17 | 07 | 2018

junge WeltNach der Ankündigung von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Dienstag, die Akten des Auswärtigen Amtes über die chilenische »Colonia Dignidad« vorfristig freizugeben, richtet sich das Interesse auf deren Inhalte. »Interessant wird sein, ob sich Horst Paulmanns Name in den Papieren wiederfindet«, schreibt die in Berlin erscheinende Tageszeitung »junge Welt« in ihrer Wochenendausgabe.

Der Stern wieder an seinem Platz. Foto: Partido Comunista de Chile / FacebookIm Rahmen einer Ehrung für Chiles großen Dichter Pablo Neruda ist am Sonntag am früheren Gebäude des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chiles wieder der rote Stern mit Hammer und Sichel angebracht worden, der dort bis zum faschistischen Putsch 1973 gehangen hatte. Gefeiert wurde die Zeremonie von zahlreichen Mitgliedern der Kommunistischen Partei und der Kommunistischen Jugend Chiles, die gemeinsam »El Pueblo Unido«, die Hymne der Unidad Popular, sangen.

Kommunistische Jugend ChilesKommunistische Jugend ChilesAm Donnerstag wurden im chilenischen Valparaíso am Rande einer Großdemonstration für eine Bildungsreform zwei Studenten erschossen, die gerade Parolen an eine Mauer gesprüht hatten. Wir dokumentieren nachstehend in eigener Übersetzung die Erklärung der Kommunistischen Jugend Chiles (JJ.CC.), der einer der beiden jungen Männer angehört hatte:

Mit tiefem Schmerz haben wir die Nachricht vom Mord an zwei jungen Studenten in Valparaíso erhalten, die sich an der Demonstration  für Bildung beteiligt hatten: Exequiel Borbarán und Diego Guzmán Farías, letzterer Genosse im Kommunistischen Jugendverband von Quillota. Zwei Jugendliche, die im Kampf für eine andere Gesellschaft gefallen sind, ohne jemanden provoziert zu haben, weil sie Propaganda betrieben haben, wie es so viele von uns in diesen Jahren getan haben. Wir sprechen ihren Familienangehörigen, Freunden und Genossen  unser tiefstes Beileid aus.

Camila Vallejo. Foto: Mauro Rico / Ministerio de Cultura argentino (CC BY-SA 2.0)Camila Vallejo. Foto: Mauro Rico / Min.
de Cultura argentino (CC BY-SA 2.0)
In Chile hat liefern sich der rechtsliberale Politiker Jorge Schaulsohn und die kommunistische Abgeordnete Camila Vallejo eine virtuell verbale Auseinandersetzung um die Frage, ob eine Parlamentarierin ihr kleines Kind mit in die Plenarsitzungen nehmen sollte. Am Wochenende kommentierte Schaulsohn über den Internetdienst Twitter, es sei »unangemessen«, dass Vallejo ihr Kind mit ins Parlament genommen habe: »Das hätte nicht erlaubt werden soll. Von den Diäten kann sie ein Kindermädchen bezahlen.« Dann legte er noch einmal nach: »Mit dem Baby in die Parlamentssitzung zu kommen, zeigt, dass sie elitär ist. Sie glaubt, dass die Regeln für sie nicht gelten.« Und schließlich noch einer: »Kann sich jemand eine Richterin vorstellen, die sich mit ihrem Kind in den Armen Zeugenaussagen anhört?«

Claudia PascualClaudia PascualZum ersten Mal seit 40 Jahren – seit dem Sturz der Regierung des Präsidenten Salvador Allende durch einen von der CIA unterstützten Militärputsch – werden Chiles Kommunisten an einer Regierung beteiligt sein. Die designierte Präsidentin Michelle Bachelet stellte heute in Santiago de Chile ihr Kabinett vor. Neben Mitgliedern ihrer eigenen Sozialistischen Partei, der linksliberalen Partei für die Demokratie (PPD), der Radikalen Partei und der Christdemokraten gehört auch ein Mitglied der Kommunistischen Partei Chiles zur Regierungsmannschaft. Claudia Pascual wird als Ministerin künftig den Nationalen Frauendienst (SERNAM) leiten.

Michelle Bachelet feiert den Wahlsieg. Foto: Homepage Michelle BacheletMichelle Bachelet feiert den Wahlsieg. Foto: Homepage Michelle BacheletMichelle Bachelet ist die neue Präsidentin Chiles. Nach Auszählung von 99,97 Prozent der Urnen lag die Kandidatin des Mitte-Links-Bündnisses »Neue Mehrheit« mit 62,16 Prozent der abgegebenen Stimmen klar vor der Vertreterin der Rechten, Evelyn Matthei, die nur 37,83 Prozent erreichte. Mit fast 3,5 Millionen Stimmen überflügelte Bachelet ihre Gegnerin um mehr als 1,3 Millionen Voten. Zum zweiten Mal nach 2005 kehrt das Mitglied der Sozialistischen Partei damit in den Regierungssitz La Moneda ein. Es war der höchste Wahlsieg einer Präsidentschaftskandidatin seit dem Ende der Pinochet-Diktatur und beendet vier Jahre Regierung der Rechten unter Sebastián Piñera.

Camila Vallejo bei der StimmabgabeCamila Vallejo bei der StimmabgabeDie Kandidatin der Linken, Michelle Bachelet, hat die erste Runde der Präsidentschaftswahlen in Chile für sich entschieden. Trotzdem wird eine zweite Runde am 15. Dezember notwendig, da die unter anderem von der Kommunistischen Partei unterstützte Sozialistin die 50-Prozent-Marke verpasst hat. Nach Angaben der chilenischen Wahlbehörde erreichte die bereits bis 2010 amtierende Politikerin nach Auszählung fast aller Wahlurnen 46,73 Prozent der Stimmen. Die Kandidatin der Rechten, Evelyn Matthei, kam auf 25,0 Prozent. Damit werden sich diese beiden Kandidatinnen in der Stichwahl gegenüber stehen.

KP Chiles »für eine neue Mehrheit«KP Chiles »für eine neue Mehrheit«Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chiles hat nach langen Diskussionen am Sonnabend beschlossen, die frühere chilenische Staatschefin Michelle Bachelet bei den Vorwahlen der Opposition am 30. Juni zu unterstützen. Bachelet hatte angekündigt, sich erneut um das höchste Staatsamt des südamerikanischen Landes bewerben zu wollen, das sie bereits zwischen 2006 und 2010 innegehabt hatte. Da die Verfassung Chiles eine direkte Wiederwahl verbietet, konnte sie anschließend nicht wieder antreten, obwohl sie Umfragen zufolge damals wie heute zu den beliebtesten Persönlichkeiten in der chilenischen Politik gehört.

Kommunistische Partei ChilesKommunistische Partei ChilesAm Montag, einen Tag nach einer großen Demonstration zum Gedenken an die Opfer des 11. September 1973 und der faschistischen Diktatur in Chile, starteten rechte Randalierer und Marodeure eine brutale Provokation gegen die kommunistische Partei des Andenlandes.

Sie überfielen die Büros des Zentralkomitees der KP Chiles, schlugen brutal auf anwesende Kommunisten ein, zerstörten Fenster und Einrichtungen und stahlen Mobiltelefone und andere technische Gegenstände. Sie schlugen mit Knüppeln um sich und brüllten Schmähungen gegen die Kommunisten. Der Angriff wurde am helllichten Tage von zwei Gruppen von Randalierern ausgeführt. Mitglieder der Partei, die im Hause anwesend waren, leisteten Widerstand. Vier von ihnen wurden von den Angreifern schwer verletzt.

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