Sonntag, 23. April 2017
Solidaritätsanzeige

Ecuador

Ecuadors Botschaft in LondonVideo-Livestream der Nachrichtenagentur Reuters: Hier klicken

Die britische Polizei hat rund um die ecuadorianische Botschaft in London ein starkes Aufgebot zusammengezogen. Kurz zuvor hatte die Regierung Ihrer Majestät in einer offiziellen Mitteilung an die ecuadorianische Regierung mit einer Erstürmung der diplomatischen Vertretung gedroht, um Julian Assange festzunehmen. Der Wikileaks-Gründer hat in der Botschaft Zuflucht gesucht und in Ecuador politisches Asyl beantragt. Medienberichten zufolge will die Regierung von Präsident Rafael Correa ihre Entscheidung dazu heute um 14 Uhr MESZ bekanntgeben. London stützt sich bei seinen Drohungen auf ein nationales Gesetz über diplomatische und konsularische Regeln, das 1987 verabschiedet wurde und es der Regierung erlaubt, den diplomatischen Status einer Botschaft aufzuheben, wenn diese nicht mehr ausschliesslich zu diplomatischen Zwecken genutzt wird. Nach einem solchen Schritt könnte die britische Polizei das Gebäude stürmen, um Assange abzuführen. Dieser war in Großbritannien unter Hausarrest gestellt worden, während über den Auslieferungsantrag Schwedens verhandelt wurde.

Deklaration von GuayaquilFinden die 18. Weltfestspiele der Jugend und Studierenden in Ecuador statt? Die Entscheidung über den Austragungsort des nächsten Festivals soll offenbar Ende des Jahres bei einer Generalversammlung des Weltbundes der Demokratischen Jugend (WBDJ) getroffen werden. Vor wenigen Tagen machte der Jugendverband der Regierungspartei Alianza País, Juventud Revolucionaria, nun den Wunsch öffentlich, Gastgeber sein zu dürfen. Im Abschlussdokument eines »Internationalen Forums Junges Alfaristisches Licht«, der »Deklaration von Guayaquil«, heisst es zu diesem Thema: »Wir wünschen uns, dass die Republik Ecuador Austragungsort der achtzehnten Weltfestspiele der Jugend und Studierenden sein wird, damit die Jugendlichen der Welt dem ecuadorianischen Volk direkt ihre Unterstützung für die Bürgerrevolution ausdrücken können.«

Rafael Correa am 8. März 2012Bei einer Grosskundgebung aus Anlass des Internationalen Frauentages hat Ecuadors Präsident Rafael Correa am Donnerstag (Ortszeit) die versammelte Menge befragt, ob er trotz des Ausschlusses Kubas an dem im April im kolumbianischen Cartagena stattfindenden Amerika-Gipfeltreffen teilnehmen solle. In der Menge, die sich auf der Plaza de la Independencia im Zentrum der Hauptstadt Quito versammelt hatte, entdeckte Correa eine grosse kubanische Fahne. »Da ich hier die Fahne Kubas sehe, möchte ich mich bei euch erkundigen«, rief Correa den Menschen zu. »Wir haben gefordert, dass Kuba am nächsten Amerika-Gipfel teilnehmen soll und die seit 50 Jahren gegen Kuba aufrechterhaltene verbrecherische Blockade diskutiert wird, ebenso wie der verbrecherische kolonialistische Prozess der Islas Malvinas (Falkland Islands).«

Yasuni-ITTDurch im Internet zugängliche Pressemeldungen von Nachrichtenagenturen wie der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) wurde am 2. März dieses Jahres verlautbart, dass die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Frau Ursula Heinen-Esser (CDU), mitgeteilt habe, dass die Regierung von Ecuador das Angebot der Bundesregierung, Finanzmittel für Yasuní direkt an Ecuador zu überweisen, ausgeschlagen hätte.

Trauer um Edwing Pérez ChevezDer Generalseretär der Kommunistischen Jugend Ecuadors (JCE), Edwing Pérez Chevez, ist am Mittwoch in den frühen Morgenstunden den schweren Verletzungen erlegen, die ihm bei einem feigen Anschlag zugefügt worden waren. Pérez war am 25. Oktober mittags von dem angeblichen Jurastudent Neptalí Ramírez alias »Der Skorpion« angegriffen worden, der der Partei des früheren Staatschefs Lucio Gutiérrez, Sociedad Patriótica, nahestehen soll. Auslöser des Überfalls war offenbar, dass es den Linken gelungen war, vor Gericht eine Wiederholung der manipulierten Wahlen im Ecuadorianischen Studentenverband (FEUE) durchzusetzen. Angespannt war die Lage auch durch den gescheiterten Versuch einiger Gruppe um die maoistische MPD, die Universität zur Unterstützung des Putschversuchs vom 30. September zu bewegen.

PCMLE an der Seite der Putschisten in EcuadorDie staatliche ecuadorianische Nachrichtenagentur ANDES hat in der vergangenen Nacht eine Audioaufnahme des Funkverkehrs der meuternden Polizisten während des gescheiterten Putschversuchs veröffentlicht. Während ein unbekannter Sprecher versucht, die Gemüter zu beruhigen (»Wir sind Polizisten, keine Revolutionäre«), heizen andere in ihren Antworten die Stimmung an: »Tötet den Präsidenten!«, »Der Mann kommt hier nicht raus!«, »Bringt ihn um, Feuer frei, erschiesst ihn!, »Bringt den Hurensohn Correa um!« Die Durchsagen belegen, so ANDES, dass die Aufständischen tatsächlich die Absicht hatten, den Staatschef zu ermorden. Zugleich stellte die Agentur ein Video ins Netz, auf dem Übergriffe der Putschisten zu sehen sind. Auch hier sind Parolen zu hören wie »Correa raus oder Krieg!« Damit reagiert die Agentur auf Versuche von Regierungsgegnern, die Ereignisse der vergangenen Woche, bei denen vier Menschen getötet worden waren, kleinzureden.

Stunden nach dem Beschluss des Gesetzes „Ley Orgánica del Servicio Público“, das unter Anderem die Einkommen und Zulagen der öffentlich Bediensteten regelt, wurde von einem Teil des  Polizeiapparats in Ecuador ein Putsch unternommen. Das Gesetz war der Vorwand für Teile der Polizei, des Beamtenapparats und der politischen Opposition in Ecuador um einen seit langem geplanten Sturz der demokratisch gewählten Regierung zu versuchen.

Solidarität mit Rafael CorreaDer Tag nach dem gescheiterten Putschversuch begann in Ecuador in gespannter Ruhe. Rund um den Regierungspalast Carondelet in Quito beschützt ein starkes Militäraufgebot das Gebäude, in der Stadt kehrt allmählich Normalität zurück. Hunderte Unterstützer des Präsidenten Rafael Correa halten sich nach wie vor in der Nähe des Regierungssitzes auf, um im Bedarfsfall wieder aktiv werden zu können.

Rafael Correa auf dem Balkon des Präsidentenpalastes in QuitoDer Putschversuch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Rafael Correa und dessen Befreiung aus dem Polizeikrankenhaus von Quito haben nach Angaben des Roten Kreuzes zwei Menschen das Leben gekostet. 37 weitere wurden verletzt, als Soldaten einer Spezialeinheit den Staatschef inmitten eines Schusswechsels aus dem Krankenhaus befreiten, wo er von den meuternden Polizisten belagert worden war. Insgesamt wurden offenbar 50 Menschen verletzt.

Real time web analytics, Heat map tracking

on air

RedGlobe Links

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne die Einstellungen Ihres Browsers anzupassen, wird davon ausgegangen, dass Sie alle Cookies dieser Webseite empfangen möchten. Sofern Sie die Cookies dieser Webseite ablehnen oder löschen möchten, können Sie dies in den Einstellungen des Browsers tun. Beachten Sie aber, dass die Bedienbarkeit der Webseite damit eingeschränkt sein kann.