Donnerstag, 23. März 2017
Solidaritätsanzeige

Kolumbien

Werbung für Patriotischen MarschIn Kolumbien will eine neue Kraft die politische Bühne besetzen. Für dieses Wochenende sind in Bogotá unter der Losung »Patriotischer Marsch für die Zweite Unabhängigkeit« zahlreiche Aktionen, Demonstrationen und Veranstaltungen geplant, zu denen grosse Teile der Linken aufrufen, darunter Parteien, Gewerkschaften und alternative Medien. Mit der Gründung eines »Patriotischen Nationalrats« soll der organisatorische Rahmen geschaffen werden, um zu einer wirklichen Alternative gegenüber der Staatsmacht und den bürgerlichen Parteien des südamerikanischen Landes zu werden.

Kolumbiens Präsident Santos beim GipfeltauftaktObwohl die Mitgliedsstaaten der Bolivarischen Allianz für die Völker Unseres Amerikas (ALBA) auf einen offiziellen Boykott des Amerika-Gipfels wegen des Fehlens Kubas im kolumbianischen Cartagena verzichtet hatten, fand das Treffen der Staats- und Regierungschefs am Samstag abend (Ortszeit) fast ohne deren Staatschefs statt. Von den größeren ALBA-Mitgliedern war lediglich Boliviens Präsident Evo Morales anwesend. Ecuadors Staatschef Rafael Correa hatte seine Teilnahme bereits im Vorfeld abgesagt, um gegen die Ausladung Havannas zu protestieren. Hugo Chávez entschuldigte sich mit Verweis auf ärztlichen Rat und flog am Samstag zur Fortsetzung seiner Strahlentherapie nach Havanna. Am Samstag nachmittag hatte dann überraschend auch Nicaraguas Präsident Daniel Ortega seine Teilnahme ohne offizielle Begründung abgesagt, zugleich jedoch seine Beteiligung an einer Kuba-Solidaritätskundgebung in Managua angekündigt.

Kolumbiens Außenministerin María Ángela HolguínSchon bei den Beratungen der Außenminister des Kontinents beim Amerika-Gipfel im kolumbianischen Cartagena hat sich am Donnerstag (Ortszeit) gezeigt, dass sich die Zeiten geändert haben. Die USA und Kanada stehen isoliert praktisch allen anderen Ländern gegenüber. 32 der 34 teilnehmenden Staaten forderten ein Ende der Ausgrenzung Kubas von den Treffen, nur Washington und Ottawa widersetzten sich dem Ansinnen. Das gleiche Bild zeigte sich bei der Frage der Islas Malvinas (Falklandinseln). Auch hier widersetzten sich nur die beiden nordamerikanischen Regierungen einer Unterstützung der Forderung Argentiniens nach einem Ende des britischen Kolonialismus.

Flugblatt zur Kundgebung am 21. April in BerlinNach 60 Jahren innerer Kämpfe in Kolumbien, die uns mehr als fünf Millionen Vertriebene, die Kriminalisierung des sozialen Protesten, die Überfüllung der Gefängnisse mit mehr als 7.000 politischen Gefangenen und die Unterdrückung von Gewerkschaftern, Studenten, Journalisten und schutzlosen Menschen in den verarmten Gebieten Kolumbiens gebracht haben, rufen wir die Gesamtheit der kolumbianischen Bevölkerung und deren Organisationen, alle Menschen in diesem Lande oder anderswo, die wie wir auch für eine wahre Demokratie, für den Frieden und für die soziale Gerechtigkeit auftreten, auf, mit uns zusammen an der Kundgebung teilzunehmen.

FARC-EPFARC-EPDie Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) haben am Sonntag in einer Erklärung angekündigt, alle noch in ihrer Gewalt befindlichen Gefangenen freizulassen. Bislang war die Rede nur von sechs Personen die Rede gewesen, deren Freilassung die Guerrilla im vergangenen Dezember angekündigt hatte. Zugleich dankte sie in ihrem Kommuniqué der brasilianischen Regierung für deren Unterstützung bei dieser humanitären Aktion. Kolumbiens Staatschef Juan Manuel Santos würdigte über Twitter die Ankündigung der FARC als "wichtigen und notwendigen Schritt", der jedoch noch nicht ausreichend sei.

FARC-EPFARC-EPWir dokumentieren nachstehend die Erklärung der kolumbianischen Guerrillaorganisation FARC-EP über die Nachfolge ihres am 4. November von den Regierungstruppen getöteten obersten Comandante Alfonso Cano. Die Übersetzung erschien zuerst auf dem Internetportal Indymedia und wurde von RedGlobe leicht redigiert.

An die Guerilleros der FARC-EP
An die bolivarischen Milizen

Genossen:

Am 4. November fiel im Kampf der Comandante der FARC-EP Alfonso Cano in den Bergen von Cauca in der Gemeinde Suárez. Seit zwei Jahren verfolgte ihn eine Meute von mehr als 7.000 Männern ausgestattet mit militärischer Technologie und geführt von Flugzeug- und Hubschrauberstaffeln, unter dem Kommando von US-Militärberatern, israelischen Söldnern und dem militärischen Oberkommando.

FARCFARCWir dokumentieren nachstehend in eigener Übersetzung die Erklärung der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) zum Tod ihres obersten Comandante Alfonso Cano, wie sie von der Alternativen Nachrichtenagentur Neues Kolumbien (ANNCOL) verbreitet wurde.

Alfonso CanoAlfonso CanoWie die kolumbianische Regierung triumphierend mitteilt, ist es den Regierungstruppen des südamerikanischen Landes gelungen, den obersten Comandante der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) zu ermorden. Der Guerrillero sei bei einem Bombenangriff auf ein Lager der Organisation in Cauca getötet worden, erklärte Staatschef Juan Manuel Santos. Von Seiten der FARC gibt es bislang keine Bestätigung für diesen erneuten Schlag, mehrere der Guerrilla nahestende Medien kommentieren die Ermordung Canos jedoch bereits und haben offenbar keinen Zweifel daran, dass die Angaben des Regimes korrekt sind.

Protest in StockholmProtest in StockholmDer Journalist Joaquín Pérez Becerra bleibt in Haft. Am gestrigen Donnerstag lehnte die zuständige Richterin einen Antrag der Verteidigung ab, den schwedischen Staatsbürger freizulassen, weil die gegen ihn von der Anklage vorgebrachten Beweise ungültig seien. Diese hatte sich in dem Haftbefehl ausschliesslich auf Dokumente bezogen, die angeblich auf den Computern des am 1. März 2008 ermordeten FARC-Comandante Raúl Reyes gefunden wurden. Diese waren aber im Mai vom Obersten Gerichtshof Kolumbiens für nicht verwertbar erklärt worden. Die Richterin erklärte nun jedoch, es sei noch nicht der Augenblick in diesem Prozess gekommen, die Legalität der Beweise zu prüfen. Zuerst müsse die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift vorlegen.

Real time web analytics, Heat map tracking

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne die Einstellungen Ihres Browsers anzupassen, wird davon ausgegangen, dass Sie alle Cookies dieser Webseite empfangen möchten. Sofern Sie die Cookies dieser Webseite ablehnen oder löschen möchten, können Sie dies in den Einstellungen des Browsers tun. Beachten Sie aber, dass die Bedienbarkeit der Webseite damit eingeschränkt sein kann.