BarbadosVertreter von Regierung und Opposition Venezuelas werden in dieser Woche in Barbados zusammenkommen, um den von Norwegen vermittelten Dialogprozess fortzusetzen. Die Gespräche hatten ursprünglich im Mai in Oslo begonnen. Am Sonntag teilte das norwegische Außenministerium dann in einem knappen Statement die Fortsetzung auf der Karibikinsel an.

Venezuelas Informationsminister Jorge Rodríguez bestätigte die Teilnahme der Regierungsseite über Twitter: »Die Geschichte wird das hartnäckige Bemühen den Dialog anerkennen, den die Bolivarische Regierung, unser ewiger Comandante Hugo Chávez und Präsident Nicolás Maduro an den Tag gelegt haben. Wir hoffen, dass die Anstrengungen um eine Festigung des Friedens und nationale Verständigung Früchte tragen werden.«

Auch Juan Guaidós Büro verkündete über Twitter, dass man an den Gesprächen teilnehmen werde. Viele seiner Anhänger stieß der selbsternannte »Übergangspräsidente« damit vor den Kopf, wie zahllose wütende Kommentare unter dem Tweet zeigen. Wenige Stunden zuvor hatte er nämlich noch über Twitter verkündet, dass Venezuela per Parlamentsbeschluss in den »Interamerikanischen Vertrag über gegenseitigen Beistand« (TIAR) zurückkehren werde, den das Land 2012 verlassen hatte. Der Vertrag sieht vor, dass bei äußerer Bedrohung eines Mitgliedstaates der gemeinsame Verteidigungsfall eintritt. Für die Opposition stellte der TIAS somit eine »legale« Grundlage für eine militärische Intervention der USA und anderer Unterzeichnerstaaten dar.

Quellen: Informationsministerium, Norwegische Regierung, Tweet von Juan Guaidó / RedGlobe