Uhrzeit in Venezuela

Präsident Hugo Chávez. Foto: AVNVenezuelas Präsident Hugo Chávez hat sich in der vergangenen Nacht in einer über alle Fernsehsender des südamerikanischen Landes ausgestrahlten Ansprache an die Bevölkerung gewandt und an den zehnten Jahrestag des Putschversuchs vom 11. April 2002 erinnert. Zuvor war er aus Havanna zurückgekehrt, wo er sich erneut einer Strahlentherapie gegen seine Krebserkrankung unterzogen hatte. In seiner Rede warnte der Staatschef die Opposition davor, noch einmal zu Aktionsformen wie damals zu greifen, denn auf einen solchen Fehler werde man angemessen reagieren. »Das Imperium und die Bourgeoisie erreichten 2002 lediglich die Herstellung der Einheit von Militär und Zivilbevölkerung, und das würde im Wiederholungsfall erneut passieren«, sagte er und erinnerte die Regierungsgegner daran: »Diese Revolution ist nicht unbewaffnet!«

12. April 2002: Henrique Capriles auf der Mauer der kubanischen Botschaft in CaracasAm 7. Oktober finden in Venezuela Präsidentschaftswahlen statt und wenn die derzeit regelmäßig veröffentlichten Umfragen nicht völlig falsch sind, wird der nächste Staatschef der alte sein. Hugo Chávez liegt derzeit in den meisten Prognosen rund 30 Prozentpunkte vor seinem Herausforderer von der Opposition, Henrique Capriles Radonski. Damit scheint die Rechnung der Regierungsgegner nicht aufgegangen zu sein, durch mit großem Aufwand organisierte Vorwahlen zwischen verschiedenen Repräsentanten ihres Lagers einen Stimmungsumschwung zu erreichen. In internen Dokumenten räumt das Oppositionsbündnis deshalb bereits ein, dass es dem Kandidaten nicht gelinge, die Unterstützung des Volkes zu mobilisieren. Henrique Salas Römer, der Chávez bei der Präsidentschaftswahl 1998 unterlegen war, sagte bei einem privaten Treffen bereits, Capriles werde "nicht einmal mit Hefe aufgehen".

Nach 48 Stunden kehrte Chávez nach Caracas zurückHeute jährt sich zum zehnten Mal der Versuch der Reaktion in Venezuela, den demokratisch gewählten Präsidenten Hugo Chávez durch einen Militärputsch zu stürzen. Mit zahlreichen Veranstaltungen, Workshops, Konzerten und Kundgebungen wird dieser Tage in dem südamerikanischen Land an die damaligen dramatischen Ereignisse erinnert.

Wir dokumentieren nachstehend das Kapitel »Der Putsch« aus dem Anfang 2004 im Neue-Impulse-Verlag, Essen, erschienenen Buch »Kampf um Venezuela« von André Scheer. Das Buch ist hier erhältlich.

Hugo ChávezInmitten einer neuen Welle von Gerüchten um seinen Gesundheitszustand hat sich Venezuelas Präsident Hugo Chávez am Sonntag erneut über das staatliche Fernsehen VTV an die Bevölkerung gewandt. In der aus Havanna übertragenen Sondersendung verlas Chávez zunächst den ärztlichen Bericht, dervon einer allgemeinen Erholung und einem guten Gesundheitszustand des Patienten berichtet. Chávez kündigte an, in der kommenden Woche nach Venezuela zurückzukehren und sich einer neuen Strahlentherapie unterziehen werde.

Chávez-Anhänger in San José de Cotiza. Foto: GlobovisiónBei einer Wahlkampfveranstaltung der venezolanischen Opposition in San José de Cotiza, einem bevölkerungsreichen Viertel in der Hauptstadt Caracas, ist es am Sonntag (Ortszeit) zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Regierungsgegnern und mutmaßlichen Unterstützern von Präsident Hugo Chávez gekommen. Auch Schüsse fielen, ein Mann wurde Angaben der Generalstaatsanwaltschaft zufolge verletzt. Während die Opposition Mitglieder der regierenden Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) als Angreifer ausmachte, erklärte Innenminister Tareck El Aissami, die Zusammenstösse seien vom zivil gekleideten aber bewaffneten Begleitschutz von Henrique Capriles Radonski provoziert worden. Der Präsidentschaftskandidat der Opposition hatte einen »Rundgang« in dem Viertel unternommen, ohne diesen zuvor mit den zuständigen Behörden zu koordinieren. Das sei jedoch üblich, um derartige Zwischenfälle zu verhindern, kritisierte El Aissami.

Herzliche Verabschiedung des Präsidenten am Freitag in Caracas. Foto: chavezcandanga / flickr.comDie kubanischen Ärzte des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez haben sich zufrieden mit dem Verlauf der Operation gezeigt, der sich der Politiker am Montag in Havanna unterziehen musste. Zuvor war bei einer Untersuchung eine »Veränderung« an der Stelle seines Körpers entdeckt worden, an der ihm im vergangenen Jahr ein bösartiger Tumor entfernt worden war. Wie aus einem offiziellen Kommuniqué hervorgeht, das Venezuelas Vizepräsident Elías Jaua am Dienstag (Ortszeit) vor dem Parlament in Caracas verlas, konnte die diagnostizierte Läsion im Beckenbereich vollständig entfernt werden. Es habe keinerlei Komplikationen gegeben, der Patient erhole sich angemessen. In Kürze sollen die Ergebnisse der durchgeführten Gewebeuntersuchung bekanntgegeben werden. Erst dann könne über die notwendige weitere Behandlung des venezolanischen Staatschefs entschieden werden.

Foto: Luis Carlos Días / flickr.comDie mit internationalen Solidaritätsbewegungen in Hamburg, anderen Städten Deutschlands und weiteren Ländern Europas verbundene "Misión Bolivariana de Hamburgo, 'Juana Ramírez la Avanzadora'" möchte als mit der bolivarischen Revolution solidarische Gruppe von Venezolanerinnen und Venezolanern zusammen mit RESOLVER, dem Netzwerk für Solidarität mit dem revolutionären Venezuela aus Schweden sowie der Frente Bolivariano Revolucionario FBR-Peumayén gegenüber der internationalen Gemeinschaft folgendes bekunden:

Angesichts des klischeehaften Behauptung "An der Angst vor Kriminalität in Venezuela ist Chávez schuld", die von den venezolanischen Oppositionsmedien und der internationalen Oligarchie konstruiert wurde, um die revolutionäre Regierung der Bolivarischen Republik Venezuela zu destabilisieren und den Blick auf die Maßnahmen und strukturellen Lösungen zu verstellen, die in dieser Sache umgesetzt wurden und werden, machen wir folgendes geltend:

Staats- und Regierungschefs der ALBA in CaracasSurinam, Haiti und Santa Lucia schliessen sich der Bolivarischen Allianz für die Völker Unseres Amerikas (ALBA) an. Am heutigen Sonntag verabschiedeten die Staats- und Regierungschefs der bisherigen Mitgliedsstaaten Venezuela, Kuba, Nicaragua, Ecuador, San Vicente und die Grenadinen, Bolivien, Dominica sowie Antigua und Barbuda bei ihrem Gipfeltreffen in Caracas einstimmt eine Resolution, durch die Santa Lucia und Surinam den Prozess zur Erlangung der Vollmitgliedschaft in der solidarischen Gemeinschaft Petrocaribe beginnen, um anschliessend auch Vollmitglieder der ALBA zu werden. Ebenso wie Haiti gelten sie ab sofort als »Ehrengastmitglieder«.

RedGlobe - Bilanz 2011Dass ein Staats- oder Regierungschef an gesundheitlichen Problemen leidet, ist weltweit nichts ungewöhnliches. So gab es in Europa mehrere Fälle, die mit der gebotenen Diskretion behandelt wurden, ohne dass sich daran eine öffentliche Diskussion entfesselt hätte. Anders ist die Lage jedoch in Lateinamerika, wo sich derzeit Veränderungsprozesse vollziehen, die eine Konfrontation mit dem alten kolonialistischen Modell beinhalten, den Kontinent als Hinterhof Washingtons zu betrachten.

Offizielles Foto des CELAC-GipfelsAm zweiten Tag des historischen Gipfeltreffens in Caracas wird heute offiziell die Gemeinschaft der lateinamerikanischen und karibischen Staaten (CELAC) gegründet, die erste Regionalorganisation des Kontinents, die zwar alle Länder Lateinamerikas und der Karibik umfasst, jedoch die USA und Kanada nicht einbezieht und auch den früheren europäischen Kolonialmächten keinen Platz einräumt. Auf der Tagesordnung steht heute vor allem die Verabschiedung des Abschlussdokuments, das unter dem Namen »Erklärung von Caracas« in den vergangenen Tagen von den Delegationen der teilnehmenden Länder ausgearbeitet wurde. Parallel kommen die Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) und das solidarische Energiebündnis Petrocaribe zu Gipfeltreffen zusammen.

Hugo Chávez bei seiner Rückkehr nach VenezuelaVenezuelas Präsident Hugo Chávez ist heute in sein Heimatland aus Kuba zurückgekehrt, wo er sich ein weiteres Mal Untersuchungen unterzogen hat, um den Heilungsprozess nach seiner Krebserkrankung zu überprüfen. Bei seiner Ankunft in Venezuela teilte er mit, dass die Krankheit offenbar besiegt ist: »Es gibt keinerlei anormale Zellaktivität. Wenn es sie geben würde, wäre sie durch die Tomographie oder die Resonanzuntersuchung festgestellt worden. Ich kann sagen, dass ich bei diesen Prüfungen 20 Punkte gewonnen habe.« Er müsse künftig alle vier Monate die Untersuchungen wiederholen, um sicherzugehen, dass alles gut sei.

Oscar FigueraMit der Neuwahl des Zentralkomitees und einem deutlichen Bekenntnis zur Einheit der revolutionären Kräfte ist am Sonntag in Caracas der XIV. Parteitag der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV) zu Ende gegangen. Oscar Figuera als Generalsekretär und Jerónimo Carrera als Vorsitzender der Partei wurden in ihren Ämtern bestätigt, während das neue ZK deutlich verjüngt wurde. Dem 45 Mitglieder umfassenden Gremium gehören nun 17 neue Aktivisten an, die aus der venezolanischen Jugend- und Arbeiterbewegung gewonnen wurden, wie Figuera unterstrich. Dieser hob auch die Bedeutung der offiziellen Nominierung von Staatschef Hugo Chávez als Kandidat der Kommunistischen Partei für die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr hervor: »Das ist eine klare Botschaft an die Teile der Reaktion, der Konterrevolution und der ständigen Opposition, die versucht haben, einen Eindruck von Spaltung, Konfrontation sowie schwindender Unterstützung für den venezolanischen politischen Prozeß durch unsere Partei zu verbreiten.« Figuera rief die Regierungsgegner auf, »von dieser Wolke herunterzukommen«, die oberste Instanz der PCV habe einstimmig beschlossen, die Kandidatur des Präsidenten zu unterstützen. Er stellte die Diskussionen im linken Lager der Konfrontation im Oppositionsbündnis MUD (Tisch der Demokratischen Einheit) gegenüber: »In der Opposition bringen sie sich gegenseitig um, weil jeder Kandidat sein will. Wir diskutieren, um die Revolution zu vertiefen. Wir haben bereits unseren Kandidaten für 2012, und der heißt Hugo Chávez Frías!«

XIV. Parteitag der Kommunistischen Partei VenezuelasVenezuelas Präsident Hugo Chávez begrüßte heute telfonisch die Teilnehmer des XIV. Parteitages der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV). »Einen revolutionären Gruß, Genossen, Kameraden. Ich bin bewegt, diese Veranstaltung zu sehen, diese Worte zu hören und auch mit der Anwesenheit der internationalen Gäste rechnen zu können«, sagte der Staatschef. Das Bündnis mit der PCV sei viel mehr als eine zeitweilige Allianz, sondern stelle eine historische Notwendigkeit dar. Die Einheit müsse über die Grenzen Lateinamerikas hinaus aufgebaut werden. Er sei bereit, Anstrengungen für die volle Einheit der revolutionären Kräfte zu unternehmen: »Auf dem Kurs der neuen sozialistischen Revolution - der große Patriotische Pol ist die große Einheit!« Der Präsident nutzte die Gelegenheit für einen Gruss an die Vertreter der Kommunistischen Parteien aus zahlreichen Ländern, die an dem Parteitag teilnehmen.

Der Präsident der Bolivarischen Republik Venezuela, Comandante Hugo Chávez, verurteilt im Namen des Volkes und der Regierung Venezuelas kategorisch die illegale Bombardierung der Einrichtungen von Al-Jamahiriya, des staatlichen libyschen Fernsehens, durch die militärischen Truppen der NATO am Sonnabend, 30. Juli 2011.

Die Bolivarische Nationalgarde bei der ParadeMit einer grossen Militärparade auf dem Paseo Los Próceres begeht Venezuela derzeit den 200. Jahrestag seiner Unabhängigkeit. Während Präsident Hugo Chávez selbst die Parade nicht abnehmen kann, gab er von seinem Büro im Regierungssitz Miraflores aus das Startzeichen. Persönlich anwesend sind unter anderem die Präsidenten von Bolivien, Evo Morales, Paraguay, Fernando Lugo, und Uruguay, Pepe Mujica. Die Zahl der Zuschauer, die seit dem frühen Morgen zum Veranstaltungsort geströmt sind, wird auf 30.000 geschätzt.

Hugo Chávez bei seiner Ankunft in CaracasNach der Operation eines Krebstumors in Havanna ist Venezuelas Präsident Hugo Chávez heute morgen (Ortszeit) nach Caracas zurückgekehrt. »Ich stehe auf der Kommandobrücke, denn ich bin nie weg gewesen«, erklärte der sichtlich bewegte Staatschef bei seiner Ankunft um 3.40 Uhr Ortszeit bei seiner Ankunft auf dem Internationalen Flughafen Maiquetia. Zugleich kündigte er jedoch an, auf ärztlichen Rat hin nicht an den Feierlichkeiten zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeit des Landes teilnehmen zu können, den Venezuela am morgigen Dienstag begeht. Dazu werde in Caracas die Außenminister aller Staaten Lateinamerikas und der Karibik erwartet. Ein ursprünglich vorgesehenes Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs war wegen Chávez' Erkrankung verschoben worden.

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