Donnerstag, 23. März 2017
Solidaritätsanzeige

Ecuador

Die deutsche Delegation trifft bei der Eröffnungsfeier ein. Foto: Claudia SchröppelMit einem leidenschaftlichen Appell an die Jugend der Welt, den Neoliberalismus zu überwinden und eine sozialistische Gesellschaft aufzubauen, hat Ecuadors Präsident Rafael Correa am gestrigen Sonnabend (Ortszeit) die 18. Weltfestspiele der Jugend und Studierenden eröffnet. Rund 10.000 Jugendliche aus 83 Ländern sowie weitere Tausende aus Ecuador hatten sich auf der Plaza Bicentenario in Quito versammelt. Auch plötzlich einsetzender heftiger Regen konnte verhindern, dass die Jugendlichen mit ihren Fahnen und Sprechchören die Hauptstadt des südamerikanischen Landes zum Schauplatz einer starken Demonstration des Kampfes gegen Imperialismus und kapitalistische Ausbeutung machten.

Ankunft der kubanischen Delegation in Quito. Foto: Roberto Ruiz, Radio RebeldeIn Quito werden heute die 18. Weltfestspiele der Jugend und Studierenden eröffnet. Zu dem größten antiimperialistischen Festival werden bis zu 15.000 Teilnehmer erwartet, neben Tausenden jungen Ecuadorianern Gäste aus aller Welt. So haben sich 200 Kubaner auf den Weg in die Hauptstadt Ecuadors gemacht, unter ihnen der heute 20 Jahre alte Elián González, der vor 13 Jahren die Welt bewegte. Er war damals Gegenstand eines diplomatischen Streits zwischen Kuba und der antikommunistischen Mafia in den USA, die eine Rückkehr des kleinen Jungen in seine Heimat verhindern wollte. Seine Mutter hatte zusammen mit ihrem kleinen Sohn und mit anderen Kubanern den Versprechungen der US-Propagandasender vertraut und sich in einem viel zu kleinen Boot auf die Überfahrt von Kuba nach Florida gemacht. Das untaugliche Boot ging in einem Unwetter unter und die meisten Insassen ertranken. Nur insgesamt drei Menschen überlebten, unter ihnen der kleine Junge, der am 25. November 1999 von Fischern gerettet wurde.

Elián GonzálezDer einst als kleiner Flüchtlingsjunge aus Kuba weltweit bekanntgewordene Elián González kommt zu den 18. Weltfestspielen der Jugend und Studierenden in Ecuador. Der junge Mann, der am Vorabend der Eröffnung des Festivals seinen 20. Geburtstag feiert, wurde bei einer Veranstaltung an der Camilo-Cienfuegos-Universät in Matanzas ausgewählt, Teil der kubanischen Delegation beim Festival zu werden. Es wird erwartet, dass er beim traditionellen Antiimperialistischen Tribunal auftreten wird, um die Blockade der USA gegen sein Land anzuprangern und die Freilassung der seit 15 Jahren in den Vereinigten Staaten inhaftierten »Cuban Five« zu fordern.

Ärzte aus Kuba und Ecuador mit Präsident Rafael Correa46 junge Kubaner, die derzeit in Ecuador in sozialen Projekten tätig sind, werden als Teil der kubanischen Delegation an den 18. Weltfestspielen der Jugend und Studierenden teilnehmen, die am 7. Dezember in Quito eröffnet werden. Das berichtete am Donnerstag die Nachrichtenagentur Prensa Latina. Eine Abordnung von ihnen kam gestern in Latacunga mit Mitgliedern des Internationalen Organisationskomitees (IOC) zusammen.

Auftaktveranstaltung am 21. Oktober in QuitoDie Weltfestspiele der Jugend und Studierenden im Dezember werden eine Gelegenheit sein, das revolutionäre Ecuador zu präsentieren, erklärte die Parlamentspräsidentin des südamerikanischen Landes, Gabriela Rivadeneira, am Montag in Quito beim offiziellen Start der Vorbereitungsphase für das antiimperialistische Treffen. »Wir werden ein Land zeigen, das sich erhoben und eine Revolution gemacht hat«, kündigte die Politikerin an. In Ecuador laufe seit sechs Jahren ein Prozess, in dessen Verlauf das Land Nein zu ausländischen Militärbasen auf seinem Boden gesagt hat. Die Fremdbestimmung über das Schicksal des ecuadorianischen Volkes sei beendet worden. Deshalb sei Ecuador »der beste Austragungsort für dieses Welttreffen«, ist sich Rivadeneira sicher.

18. Weltfestspiele der Jugend und StudentenAm heutigen Montag konstituiert sich in Ecuadors Hauptstadt das Internationale Organisationskomitee (COI) für die 18. Weltfestspiele der Jugend und Studenten, die im Dezember in dem südamerikanischen Land stattfinden. Dem vom Weltbund der Demokratischen Jugend (WBDJ) geleiteten Gremium, das auf dem dritten internationalen Vorbereitungstreffen im September im indischen Neu-Delhi gewählt wurde, gehören Vertreter aus 38 Länder an, um das Großevent durchzuführen. Rund 20.000 Jugendliche aus allen Teilen der Welt werden dazu erwartet. In Quito werden sich die Angehörigen des COI mit dem ecuadorianischen Nationalen Vorbereitungskomitee zusammensetzen, um die nächsten Aufgaben zu koordinieren.

Rafael Correa mit ölverschmierter HandEcuadors Präsident Rafael Correa hat am Dienstag in der Provinz Sucumbíos die Kampagne »Die schmutzige Hand von Chevron« eingeleitet, um die Verschmutzung anzuprangern, die dieses transnationale US-Unternehmen im Amazonasgebiet hinterlassen hat. »Das beste Instrument, das wir verwenden werden, um dieser Offensive des multinationalen Öl-Unternehmens Chevron entgegenzuwirken, ist die Wahrheit«, sagte der Präsident, einem Bericht der Nachrichtenagentur Prensa Latina zufolge.

Ecuadors Präsident Rafael Correa bei der Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag in QuitoEcuadors „Yasuni-ITT“-Projekt ist gescheitert. Am vergangenen Donnerstag musste der Präsident des südamerikanischen Landes, Rafael Correa, in einer Fernsehansprache einräumen, dass bislang erst rund zehn Prozent der benötigten Mittel eingegangen seien. 2007 hatte er in einer aufsehenerregenden Rede vor der UN-Vollversammlung angeboten, die in dem als „Yasuni-ITT“ bekanntgewordenen Gebiet lagernden Bodenschätze nicht anzutasten, wenn die Weltgemeinschaft dem südamerikanischen Land im Gegenzug die Hälfte der ihm dadurch entgehenden Einnahmen ersetzen würde. Die Zahlungen der Industrienationen sollten durch den UN-Entwicklungsfonds UNDP verwaltet werden und sozialen sowie Umweltschutzprojekten in Ecuador zugute kommen. Sechs Jahre später musste Ecuadors Vizepräsident Jorge Glas am vergangenen Mittwoch eine ernüchternde Bilanz ziehen. Ziel sei es gewesen, innerhalb von zwölf Jahren 3,6 Milliarden US-Dollar zu sammeln, was nach damaligem Stand der Hälfte der potentiellen Einnahmen aus den Feldern Ishpingo, Tambococha und Tiputini (deshalb Yasuni-ITT) gewesen wäre. Bislang habe die internationale Sammlung jedoch Zusagen von nicht mehr als 336 Millionen Dollar ergeben.

Weltpass der WSADer NSA-Aussteiger Edward Snowden, der bislang im Transitbereich eines Moskauer Flughafens festsaß, hat nun doch einen Reisepass. Nachdem die US-Administration ihm seine nordamerikanischen Dokumente entzogen hat, stellte ihm nun die Nichtregierungsorganisation World Service Authority (WSA) ein solches Reisedokument aus. Die Pässe der 1954 gegründeten WSA werden bislang von sechs Ländern der Welt anerkannt: Burkina Faso, Tansania, Mauretanien, Togo, Zambia – und Ecuador. Die staatliche Nachrichtenagentur des südamerikanischen Landes, ANDES, meldete den Pass für Snowden heute an prominenter Stelle, ebenso wie der lateinamerikanische Fernsehsender TeleSur. Frühere Inhaber des Reisedokuments waren unter anderem Václav Havel und Jawaharlal Nehru. Auch Wikileaks-Gründer Julian Assange hat einen solchen Pass.

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