Uhrzeit in Venezuela

Twitter-Nachricht des Außenministeriums in CaracasÜberraschender Besuch in Caracas: Venezuelas Außenministerin Delcy Rodríguez empfing am Mittwoch (Ortszeit) einen hochrangigen Vertreter des State Department aus Washington. Thomas Shannon, der »Counselor« des nordamerikanischen Außenministeriums ist, hatte ohne Vorankündigung Caracas besucht. Offenbar versuchte der Spitzendiplomat, im Vorfeld des am Freitag und Sonnabend in Panama stattfindenden Amerika-Gipfels, die Beziehungen zu Caracas zu entspannen. Im vergangenen Monat hatten die USA Venezuela per »Executive Order« zu einer »außerordentlichen und ungewöhnlichen Bedrohung für die nationale Sicherheit und die Außenpolitik der Vereinigten Staaten« erklärt. In ganz Lateinamerika hatte das für Empörung gesorgt.

Inzwischen rudern die Offiziellen in Washington zurück. Am Dienstag (Ortszeit) erklärte etwa der nationale Sicherheitsberater von Präsident Barack Obama, Ben Rhodes, Venezuela sei keine Bedrohung für die Vereinigten Staaten. Man habe bei der Ausformulierung des Dekrets auf eine Vorlage zurückgegriffen, räumte er ein. In Berlin kommentierte die Tageszeitung »junge Welt« dieses Cut-and-Paste der US-Administration: »So einfach funktioniert also das Weiße Haus. Man nehme eine alte Word-Datei, tausche per ›Suchen und Ersetzen‹ einfach mal den Ländernamen aus und mache so kurzerhand aus dem Iran Venezuela – und vielleicht demnächst aus Venezuela Andorra.«

Das venezolanische Außenministerium teilte auf seiner Homepage mit, Shannon habe »eine Botschaft seiner Regierung« überbracht. Deren Inhalt wurde nicht mitgeteilt. Außenministerin Rodríguez bekräftigte gegenüber dem Gast noch einmal die Forderung, das am 9. März von Obama unterzeichnete Dekret gegen ihr Land aufzuheben.

Für dieses Ziel wurden international inzwischen fast 9,9 Millionen Unterschriften gesammelt. Das teilte der Vizechef der venezolanischen Regierungspartei PSUV, Jorge Rodríguez, am Mittwochabend mit. Bei Beginn der Sammlung hatte Präsident Nicolás Maduro die Marke von zehn Millionen als Ziel ausgegeben. Allein drei Millionen Unterschriften kamen aus Kuba, teilte das venezolanische Außenministerium mit.

Quelle: MPPRE / RedGlobe

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