26 | 05 | 2020

Den nachstehenden Beitrag übernehmen wir mit freundlicher Genehmigung von Venezuela-Info.org:

In Venezuela wurde die Übergabe der dreimillionsten Wohnung verkündet, die durch das staatliche Bauprogramm »Gran Misión Vivienda Venezuela« (GMVV) fertiggestellt wurde. Am vergangenen Donnerstag wurde sie vom Präsidenten Nicolás Maduro in der Hafenstadt La Guaira nördlich von Caracas übergeben.

Der damalige Präsident Hugo Chávez hatte 2011 das Ziel ausgegeben, innerhalb von sieben Jahren zwei Millionen neue Wohnungen zu bauen. Im spanischsprachigen Dienst der britischen BBC zeigte man sich damals skeptisch, dass das erreichbar sei. In den Jahren zuvor seien pro Jahr nur rund 25.000 Wohnungen entstanden, insgesamt etwa 300.000 seit 1999. Auch der damalige Chef der venezolanischen Immobilienkammer, Aquiles Martini hielt das angepeilte Ziel im Gespräch für »undurchführbar«. Es werde schon an den fehlenden Rohstoffen scheitern.

Doch schon im ersten Jahr der GMVV entstanden nach offiziellen Angaben mehr als 150.000 Wohnungen, die Marke von einer Million wurde im Dezember 2015 erreicht, im März 2018 waren es zwei Millionen.

»Manche haben gesagt, dass es unmöglich sei, aber ein Traum ist Wirklichkeit geworden«, trumpfte Maduro am Donnerstag in seiner von allen Rundfunk- und Fernsehsendern des Landes übertragenen Rede auf. »Wir feiern das Erreichen eines historischen Erfolges. Trotz der Aggressionen und alle Schwierigkeiten überwindend, haben wir das Ziel erreicht, das uns der Comandante Chávez hinterlassen hat, drei Millionen Familien mit ihrer eigenen Wohnung glücklich zu machen.« Und der Staatschef gab gleich das nächste Ziel aus: Bis 2025 sollen weitere zwei Millionen Wohnungen entstehen. Das erscheint inzwischen realistisch, denn trotz aller wirtschaftlichen Probleme, die unter anderem durch die Blockadepolitik der USA verschärft werden, konnten zuletzt jedes Jahr mehr als eine halbe Million neue Wohnungen den Bewohnern übergeben werden. Diese Marke will Maduro auch im kommenden Jahr erreichen.

Tatsächlich sind in Großstädten wie Caracas die markanten Hochhäuser der »Misión Vivienda« kaum zu übersehen, und außerhalb der Metropolen entstanden völlig neue Ortschaften und Viertel. Die Wohnungen werden den Bewohnern praktisch kostenfrei zur Verfügung gestellt, allerdings ist ihnen zumindest formell der Verkauf der Appartements untersagt. Im vergangenen Mai konnte Wohnungsbauminister Ildemaro Villarroel stolz eine Auszeichnung der Vereinten Nationen präsentieren, die Venezuela als führend bei der Garantie von Wohnraum für seine Bürger gewürdigt hatte.

Der Bauboom schafft aber auch neue Probleme. Einwohner der ohnehin überfüllten Millionenstädte beklagen, dass auch die letzten freien Plätze zugebaut worden seien. Zudem ist die anfällige Infrastruktur mit der schnellen Zunahme der Einwohnerzahl in den verschiedenen Stadtteilen überfordert, so dass es zu Problemen bei der Trinkwasser- und Stromversorgung kommt. Dem sollen andere Regierungsprogramme entgegenwirken, etwa die mit der Instandsetzung älterer Häuser betraute »Misión Barrio Tricolor«, in deren Rahmen mehr als 1,4 Millionen Gebäude renoviert und saniert wurden.

Quelle:

Netzwerk der Venezuela-Solidarität

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