Freitag, 24. März 2017
Solidaritätsanzeige

Trauer um Facundo Cabral: »Die menschliche Gesellschaft ist so schlecht wegen der Untaten der Bösen wie dem Schweigen der Guten.«Die guatemaltekische Menschenrechtsaktivistin Rigoberta Menchú bezweifelt, dass die Ermordung des berühmten argentinischen Sängers Facundo Cabral tatsächlich auf das Konto des organisierten Verbrechens geht. Der 74jährige war am Freitag während einer Konzerttournee durch Guatemala bei einem Überfall auf sein Auto in der Stadt Trébol erschossen worden. Die guatemaltekischen Behörden vermuten jedoch, dass der Anschlag eigentlich dem Fahrer des Wagens gegolten habe, einem aus Argentinien stammenden Kulturunternehmer. Dieser war bei dem Attentat schwer verletzt worden.



Menchú war nach Bekanntwerden des Verbrechens an den Tatort geeilt. Sie habe Cabral schon in sehr jungen Jahren kennengelernt, gemeinsam mit ihnen bei privaten Treffen gesungen und mit ihm lange Zeit die selben Ideale geteilt, erklärte die Friedensnobelpreisträgerin von 1992. »Das ist ein politisches Verbrechen«, erklärte sie in Trébol. »Das ist eine Botschaft an die lateinamerikanische Linke und an uns alle, die die Realität des Kontinents zum Besseren verändern wollen« Das Verbrechen habe darauf gezielt, die internationalen Beziehungen Guatemalas zu schädigen und sei eine »Sabotage der Demokratie« gewesen. Sie forderte energische Ermittlungen durch die guatemaltekische Regierung und die Sicherheitsbehörden, damit die Täter »im Gefängnis verrotten«.

Unzählige Menschen kamen am Tatort zusammen, um Cabrals zu gedenken. Auch in anderen Ländern Lateinamerikas war die Bestürzung gross. Staatschefs wie Rafael Correa, Hugo Chávez, Juan Manuel Santos oder Evo Morales äußerten ihre Trauer über den Verlust eines international berühmten Musikers.

Der 1937 geborene Cabral war in ärmsten Verhältnissen aufgewachsen. Dies prägte bis zuletzt auch sein künstlerisches Schaffen. Während der Militärdiktatur in seinem Heimatland zwischen 1976 und 1983 mußte er Argentinien verlassen. Politisch war er nie organisiert, galt aber als dem Anarchismus nahestehend.

 

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