19 | 11 | 2018

Hugo ChávezVenezuelas Präsident Hugo Chávez hat kurzfristig seine Teilnahme an dem derzeit laufenden bilateralen Gipfeltreffen in Kuba abgesagt. Damit kann er auch nicht, wie eigentlich vorgesehen, heute als Hauptredner bei der Festveranstaltung zum Jahrestag des Sturms auf die Moncada-Kaserne am 26. Juli 1953 teilnehmen, die in Santa Clara stattfindet. Bei einer Veranstaltung der von ihm geführten Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) teilte er seine Entscheidung mit Verweis auf die gegenwärtige Krise mit Kolumbien mit: »Nachdem wir eine Reihe von Geheimdiensteinschätzungen ausgewertet haben, die wir auf verschiedenen Wegen erhalten haben, muß ich sagen, dass eine bewaffnete Aggression gegen Venezuela von kolumbianischem Territorium aus derzeit eine größere Wahrscheinlichkeit hat als je zuvor.« Im Falle eines Angriffs auf Venezuela, der vom »Yankee-Imperium« vorangetrieben werde, werde Venezuela die Erdöllieferungen an die USA einstellen, »selbst wenn wir Steine essen müßten«.



Bereits am Sonnabend hatte Chávez erklärt, die Provokationen aus Bogotá dienten dazu, die internationale Gemeinschaft auf ein direktes militärisches Ein­greifen durch die USA vorzubereiten. Deren Ziel sei es, Chávez zu entführen oder zu ermorden und die von ihm geleitete Regierung zu stürzen. Das gehe aus Informationen einer »zuverlässigen Quelle« in den USA hervor, die ihn am Freitag erreicht hätten, so der venezolanische Präsident. Auch die Entsendung von 46 US-Kriegsschiffen mit Hubschraubern, Kampfflugzeugen und 7000 US-Marines nach Costa Rica gehöre zu diesen Vorbereitungen. Das Parlament des zentralamerikanischen Landes hatte am 1. Juli mehrheitlich für eine Dauer von fünf Jahren die Stationierung dieser Truppen genehmigt, die offiziellen Angaben zufolge den Kampf gegen den Drogenhandel unterstützen sollen. Bereits in der vergangenen Woche hatte jedoch schon der Vizepräsident der venezolanischen Gruppe im Lateinamerikanischen Parlament, Carolus Wimmer, die offizielle Version in Frage gestellt: »Es geht nicht um den Drogenhandel terroristischer Banden, sondern darum, die gegen Washington eingestellten Regierungen zu bekämpfen. Die USA brauchen diese Kapazitäten, um einen Krieg in der Region entfesseln zu können.«

Nicaraguas Präsident Daniel Ortega stellte sich am Samstag nicht nur ausdrücklich auf die Seite Venezuelas, sondern drohte zugleich mit einer eigenen militärischen Reaktion auf die »expansionistische Politik« Bogotás. Hintergrund ist ein Streit um ein rund 50000 Quadratkilometer großes Seegebiet in der Karibik, das beide Staaten für sich beanspruchen. Kolumbien hat dort Ölförderkonzessionen ausgeschrieben. Sollte Bogotá diese Konzessionen tatsächlich vergeben, könne die Armee zum Einsatz kommen, warnte Ortega bei einer Zeremonie zum Abschluß einer Übung der Streitkräfte. Der Staatschef erinnerte an zwei Urteile des Internationalen Gerichtshofs von 2007 und 2009, in denen Den Haag Nicaragua die Souveränität über das Gebiet zugesprochen habe. »Wir sind verpflichtet, die Erfüllung dieser Resolution durchzusetzen, auch wenn die kolumbianische Regierung damit begonnen hat zu verkaufen, was ihr nicht gehört.«

 

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