Donnerstag, 30. März 2017
Solidaritätsanzeige

Haitis Kinder brauchen HilfeNach der Verhaftung von zehn US-Bürgern in Haiti, die versucht hatten, 33 Kinder im Alter von zwei Monaten bis zwölf Jahren über die Grenze in die Dominikanische Republik zu schaffen, sind die Minderjährigen am Sonntag im SOS-Kinderdorf Santo in Haiti aufgenommen worden, wo sie Schutz und Betreuung erhalten.

In den frühen Morgenstunden des vergangenen Samstag hatte die haitianische Polizei den Transport in der Nähe der Grenze gestoppt. Die zehn Verdächtigen, die christlich-fundamentalistischen Gemeinden in den USA angehören, hatten keine offiziellen Papiere für die Kinder bei sich und wurden festgenommen. Die haitianische Polizei geht davon aus, dass ein Fall von Kinderhandel vorliegt.

Am Sonntag übergab das haitianische Sozialministerium die Kinder in die Obhut des SOS-Kinderdorfs Santo. Die Kinder kamen dort völlig verstört, hungrig und durstig an. Sie wurden sofort versorgt und medizinisch untersucht. Oberste Priorität hat nach Angaben der Kinderhilfsorganisation nun, Eltern und Angehörige der Kinder ausfindig zu machen und sie wieder mit ihren Familien zu vereinen.

Mehrere Kinder erklärten, dass sie noch Eltern hätten. »Ich bin doch keine Waise«, sagte etwa ein achtjähriges Mädchen weinend. Sie glaubte von ihrer Mutter zu wohlmeinenden Menschen auf einen Kurzurlaub geschickt worden zu sein. Die Eltern waren offenbar mit unrealistischen Versprechungen wie einem Sommer-Camp mit Swimmingpool dazu überredet worden, ihre Kinder einer Organisation namens »New Life Children's Refuge« anzuvertrauen. Diese Organisation, die aus Mitgliedern von Baptistengemeinden in den Südstaaten der USA besteht, bietet auf ihrer Internet-Seite an, in der Dominikanischen Republik Adoptionen zu vermitteln - ein Hotel in Strandnähe für adoptionswillige Eltern inklusive.

»Der Vorfall zeigt einmal mehr die Gefahren auf, denen Kinder nach Katastrophen durch Kinderhandel ausgesetzt sind. Wir betonen, dass internationale Adoptionen nach Katastrophen wie in Haiti keine sinnvolle Sofort- und Nothilfemaßnahme sind. Zunächst muss jede Anstrengung unternommen werden, unbegleitete Kinder mit der eigenen Familie zusammenzuführen oder im eigenen Land eine angemessene Lösung zu finden", sagt Wilfried Vyslozil, Geschäftsführer der SOS-Kinderdörfer weltweit. Nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti haben die SOS-Kinderdörfer ein Nothilfe-Programm gestartet, um bis zu 40.000 Kindern und deren Angehörigen beizustehen.

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