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Kategorie: Venezuela

200 Jahre UnabhängigkeitVenezuela begeht heute mit zahlreichen Aktivitäten den 200. Jahrestag des Beginns seines Unabhängigkeitskampfes. Auf dem Programm stehen unter anderem eine Militärparade, eine Festsitzung der Nationalversammlung sowie ein Gipfeltreffen der Bolivarischen Allianz für die Völker Unseres Amerikas (ALBA).



Alles begann am Gründonnerstag des Jahres 1810 in Caracas, einem 19. April. Im Cabildo von Caracas versammelten sich Angehörige der Aristokratie und Bourgeoisie, um dem Generalkapitän von Venezuela - dem Vertreter des spanischen Königs - Vicente de Emparan y Orbe, die Treue aufzukündigen. Der 63jährige frühere Gouverneur der Provinz Cumaná war 1808 von den französischen Eroberern der Iberischen Halbinsel als Regent der Kolonie Venezuela eingesetzt worden, nachdem Napoleon Bonaparte seinen Bruder Joseph als König von Spa­nien ausgerufen hatte. Damit galt er in Venezuela als Marionette der Franzosen und stieß auf die Ablehnung der reichen Oligarchie von Caracas. Diese war ohnehin mit den Verhältnissen unzufrieden, denn die restriktiven Handelsbestimmungen der Kolonialmacht verhinderten wirtschaftliches Wachstum, der Staat sicherte sich Monopole und erhöhte die Steuern. Als Emparan von der Rebellion hörte, befragte er die auf der Plaza Mayor im Zentrum von Caracas – der heutigen Plaza Bolívar – versammelten Menschen, ob er deren Unterstützung habe. Diese antwortete mit einem vielfachen »Nein«, woraufhin Emparan seinen Rücktritt erklärte: »Dann will ich auch nicht mehr«. Kurz darauf kehrte er nach Spanien zurück. Die Verschwörer bildeten eine Regierungsjunta im Namen von Ferdinand VII. Auch wenn sich die Bewegung schnell auf Cumaná, Barinas, Barcelona, Trujillo, Mérida und die Insel Margarita ausbreitete und nur die Provinzen Maracaibo, Coro und Guayana der spanischen Kolonialmacht treu blieben, hätte dieses Ereignis eine Episode bleiben können. Doch es stellte den Auftakt des Kampfes um die vollständige Unabhängigkeit Venezuelas dar, der zunehmend an Dynamik gewann und am 5. Juli 1811 zur offiziellen Unabhängigkeitserklärung sowie nach jahrelangem Krieg im Juni 1821 zur endgültigen Vertreibung der Spanier führte.

Die Feierlichkeiten beginnen um 5.30 Uhr morgens (Ortszeit) mit einem großen Feuerwerk. Für 10.30 Uhr ist dann die Militärparade geplant. Daran werden sich auch Delegationen der Streitkräfte aus Belarus, Libyen, Algerien, Argentinien, Bolivien, Ecuador, Kuba, Nicaragua und anderen Ländern beteiligen. Erwartet wird nicht weniger als die größte Parade in der Geschichte Venezuelas.

Am Nachmittag wird Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández die Festrede vor dem venezolanischen Parlament halten. Weitere Ehrengäste dieser Sondersitzung der Nationalversammlung sind Boliviens Präsident Evo Morales, der kubanische Staatschef Raúl Castro, der dominikanische Präsident Leonel Fernández und Nicaraguas Präsident Daniel Ortega. Auch die Ministerpräsidenten von Antigua und Barbuda, Wiston Baldwin Spencer, sowie von Dominica, Roosevelt Skerryt, sind bereits in Caracas eingetroffen und werden am Gipfeltreffen der ALBA-Staaten teilnehmen. Erwartet wird noch Ecuadors Präsident Rafael Correa, der am Montagvormittag landen soll.

Raúl Castro hob bei seiner Ankunft in Caracas hervor, dass heute nicht nur die Unabhängigkeit Venezuelas gefeiert wird, sondern auch ein weiterer wichtiger Jahrestag: der Sieg der Kubanischen Revolution über die US-Invasion in der Schweinebucht 1961 - die erste große Niederlage des US-Imperialismus in Lateinamerika.

Die venezolanische Botschaft in Berlin begeht den Jahrestag mit einer Veranstaltung:

Achtung! Eine für den heutigen Montag geplante Konzertveranstaltung in Berlin musste abgesagt werden, offenbar weil die Musikgruppe aufgrund der Behinderungen im Flugverkehr nicht rechtzeitig den Veranstaltungsort erreichen kann. Das teilte die venezolanische Botschaft soeben mit.

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