21 | 11 | 2018

Man könnte der Meinung sein, dass die Welt nach dem Amerika-Gipfel, nur 13 Tage nach dem der G-20 und nach der anstrengenden Rundreise von Präsident Obama, die Frankreich, Deutschland, Prag und die Türkei umfasste, Recht auf ein paar Ruhetage hätte.

Aber dem ist nicht so. Der Schatzminister der Vereinigten Staaten, Timothy Geithner, hat für Donnerstag, 24. April, eine Zusammenkunft mit den Finanzministern der G-7 einberufen, der superreichen, auf welche unmittelbar, am selben Tag, die Ministersitzung der G-20 folgt.

Ich habe heute ganz offen über die gegen die Völker von Lateinamerika begangenen Gräueltaten gesprochen. Die karibischen Nationen waren noch nicht einmal unabhängig, als die Kubanische Revolution siegte. Genau am 19. April, dem Abschlusstag des Amerika-Gipfels, werden 48 Jahre seit dem Sieg Kubas in Girón (Schweinebucht) vergangen sein. Ich war vorsichtig mit der OAS und habe kein einziges Wort gesagt, das als eine Beleidigung dieser antiquierten Einrichtung ausgelegt werden könnte, obwohl allen bekannt ist, was für einen großen Widerwillen sie bei uns hervorruft.

Vor 48 Jahren haben Söldnertruppen im Dienste einer ausländischen Macht ihr eigenes Vaterland überfallen, wobei sie von dem Geschwader der Vereinigten Staaten, einschließlich eines Flugzeugträgers und mehreren Dutzend Jagdflugzeugen, eskortiert wurden. Dieses Datum darf nicht vergessen werden. Die große Macht des Nordens kann das selbe Rezept gegen irgendein anderes lateinamerikanisches Land anwenden. Das ist im Verlaufe der Geschichte in unserer Hemisphäre schon oftmals geschehen. Gibt es etwa irgendeine Erklärung, in der sie sich verpflichtet, dass sich solch eine direkte oder auch über die Armeen verübte Aktion niemals mehr wiederholen wird, wie es in der Dominikanischen Republik, in Panama, Guatemala, Chile, Argentinien, Venezuela und anderen Ländern geschah?

Die US-Regierung hat über CNN angekündigt, dass Obama in dieser Woche zu Beginn seiner Reise Mexiko einen Besuch abstatten wird, bevor er in Richtung Port of Spain in Trinidad und Tobago weiterreist, wo er in vier Tagen ankommen wird, um am Amerika-Gipfel teilzunehmen. Sie kündigte die Auflockerung einiger der verhassten Beschränkungen an, die von Bush den in den Vereinigten Staaten ansässigen Kubanern bezüglich der Besuchsmöglichkeiten ihrer Familienangehörigen in Kuba auferlegt wurden. Als nachgefragt wurde, ob solche Vergünstigungen auch anderen US-Bürgern zugute kämen, war die Antwort, dass diese keine Genehmigung hätten.

Evo begann heute seinen vierten Tag eines rigorosen Hungerstreiks. Er sprach gestern Abend und gab heute Mittag Erklärungen ab. Seine Worte waren gelassen, überzeugend und schlagkräftig. Er bot ein »biometrisches Wählerverzeichnis« an, welches noch besser sein soll als das bis jetzt für die Wahlprozesse in seinem Land geltende, das von internationalen Einrichtungen als zuverlässig und von guter Qualität bezeichnet wurde.

Mehrmals habe ich  daran gedacht, dass ich am nächsten Tag  nicht zu schreiben hätte und ich  einen Teil meiner Zeit  dem Lesen und Analysieren widmen  könnte, wie ich es oft getan habe.  Aber die wichtigen Ereignisse, die in den letzten Wochen  auf dem Gebiet der  Weltwirtschaft  und –politik stattgefunden haben und solche Ereignisse wie jene, die in Bolivien stattfinden, haben es mir nicht erlaubt.

Heute morgen, am Donnerstag, den 9. April, sind über einen bolivianischen Fernsehkanal frische Nachrichten über Bolivien eingetroffen, die die Spannungen im Land widerspiegeln.

Alles lief gut. Wichtige Veränderungen sind im Gange. Das Ansehen von Evo nimmt in Bolivien und weltweit zu. Er bekommt eine immer größere Unterstützung durch die Bevölkerung, und das, obwohl der Oligarchie  fast alle Medien unterstehen. Eine beispielhafte Alphabetisierungskampagne hat den Analphabetismus in Rekordzeit beseitigt; die medizinische Betreuung kommt jetzt der gesamten Bevölkerung zugute; wichtige historische Bedürfnisse des bolivianischen Volkes  werden sowohl mit traditionellen als auch mit neuen Methoden berücksichtigt. Die Wirtschaft und die Währungsreserven verzeichnen Wachstum. Das treibt die Oligarchie, die im Parlament die für Ende des Jahres vorgesehenen Wahlen blockiert, in den Wahnsinn.

Nach dem Gipfel der G-20, welcher die Aufmerksamkeit der Welt erregte, kamen über die Nachrichtenagenturen weiterhin Pressemeldungen über die fieberhafte Tätigkeit desjenigen an, der der Star von London war: der neue Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama, der sich in der Phase seiner ersten 100 Tage Amtszeit befindet, wobei er aufmerksam von allen denen beobachtet wird, welche die internationale Politik aus der Nähe verfolgen.

Während in London der Gipfel der G-20 begonnen und am 2. April abgeschlossen wurde, schrieb Karen DeYoung, die bekannte Journalistin der Washington Post, in diesem einflussreichen Presseorgan: »Senator Richard G. Lugar hat Präsident Obama eindringlich gebeten, einen Sonderbeauftragten zu benennen, um direkte Gespräche mit der kommunistischen Regierung der Insel zu beginnen.«

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