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Kuba

Wie kubanische Medien berichten, haben die Vereinigten Staaten eine chinesische Hilfslieferung mit medizinischem Material zur Bekämpfung des neuartigen Corona-Virus nach Kuba verhindert. Die nordamerikanische Transportfirma sei „in letzter Minute“ von dem Vertrag zurückgetreten, berichtet der kubanische Botschafter in Beijing, Carlos Miguel Pereira. Auf Kuba ist die Anzahl der Infizierten indes auf 233 Personen angestiegen, sechs Personen starben an den Folgen der Covid-19 Erkrankung.

Am 22. März kündigte der chinesische Unternehmer und Gründer der Handelsplattform „Alibaba“ eine Hilfslieferung mit zwei Millionen Atemmasken, 400.000 Reagenzien für die PCR-Diagnose sowie 104.000 Beatmungsgeräten für Lateinamerika und die Karibik an. Davon sollte auch Kuba profitieren. Durch die bestehenden Blockade-Gesetze der Vereinigten Staaten sei die US-Firma, welche mit dem Transport beauftragt wurde, jedoch im Falle Kubas abgesprungen. Kubas Botschafter in China nannte das vorgehen „illegal, ungerecht und willkürlich“. Für Kuba „werden die Dinge immer komplizierter sein“, so Pereira.

Nachdem die Insel bereits im März dem britisch-norwegischen Kreuzfahrtschiff „MS Braemar“ die Evakuierung von Corona-Infizierten ermöglichte, geriet die Insel diese Woche abermals durch eine humanitäre Hilfsaktion in die Schlagzeilen: eine aus Nicaragua kommende Condor-Maschine wurde die Landung in der ostkubanischen Stadt Holguín ermöglicht, nachdem das Flugzeug zuvor von zahlreichen Ländern der Region abgewiesen wurde. Die Maschine, welche deutsche Staatsbürger zurückflog, konnte vor der Atlantiküberquerung in Kuba auftanken.

Die Insel ist seit dem 11. März ebenfalls von der weltweiten Corona-Pandemie betroffen. Vergangenen Dienstag wurde das Land für den Tourismus gesperrt, einreisen dürfen seitdem nur noch kubanische Staatsangehörige, die sich danach für zwei Wochen in Quarantäne begeben dürfen. Schulen und Universitäten wurden geschlossen, die Menschen sind aufgerufen zu Hause zu bleiben und die Wohnung nur noch für dringende Besorgungen und auch dann nur mit Mundschutz zu verlassen. Inzwischen sind 233 Infizierte gemeldet, 2.320 Personen befinden sich in Quarantäne.

Insgesamt verfügt Kuba derzeit über 40.000 Reagenzien für PCR-Tests (dem „Goldstandard“ zur Diagnostik) sowie 100.000 Corona-Schnelltests aus China. Die PCR-Testleistung wurde inzwischen auf 576 Tests pro Tag hochgefahren. Die Zahl der verfügbaren Intensivbetten beträgt 300, wird jedoch derzeit auf über 700 aufgestockt. Am Samstag wurden die ersten lokalen Übertragungsketten auf der Insel bekannt. Bisher könnten alle Fälle nachvollzogen werden, betonten Vertreter des Gesundheitsministeriums. Medizinstudenten, Familienärzte und Vertreter der Massenorganisationen sind angehalten, eventuelle Verdachtsfälle sofort zu melden. Bisher reichen die Kapazitäten des Landes aus, jedoch könnten die Hilfen aus China „sehr hilfreich für das Land werden, wenn sich die Krankheit hier weiter verkompliziert“, so der epidemiologische Leiter des Gesundheitsministeriums, Francisco Durán. Kirchenvertreter aus Kuba und den USA riefen US-Präsident Donald Trump dazu auf, „angesichts der globalen humanitären Krise“ die Blockade der Insel jetzt zu beenden, meldete die Nachrichtenagentur EFE.

Quelle:

Cuba heute

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