutschen Sekte „Colonia Dignidad“ Menschen entrechtet, brutal unterdrückt und gefoltert wurden, und dann gar der chilenische Geheimdienst dort foltern und morden konnte“.

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