25 | 05 | 2019

87-S-08-Interv.jpgVenezuela: Opposition mißbraucht Andenken des linken Sängers Alí Primera. Unter Chávez Kulturangebot vervielfacht. Ein Gespräch mit Daniel Viglietti
Daniel Viglietti, geboren 1939 in Monte­video, ist einer der ­berühmtesten Protestsänger Uruguays und Lateinamerikas

Sie haben am Freitag in Caracas Ihr neues Lied »Bolivariano« vorgestellt. Was hat Sie dazu bewogen, Venezuela ihren neuen Titel zu widmen?

Ich habe Venezuela 1974 kennengelernt, damals noch als konservative Klassengesellschaft mit erschreckenden Unterschieden zwischen Armen und Reichen. In den folgenden Jahren habe ich das Land immer wieder besucht und dabei erlebt, wie sich unter der Regierung von Hugo Chávez eine andere Lebenskonzeption durchgesetzt hat.

Jorge Rodríguez »Die Neuigkeit ist, daß es praktisch keine Neuigkeiten gibt«, konnte die Präsidentin des Nationalen Wahlrates (CNE) um wenige Minuten nach 11 Uhr Ortszeit bei ihrer ersten Pressekonferenz am Wahltag den versammelten Journalisten mitteilen. Es habe lediglich vier Fälle gegeben, in denen Personen den Stimmzettel aufgegessen hätten, statt ihn in die Urne zu werfen. Außerdem habe es einige wenige Anzeigen gegeben, weil Wähler ihre Stimme nicht alleine, sondern in Begleitung abgegeben hätten.
Ernsthafte Zwischenfälle habe es keine gegeben, bestätigte auch das Oberkommando der Streitkräfte kurz zuvor in einer Pressemitteilung. An den Außengrenzen Venezuelas, speziell an der zu Kolumbien, herrsche ebenfalls Ruhe. Die Grenzübergänge zu Lande sind am heutigen Wahltag geschlossen worden. Allerdings haben die Streitkräfte offenbar besondere Vorsic

Wartende Wähler im Liceo Andrés Bello Bislang ohne nennswerte Zwischenfälle haben in Venezuela die Präsidentschaftswahlen begonnen. Seit 6 Uhr morgens Ortszeit sind die Wahllokale geöffnet, vor vielen hatten sich schon zuvor lange Schlangen von Menschen gebildet, die auf die Gelegenheit zur Stimmabgabe warteten.

Begonnen hatte der Wahltag für viele bereits drei Stunden zuvor, entweder weil sie an den Autokorsos zum Auftakt teilgenommen hatten oder weil sie von diesen geweckt wurden. Auch an unserer Unterkunft in Caracas zogen zwischen 4 und 5 Uhr mehrfach Gruppen von Autos, Motorrädern und Menschen vorbei, die aus Lautsprechern Fanfaren und die Stimme von Hugo Chávez abspielten: »Auch du bist Chávez, Frau Venezuelas! Auch du bist Chávez, Kind Venezuelas!« An vielen Orten feuerten die Chavistas auch Feuerwerk ab.

Favorit: Nicolás Maduro In Venezuela haben die Präsidentschaftswahlen begonnen. Um 6 Uhr morgens (Ortszeit) öffneten die Wahllokale. Die Venezolaner entscheiden heute zwischen dem Kandidaten der Revolution, Nicolás Maduro, und dem Vertreter der Opposition, Henrique Capriles Radonski.

Ab 3 Uhr nachts waren Gruppen von Anhängern Maduros in ganz Caracas unterwegs, um mit Feuerwerk, Sirenen und Musik die Menschen zu wecken und zur Wahl aufzurufen. Diese »Toque de diana« ist seit dem Amtsenthebungsreferendum 2004 Tradition der Chavistas geworden. Damals hatten die Anhänger von Hugo Chávez aufgerufen, sehr früh am Morgen zu wählen, um Manipulationen und Provokationen der Opposition den Boden zu entziehen.

Tibisay Lucena Am Vorabend der Wahlen in Venezuela haben die Behörden die Menschen aufgerufen, sich nicht provozieren zu lassen und am Sonntag diszipliniert und fröhlich ein Fest der Demokratie zu feiern. In einer über alle Rundfunk- und Fernsehsender des Landes ausgestrahlten Ansprache würdigte die Präsidentin des Nationalen Wahlrates (CNE), Tibisay Lucena, die Unterstützung durch 157.276 Wahlhelfer, 88.928 Techniker und Informatiker sowie durch 170 internationale Wahlbegleiter und die Einheiten der Nationalen Bolivarischen Streitkräfte.

100 neue Sender für Venezuela (Tageszeitung junge Welt) Ausgelassen haben Hunderte Menschen am Freitag abend (Ortszeit) den Start des ersten Digitalsenders Venezuelas gefeiert. Um 21 Uhr hatten der geschäftsführende Staatspräsident Nicolás Maduro und sein Stellvertreter Jorge Arreaza auf der Plaza de los Museos im Zentrum der Hauptstadt Caracas den offiziellen Startschuß für ConCiencia TV gegeben.

Der Name des neuen Kanals, der zunächst im Probebetrieb sendet, ist ein Wortspiel. Zum einen läßt er sich als »Con Ciencia« – »Mit Wissenschaft« – lesen, zum anderen bedeutet »Conciencia« allerdings auch »Bewußtsein«.

Klassenkampf um Klopapier (Tageszeitung junge Welt) Ein Hauptthema des Wahlkampfes von Oppositionskandidat Henrique Capriles Radonski war die angebliche Warenknappheit in den Geschäften Venezuelas. Er schlug den ihm nahestehenden Künstlern bei einer Kundgebung sogar vor, ein neues Lied zu verfassen: »No hay« – »Ham wa nich’«, »Gibt’s ned«

Aktuell gilt Klopapier als extrem knappes Gut, vor wenigen Tagen waren es noch weißer Zucker und Maismehl.

Kurz nach Beendigung der Großkundgebung zum Wahlkampfabschluß am Donnerstag wurde im Stadtviertel La Campiña in Caracas ein junger Arbeiter des staatlichen Erdölkonzerns PDVSA von bislang unbekannten Tätern ermordet. Die Motive der Mörder sind noch unklar, ein politischer Hintergrund wird jedoch angenommen.

07blog.jpg Wahlkampfabschluß in Venezuela: Präsidentschaftskandidat der Linken informiert über Festnahme von Paramilitärs und ruft zu Wachsamkeit auf.
Vor mehreren Millionen Teilnehmern einer Großkundgebung zum Wahlkampfabschluß im Zentrum der venezolanischen Hauptstadt Caracas hat der geschäftsführende Präsident des Landes, Nicolás Maduro, am Donnerstag über die Verhaftung mehrerer Paramilitärs informiert. Diese Terroristen seien aus Kolumbien in Venezuela eingesickert und mit Uniformen der venezolanischen Streitkräfte und Waffen ausgerüstet worden. Ihre Aufgabe sei es gewesen, mit Anschlägen die Lage im Land zu destabilisieren, so Maduro. Nähere Details sollten bei einer Pressekonferenz am Freitag bekanntgegeben werden.

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