Uhrzeit in Venezuela

United States of AmericaUS-Präsident Donald Trump hat am Freitag (Ortszeit) gegenüber Pressevertretern eine »militärische Option« gegen Venezuela nicht ausgeschlossen. Nach einem Treffen mit Außenminister Rex Tillerson, Sicherheitsberater H.R. McMaster und der US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, sagte er: »Wir haben viele Möglichkeiten hinsichtlich Venezuelas, einschließlich einer möglichen militärischen Option, wenn es nötig ist.« In seinem Golfclub Bedminster in New Jersey, von wo er auch schon Kriegsdrohungen gegen Nordkorea ausgestoßen hatte, legte er gegenüber Journalisten nach: »Wir haben Truppen überall auf der Welt, an sehr weit entfernten Orten. Venezuela ist nicht sehr weit weg.«

Bolivarische Republik VenezuelaWir dokumentieren nachstehend die Stellungnahme des venezolanischen Außenministeriums zu den jüngsten Sanktionen der USA gegen Repräsentanten Venezuelas. Die Übersetzung besorgte die venezolanische Botschaft in Berlin.

Die Regierung der Bolivarischen Republik Venezuela lehnt den jüngsten Angriff der US-amerikanischen Regierung gegen die venezolanische Demokratie mittels unilateraler, unrechtmäßiger und gegen das Völkerrecht verstoßende Sanktionen ab. Diese sind gegen acht Staatsbürger gerichtet, die damit aufgrund ihrer Teilnahme an einem demokratischen, verfassungsmäßigen und aus dem Willen des souveränen Volkes von Venezuela heraus entstandenen Prozess kriminalisiert werden sollen.

alba tcpWir dokumentieren nachstehend die Erklärung der Außenminister der Mitgliedsstaaten der Bolivarischen Allianz für die Völker Unseres Amerikas – Handelsvertrag der Völker (ALBA-TCP) anlässlich des 6. Außerordentlichen Treffens des Politischen Rats der ALBA-TCP in Caracas am 8. August 2017. Die Übersetzung besorgte die venezolanische Botschaft in Berlin.

Wir zollen dem venezolanischen Volk Anerkennung und beglückwünschen es für die demokratische Wahl am 30. Juli 2017. Wir sind uns bewusst, dass die Durchführung dieser Wahlen und die Stimmabgabe eine authentische souveräne Handlung war und dass es nur den Venezolanern zusteht, eine Lösung für ihre Schwierigkeiten zu finden – ohne Einmischung, Bedrohung oder einmischenden Bedingungen.

Screenshot: unidadvenezuela.orgScreenshot: unidadvenezuela.orgUnbekanne Täter haben die Homepage des venezolanischen Oppositionsbündnisses MUD (Tisch der Demokratischen Einheit) gehackt und für die Rechten ungewöhnliche Inhalte hinterlassen. Zu sehen ist nun ein Bild von US-Präsident Donald Trump mit der ihm in den Mund gelegten Aussage »I want you to kill your brothers and sisters« (Ich will dich um deine Brüder und Schwestern zu töten). Außerdem ist ein Youtube-Video eingebunden, in dem eine Rede des französischen Linkspolitikers Jean-Luc Mélenchon im EU-Parlament zu sehen ist, in der er sich gegen die Einmischung in die inneren Angelegenheiten Venezuelas ausspricht.

venezuela escudoWir dokumentieren nachstehend eine Erklärung des venezolanischen Außenministeriums zur Suspendierung der Mitgliedschaft Venezuelas aus dem MERCOSUR. Die Übersetzung besorgte die Botschaft Venezuelas in Berlin.

Die Bolivarische Republik Venezuela protestiert und lehnt die in São Paulo, Brasilien, am 05. August 2017 veröffentliche und von den Außenministern Argentiniens, Brasiliens, Paraguays und Uruguays unterzeichnete Erklärung entschieden ab. Mit dieser soll das Protokoll von Ushuaia über die Demokratieverpflichtung im MERCOSUR rechtswidrig angewendet werden.

Bolivarische Republik VenezuelaWir dokumentieren nachstehend in eigener Übersetzung eine Erklärung des venezolanischen Außenministeriums:

Das Ministerium der Volksmacht für Auswärtige Beziehungen der Bolivarischen Republik Venezuela weist die neuen Erklärungen der Sprecherin der Hohen Repräsentantin und Vizepräsidentin der Europäischen Union, Federica Mogherini, zurück, die diese am 7. August im Namen der Mitgliedsstaaten der EU geäußert hat und die einmal mehr die eindeutige Parteilichkeit dieses Organismus zugunsten einer Minderheit der venezolanischen politischen Opposition ausdrückt sowie die vollkommene Unkenntnis der Haltung der großen Mehrheit deutlich macht, die weiter in friedlicher und demokratischer Weise über das Schicksal unseres Landes entscheidet.

Ministerium der Volksmacht für die VerteidigungIn der venezolanischen Stadt Valencia ist es am Sonntag zu einem militärischen Angriff auf einen Stützpunkt der Bolivarischen Nationalen Streitkräfte (FANB) gekommen. Die Attacke, an der offenbar auch Zivilisten beteiligt waren, die zur Täuschung Militäruniformen getragen hatten, wurde zurückgeschlagen. Die Angreifer kamen nach Aussagen der Streitkräfte nicht weiter als bis in den Eingangsbereich der Kaserne. Wir dokumentieren nachstehend in eigener Übersetzung die Erklärung des Oberkommandos der venezolanischen Streitkräfte vom heutigen Sonntag.

Die Bolivarischen Nationalen Streitkräfte informieren das venezolanische Volk und die ganze Welt, dass sich am Morgen des heutigen Sonntag, 6. August 2017, ein terroristischer Angriff paramilitärischen Typs gegen die 41. Panzerbrigade des Bolivarischen Heeres in Valencia, Bundesstaat Carabobo, ereignet hat.

Delcy Rodríguez nimmt Aristóbulo Istúriz den Amtseid ab. Foto: Correo del OrinocoDelcy Rodríguez nimmt Aristóbulo Istúriz den Amtseid ab. Foto: Correo del OrinocoMit der symbolischen Rückkehr der Bilder von Simón Bolívar und Hugo Chávez in den Parlamentspalast von Caracas hat sich am Freitag die verfassunggebende Versammlung Venezuelas konstituiert. Begleitet von hunderten Anhängern waren die Porträts der beiden Nationalhelden von der Plaza Bolívar im historischen Zentrum der Hauptstadt zurück zum Palast der Legislative getragen worden. Dort waren sie Anfang 2016 auf Anordnung von Parlamentspräsident Henry Ramos Allup entfernt worden, nachdem die Rechtsparteien bei der Parlamentswahl 2015 die Mehrheit in der Nationalversammlung gewonnen hatten. In der Umgebung des Gebäudes feierten nun tausende Menschen den Auftakt zur Constituyente, die am vergangenen Sonntag gewählt worden war.

Jorge Arreaza soll neuer Außenminister der Bolivarischen Republik Venezuela werden. Das kündigte Präsident Nicolás Maduro am Mittwoch (Ortszeit) in Caracas an. Er löst Samuel Moncada ab, der auf seinen früheren Posten als Botschafter Venezuelas bei der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) zurückkehren soll.

Tibisay Lucena. Screenshot: VTVTibisay Lucena. Screenshot: VTVDie Präsidentin des Nationalen Wahlrats (CNE) Venezuelas, Tibisay Lucena, hat Vorwürfe zurückgewiesen, die offiziell angegebene Wahlbeteiligung sei manipuliert worden. Der Chef des die in Venezuela eingesetzten Wahlmaschinenen bereitstellenden Unternehmens Smartmatic, Antonio Mugica, hatte öffentlich erklärt, die reale Teilnehmerzahl liege um rund eine Million niedriger, als die von Lucena in der Nacht zum Montag verkündeten gut acht Millionen.

GranmaNicolás Maduro setzte alles auf eine Karte. «Auch wenn es regnet, donnert oder blitzt, wird es eine Verfassungsgebende Versammlung geben», hatte der venezolanische Präsident gesagt. Und so war es.

Der 30. Juli 2017 wurde zu einem historischen Datum nicht nur für die bolivarische Revolution, die vor weniger als zwei Jahrzehnten siegte, sondern auch für die Nation, die auf über 200 Jahre der Kämpfe um ihre Unabhängigkeit und Befreiung zurücksieht.

Oberster GerichtshofWir dokumentieren nachstehend eine Erklärung des Obersten Gerichtshofs (TSJ) Venezuelas zur Aufhebung des Hausarrests für Leopoldo López und Antonio Ledezma. Die beiden verurteilten Oppositionellen wurden am Dienstag von Beamten der SEBIN aus ihren Wohnungen abgeführt.

Am gestrigen Tag, dem 31. Juli, haben das 5. Ausführungs- und das 6. Kontrollgericht der Metropolregion Caracas die von ihnen jeweils zugunsten der Bürger Leopoldo López und Antonio Ledezma erlassenen Maßnahmen aufgehoben, nachdem die Nichteinhaltung der erteilten Auflagen bestätigt wurde, unter denen ihnen der Hausarrest gewährt worden war.

Für die Bundesregierung offenbar legitim: Anschlag am Sonntag in Caracas. Screenshot: YoutubeFür die Bundesregierung offenbar legitim: Anschlag am Sonntag in Caracas. Screenshot: YoutubeZum zweiten Mal innerhalb von etwas mehr als drei Monaten hat sich das Auswärtige Amt mit einer Stellungnahme zur Lage in Venezuela zu Wort gemeldet. Wie schon im April verurteilt die Bundesregierung »den unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt seitens der Sicherheitskräfte« – ein Wort der Kritik am Terrorismus der rechten Regierungsgegner findet sich in dem Statement nicht. So war am Sonntag ein Sprengstoffanschlag auf einen Motorradkonvoi der venezolanischen Polizei verübt worden, die Bilder davon gingen um die Welt – Berlin interessiert das nicht. Wie hätte man im Ministerium von Sigmar Gabriel wohl reagiert, wenn Venezuela in einer solchen Weise auf die Übergriffe der Polizei gegen friedliche Demonstranten während des G20-Gipfels in Hamburg reagiert hätte?

Solidarität mit der PCVDie Deutsche Kommunistische Partei (DKP) hat auf einer außerordentlichen Parteivorstandstagung am 30. Juli 2017 den nachstehenden Aufruf zur Solidarität mit der KP Venezuelas (PCV) beschlossen:

Der Klassenkampf in Venezuela nimmt an Schärfe zu. Eine nachhaltige Absicherung der Erfolge der Bolivarianischen Revolution ist noch nicht gelungen; die Kräfte der Reaktion zeigen in diesen Monaten offen ihr Gesicht, das auch Züge von Faschismus erkennen lässt.

netzwerk cubaIn einem Brief an die venezolanische Regierung beglückwünschte der Vorstand des NETZWERK CUBA die staatlichen Behörden und zivilgesellschaftlichen Organisationen zur erfolgreichen Durchführung der Wahl des Verfassungskonvents. Dass dies trotz der massiven und gewalttätigen Störungen der sogenannten Opposition geschafft werden konnte, sei ein historischer Erfolg und zeige, dass die Kräfte der Vernunft und des Friedens in Venezuela weiterhin die Mehrheit hätten.

Tibisay Lucena. Screenshot: YoutubeTibisay Lucena. Screenshot: YoutubeAn der Wahl zur verfassunggebenden Versammlung haben am Sonntag in Venezuela 8.089.320 Menschen teilgenommen. Das entspricht einer Beteiligung von 41,53 Prozent der Wahlberechtigten. Diese Zahlen nannte die Präsidentin des Nationalen Wahlrats (CNE), Tibisay Lucena, in der Nacht zum Montag. In die Constituyente gewählt wurden unter anderem der Vizechef der Regierungspartei PSUV, Diosdado Cabello, die frühere Außenministerin Delcy Rodríguez, die Ehefrau von Präsident Maduro, Cilia Flores, und andere, die über die Territoriallisten gewählt wurden.

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