Sonntag, 23. April 2017
Solidaritätsanzeige

Als einer der wenigen nach Panama gekommen: Spaniens Regierungschef Mariano RajoyLateinamerika hat es nicht mehr nötig, bei den einstigen Kolonialherren um Geschenke zu betteln. Nur rund die Hälfte der 22 Länder, die Mitglied des Iberoamerika-Gipfels sind, haben sich in diesem Jahr auf den Weg nach Panama gemacht. So sind weder Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández noch Brasiliens Staatschefin Dilma Rousseff in Panama-Stadt, Rafael Correa aus Ecuador glänzt ebenso durch Abwesenheit wie Uruguays Präsident José Mujica. Kurzfristig abgesagt haben Boliviens Staatschef Evo Morales und sein Amtskollege aus Guatemala, Otto Pérez.  Chiles Oberhaupt Sebastián Piñera und Venezuelas Präsident Nicolás Maduro sind nicht in Panama, auch Kubas Staatschef Raúl Castro nicht. Erstmals seit dem ersten Gipfeltreffen 1991 fehlt aus Gesundheitsgründen auch der spanische König Juan Carlos.

 

Diesem glaubt man das Bedauern, nicht auf die Reise gehen zu können, während Perus Präsident Ollanta Humala und sein kolumbianischer Amtskollege Juan Manuel Santos sogar ein paralleles Gipfeltreffen der Pazifik-Allianz platzen lassen, das sie eigentlich mit Mexikos Staatschef  Enrique Peña Nieto durchführen wollten.

Diese Pazifik-Allianz ist einer der Gründe für die Abwesenheit der linken Präsidenten, denn dieses Bündnis aus Mexiko, Kolumbien, Peru, Panama und Chile gilt als »Anti-ALBA«, als »Trojanisches Pferd« der USA, um die fortschrittlich orientierte Integration Lateinamerikas auszubremsen. Die USA sehen sich auf dem Kontinent marginalisiert, denn in den neuen Foren spielen sie keine Rolle: in der Lateinamerikanische und Karibische Staatengemeinschaft CELAC sind alle Staaten des Kontinents vertreten, nur die USA und Kanada nicht. Hinzu kommen die Union Südamerikanischer Nationen UNASUR und natürlich die antiimperialistische Bolivarische Allianz für die Völker Unseres Amerikas (ALBA) um Kuba, Venezuela, Bolivien, Nicaragua und Ecuador.

Boliviens Präsident Evo Morales hatte seine Teilnahme erst kurzfristig abgesagt und mit Terminschwierigkeiten begründet. Tatsächlich war er am Freitag schwer beschäftigt und eröffnete die wichtigste Handelsmesse von Chuquisaca, die Fexpo Sucre 2013. So spielt in den lateinamerikanischen Medien spielt der Iberoamerikanische Gipfel keine besondere Rolle, und auch der fromme Wunsch von Juan Carlos, der per Videobotschaft eine »Modernisierung« der Gipfeltreffen vorschlug, wird wohl nichts daran ändern, dass dies das letzte Iberoamerika-Gipfeltreffen gewesen sein könnte.

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