Sonntag, 26. März 2017
Solidaritätsanzeige

Bericht von France 24 aus MexikoIn Mexiko sind weitere Studenten »verschwunden«. Nach dem bekannten Fall der 32 Lehramtsstudenten, die seit August vermisst werden, wurde nun nach Recherchen des französischen Fernsehsenders »France 24« ein weiterer Fall bekannt, im selben Ort. Mehr als 30 Schüler einer Oberschule in Cocula seien am 7. Juli, dem letzten Tag vor den Sommerferien, am hellichten Tag entführt worden, so der Sender. Seit diesem Zeitpunkt gibt es kein Lebenszeichen mehr von den Jugendlichen. Wie der lateinamerikanische Sender »TeleSur« berichtete, hat der Gouverneur des betroffenen Bundesstaates Guerrero, Rogelio Ortega, inzwischen die Aussage eines Zeugen im Wesentlichen bestätigt, der die Entführung der Schüler beobachtet hat.

 

Die Entführer drohten den Familienangehörigen offenbar mit der Ermordung der Opfer, wenn sie sich an die Öffentlichkeit wenden würden. Daraufhin schwiegen die eingeschüchterten Eltern gegenüber den Behörden und Medien. Auch deshalb, weil es sich offenbar um einen weiteren Fall der Verwicklung staatlicher Stellen in das organisierte Verbrechen handelt: Die Jugendlichen wurden den Berichten zufolge in amtlichen Polizeifahrzeugen verschleppt, die nicht einmal getarnt worden waren. Die Täter seien maskiert gewesen und hätten marineblaue Uniformen getragen.

Die Angehörigen wurden durch die weltweiten Proteste nach der Entführung von 43 Lehramtsstudenten dazu ermutigt, ihren Fall an die Öffentlichkeit zu bringen. Die Enthüllungen über das neue Verbrechen heizen somit die Lage in Mexiko weiter an. Zehntausende fordern inzwischen, die Verantwortlichen auch im Staatsapparat zur Verantwortung zu ziehen – angefangen bei Präsident Enrique Peña Nieto. Insgesamt wird die Zahl der »Verschwundenen« allein im Bundesstaat Guerrero inzwischen auf rund 200 Menschen geschätzt.

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