Donnerstag, 30. März 2017
Solidaritätsanzeige

Die sandinistische Regierung erfüllt das Vermächtnis von Comandante Carlos Fonseca Amador, Gründer der Frente Sandinista de Liberación Nacional (FSLN). Das stellte Carlos Fonseca Terán, Sohn des Comandante Carlos, bei der Ehrung des Revolutionsführers anlässlich seines 37. Todestages am Mausoleum auf dem Platz der Revolution in Managua fest.

 

Es gibt zwei Themen, über die Carlos Fonseca Amador in den ersten Jahren der Frente Sandinista schrieb: Das Erlernen des verantwortungsvollen Antiimperialismus anhand der eigenen Realität anstatt des nutzlosen Schematismus und die Brüderlichkeit, geboren am Beispiel Jesus Christus. Auf der Basis dieser Überzeugungen entstanden die Vision und die Praxis des Generals Augusto César Sandino.

Wenn die Gegner der FSLN etwas anerkennen müssen, dann ist dies das Denken von Carlos. Er machte aus der Bewegung eine sehr vernünftige revolutionäre Organisation. In den Jahren des Guerillakampfes in Stadt und Land wurden durch sie keine terroristischen Akte verübt, obwohl es das Phänomen der Spaltung gab. Seit Beginn ihres Kampfes kriminalisieren die rechten Medien verbunden mit den Organisationen des Westens die Sandinisten, Agenten des internationalen Terrorismus zu sein.

Die Leitung der FSLN stellte in ihrer Entwicklung nie eine Gefahr für das Leben der unschuldigen Menschen dar. Sie beschäftigte keine Abenteurer und Putschisten, Pseudomarxisten oder irgendwelche Ultralinke, wie bestimmte Schreiberlinge behaupten, welche die historische Führung der FSLN von der Revolution trennen wollen. Unter Revolution verstehen sie, Nicaragua überwundenen Vorstellungen zu unterwerfen. Sie und die Reaktionäre dürfen zur Kenntnis nehmen, dass die FSLN neue Zeiten einleitete: Wohlergehen, Wahrheit und Leben, die Achtung für den Nächsten, für den Bruder und die Schwester. Sie bezeichnen die Solidarität und das Christentum, das Verständnis zwischen Werktätigen und Unternehmern als Sünden. Sie werfen der Jugend vor, ignorant zu sein, weil sie nicht die alten Kader der 80er Jahre vergöttert und ihr das Verbrechen zuschreiben, nicht mit der Waffe in der Hand an der Zerschlagung der Somoza-Diktatur teilgenommen zu haben, was ja schon auf Grund ihres Alters gar nicht möglich war.

Zweifellos offenbaren diese versteckten Kritiken mit sozial-reaktionärem Hintergrund die unheilbare Krankheit des Linksradikalismus, unter denen einige leiden. Sie wollen eine irrationale und unzeitgemäße Konfrontation mit dem Unternehmertum. Sie erwarten aus ihren uralten Schematas heraus, dass die sandinistische Regierung mit dem Internationalen Währungsfonds bricht und sich mit den Vereinigten Staaten anlegt. Sie möchten, dass Präsident Daniel Ortega die Wirtschaft leitet und kontrolliert und letztendlich jegliche Spur von Unternehmertum und Genossenschaftswesen auslöscht. Das alles soll Probe für das revolutionäre Dasein der FSLN dieses Jahrhunderts sein.

Kein politischer und sozialökonomischer Prozess ist frei von Fehlern. Das war die Maxime, als in der Vergangenheit eine Supermacht das Land überfiel. Es ist aber nicht revolutionär, wenn diejenigen die Irrtümer klein schreiben, die im Großen dazu beitrugen, sie aus ihren Machtträumen heraus zu erzeugen und die sich heute in falschem Demokratiegetue baden. Was sie heute bemäkeln, hätten sie ganz leicht tun können, als sie die historische Möglichkeit dazu hatten.

Die Bevölkerung und ihre führende Rolle in der FSLN sind die Aufgaben der Gegenwart. Diejenigen, die einfallslos die ehemalige Losung „Nationalleitung, befiel!“ hochhielten, sind diejenigen, die äußerst aufgeregt sind, wenn von Christentum, Sozialismus und Solidarität gesprochen wird. Dass das Volk Präsident ist, ist ein Fortschritt, um jenen Rückschritt zu berichtigen, dessen schlechte Stunde heute vorbei ist. Einige bedauern immer noch, ihre Positionen und die Bewunderung bis hin zum Kult verloren zu haben.

Gestern wie heute, um mit den Worten Carlos Fonsecas zu sprechen, gibt es seit der FSLN einen verantwortungsvollen Antiimperialismus und keine linken Dummheiten. Die Revolution bedeutet Wandel, nicht Stillstand. Sie bedeutet Anschluss, nicht Ausschluss. Der wahre Feind ist die Armut und alles das, was dazu beiträgt, dass das Land nicht aus der Unterentwicklung herauskommt.
Entgegen dessen, was die feindliche Propaganda einschließlich einiger antisomozistischer Kämpfer gegen den Gründer der FSLN vorbringen, war er kein Dogmatiker. Er vermied das mechanische Kopieren fremder Erfahrungen. Er ließ sich vom Buchstaben des Sandinismus leiten, studierte Schriften, Aufrufe und das Gedankengut des Generals des Freien Menschen, um eine eigene nationale Revolutionslehre zu schaffen. Die Wirklichkeit Nicaraguas war die erste Bedingung seines Werkes neuen Typs.

„Die Flexibilität“, schrieb Carlos im Jahre 1975, „ist die Norm, die uns hilft, eine Reihe von Situationen und Nuancen zu betrachten, welche die schwarz-weiße Alternative überschreiten.“
Schon sehr früh, nämlich 1960, behauptete er: „Der revolutionäre Kampf verlangt, eine außergewöhnliche Flexibilität aufzustellen, um siegreich zu sein. Wir müssen wachsam sein, weil die theoretischen Fortschritte mit unserer konkreten lokalen Praxis zusammenhängen, schon deshalb, weil sie sonst in einen sterilen Dogmatismus verfallen würden. Wir müssen die einfache Übertragung der Erfahrungen anderer Länder vermeiden. Wie immer sind unsere konkrete Situation, unsere konkreten Interessen unersetzlich.“ An die Vereinigten Staaten gewandt, sagte er: „Unsere Organisation hat in ihrer Vergangenheit darauf geachtet, einer physischen Auseinandersetzung mit den nordamerikanischen Streitkräften aus dem Wege zu gehen. Mit Vernunft und Besonnenheit stellten wir die Unterlegenheit unserer Streitkräfte in Rechnung. Das erschwerte größtenteils unseren erfolgreichen Kampf. Das vorsichtige Handeln der Frente Sandinista muss beachtet werden, um aufzuzeigen, dass wir keinen blinden Antiimperialismus, sondern einen verantwortungsbewussten Antiimperialismus praktizieren, als treue Fortsetzer des angemessenen Handelns unser Vorgänger. Es ist kein kriegstreiberischer Eifer gewesen, der die Widerstände gegen die Yankees in den Jahren von 1855 bis 1857, von 1909 bis 1912 und von 1926 bis 1933 bestimmte. Es war die nordamerikanische Unverbesserlichkeit, die unser patriotisches Volk verpflichtete, den bewaffneten Kampf aufzunehmen.“

Im hervorragenden Essay „Nicaragua – Stunde Null” (1969) zeigte Carlos auf, dass seine Führung nicht unterdrückend war, dass sie weder die Hände band noch die Klassiker des wissenschaftlichen Sozialismus auf eine mechanische Lektüre reduzierte. In der Geschichte Nicaraguas kann man beobachten, dass eine solide Fortschrittsbewegung während des Zweiten Weltkrieges ein annehmbares Verhältnis mit den Vereinigten Staaten bestimmte, hervorgerufen durch ehrenwerte Ziele, als die Nation ihren eigenen Bananenführer ertragen musste. Einmal mehr machte der Nachfolger Sandinos klar, dass es keinen Hass per se gegen die Weltmacht des Nordens gab. „Der Yankee-Imperialismus, der traditionelle Feind des nicaraguanischen Volkes, wurde ein Verbündeter der antifaschistischen Weltfront. Das Fehlen einer revolutionären Führung in Nicaragua verhinderte, dass diese Tatsache korrekt wiedergegeben wurde. Somoza nutzte die Situation, um die Herrschaft seiner Kamarilla zu festigen.“

Carlos Fonseca wandte die evangelische Anrede „Bruder” für die gesamte Mitgliedschaft an. Einen wesentlichen Hinweis auf Jesus finden diejenigen, die das Christentum in einer Partei wie die Erfindung in der Todesstunde ablehnen, in einer Proklamation der FSLN von 1969. Dort wird unterstrichen: „Vor zweitausend Jahren gab es einen Erlöser, der sagte, um zu erklären, wer seine Brüder seien, dass seine Brüder diejenigen sind, die den Willen dessen erfüllen, der im Paradiese war, woher die Gerechtigkeit und die Wahrheit kamen. Das sind mein Bruder und meine Schwester, sagte jener Erlöser. Bruder nannte Augusto César Sandino diejenigen, die das Guerillagewehr ergriffen und ihn begleiteten im Widerstand gegen die Yankee-Aggressoren.“

In der selben Proklamation stand die Weisheit geschrieben: „Das sozialistische Bekenntnis und die nationale Emanzipation sind mit der Sandinistischen Volksrevolution verbunden. Wir bekennen uns zum Sozialismus, ohne den kritischen Blick vor den sozialistischen Erfahrungen zu verlieren.“ Carlos definierte für die Geschichte die Koordinaten des echten Sozialismus: „In der Politik ist es unumgänglich Linien zu ziehen, die der konkreten Situation entsprechen, und geschickt die vorteilhafte Seite jedes Faktors zu finden.“

In seinem Hinweis auf das von der Oligarchie beherrschte Nicaragua verwandte José Santos Zelaya den Begriff „falsche Republik”. Carlos Fonseca verwandte ihn auch in seiner Schrift vom November 1975, einer Konzeption, in der er ausführlich die nationale Erfahrung behandelte und nicht „die andauernde Wiederholung der aus dem Ausland stammenden revolutionäreren Losungen ”.

Quelle: El 19 Digital / Übersetzung: Wolfgang Herrmann, Informe Nueva Nicaragua e.V.

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