Donnerstag, 30. März 2017
Solidaritätsanzeige

Kubanische Hoffnung für HaitiGerade in der Weihnachtszeit wird gebetsmühlenartig an die Bevölkerung appelliert, man solle besonders dieser Tage an den Nachbarn in Not denken. Doch all die Spendenaufrufe täuschen nur über die Tatsache hinweg, dass gerade die reichen und mächtigsten Staaten am aller wenigsten gegen das Leid und Elend dieser Welt tun.



Vielen von uns wird die furchtbare Erdbebenkatastrophe in Haiti im Jänner dieses Jahres und den darauf folgenden Ausbruch der Cholera wahrscheinlich noch in Erinnerung geblieben sein. Die Politiker der westlichen Länder zeigten sich zwar betroffen und versprachen Hilfe, doch schnell wurde Kritik verschiedenster Seiten laut, dass bei vielen dieser Staaten gar nicht die Beseitigung des Elends im Vordergrund stand. So heißt es beispielsweise im Bericht „Profits Over People in Haiti“: Die USA, andere mächtige Staaten, die UNO sowie auch NGOs hätten sich zwar dazu verpflichtet, den Opfern des Bebens mit Geld und verschiedensten anderen Ressourcen beizustehen und die zerstörte Hauptstadt Port-au-Prince wieder aufzubauen, doch keiner hatte dieses Versprechen gehalten. Das Einzige was aufgebaut wurde, war der ökonomische wie auch militärische Einfluss auf die Region. Die USA – so die Kritiker weiter – würden dabei Gewehr bei Fuß an vorderster Front stehen.

Die von Barack Obama versprochene humanitäre Hilfe blieb aber nicht gänzlich aus. Nur kam sie eben nicht von US-amerikanischer Seite: Mediziner aus Kuba sind seit dem Unglück „eine tragende Säule im Kampf gegen die Seuche“ in Haiti, heißt es in einem orf.at-Bericht dieser Tage. Mit etwa 1.200 Ärzten und helfenden Kräften stellt das sozialistische Kuba sogar die größte Hilfsgruppe eines Landes. Aber nicht nur das, die Unterstützung aus Havanna war sogar als erste nach dem Erdbeben im Jänner vor Ort. Zudem ist Kuba seit dem Hurrikan George im Jahre 1998 in Haiti permanent mit einer medizinischen Hilfsgruppe im Einsatz.

Inmitten des medialen Aufruhrs rund um das Eintreffen der US-amerikanischen und britischen Truppen, fand die tatkräftige Unterstützung der kubanischen Ärzte kaum Erwähnung in der internationalen Berichterstattung. Doch während die Hilfskräfte der meisten Länder schon wieder nach zwei Monaten verschwunden waren, stieg die zahlenmäßige Stärke der kubanischen Brigaden stetig an. Bis in den Herbst waren 900 Helfer aus Kuba auf 40 Stützpunkten im ganzen Land tätig, nach einem Hilfeaufruf der UNO Anfang Dezember, dass nicht einmal zehn Prozent der mit Dringlichkeit erbetenen 164 Millionen US-Dollar an Hilfsgeldern erreicht werden konnten, schickte Kuba weitere 300 Ärzte. Zwischen 30 und 40 Prozent aller behandelten Erkrankten werden seit dem Ausbruch der Cholera von Kubanern behandelt, berichtete der britische „Independent“.

Dass es Kuba bei dieser Hilfsaktion nicht um Imagepflege geht, erklärte der Koordinater der kubanischen Hilfstruppe, Lorenzo Somarriba, gegenüber Reuters: „Wir kümmern uns nicht um die öffentliche Aufmerksamkeit, wir kümmern uns um die Menschen“. Denn während die Truppen westlicher Staaten nicht ohne Kamerabegleitung und Presseaussendung ans Werk gehen, verzichtet das sozialistische Kuba darauf.

Insgesamt dürften ein Drittel der 75.000 kubanischen Mediziner auf Auslandsmission sein, geschätzte 25.000 Ärzte aus Kuba sind mit medizinischem Personal von 10.000 Menschen in 77 Ländern im Einsatz, so der “Independent” in seinem Bericht weiter. Mit 64 Ärzten pro 10.000 Einwohnern hat die kleine karibische Insel sogar die größte Medizinerdichte weltwelt (Österreich: 38).

Quelle: rebellja.at / RedGlobe

 

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