19 | 11 | 2019

»In der Hoffnung, dass die internationale Gemeinschaft sich ihrer Verantwortung, gerade auch gegenüber der zivilen Bevölkerung aller beteiligten Parteien, bewusst wird, appellieren wir für die Durchsetzung einer politischen Lösung, die das Selbstbestimmungsrecht der Karabach-Armenier anerkennt«, erklärte die Vorsitzende des Zentralrates der Armenier in Deutschland, Jaklin Chatschadorian. Die Angriffe auf Berg Karabach seien das aktuelle Ergebnis einer nationalistischen Gesinnung und mehrjährigen Hochrüstens auf aserbaidschanischer Seite. Die »provokative Kriegsbesessenheit der aserbaidschanischen Regierung« stelle eine Behinderung des friedlichen Lebens und eine Gefahr für die zivile Bevölkerung dar. Die Aufforderungen der internationalen Gemeinschaft, den Konflikt durch die politischen Verhandlungen zu lösen, würden seitens Baku schlichtweg ignoriert.

Für die ruckartige Aufkündigung der seit 1994 bestehenden Waffenruhe scheinen nach Ansicht des Zentralrats innenpolitische Schwierigkeiten von Staatsführer Aliyev ebenso verantwortlich zu sein wie binationale Interessen des türkischen Staates. Dank finanzstarker Propagandaarbeit sei die Innenansicht des Landes in Deutschland weitgehend unbekannt. Menschenrechtsverletzungen, der Umgang mit Dissidenten, die Pressefreiheit und Vorwürfe, sich persönlich an den Öl-Reserven des Landes zu bereichern, bedingten eine wirksame politische Ablenkung.

Gleichzeitig zeigten die Vorwürfe des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan gegenüber der OSZE, der den aserbaidschanischen Staat in Anwendung panturkistischer Ideologien zum Brudervolk erklärte, dass die Türkei ein Interesse daran hat, die Minsk-Gruppe als Teil der internationalen Gemeinschaft, mit der Erdogan immer deutlicher Schwierigkeiten hat, vorzuführen.

Der Zentralrat der Armenier in Deutschland appelliert an die Bundesregierung, im Rahmen ihrer OSZE-Präsidentschaft die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, Aserbaidschan zum Einhalten des Waffenstillstandes zu verpflichten, sowie die Sicherheit und das friedliche Leben der Bevölkerung im Berg Karabach in ihrer historischen Heimat zu gewährleisten.

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