18 | 07 | 2018

The Audacity of HopeDie Schiffe der zweiten Gaza-Freiheitsflottille werden nach wie vor in Griechenland, vor allem in Häfen auf der Insel Kreta, festgehalten. Ann Wright von der nordamerikanischen Kampagne »US Boat to Gaza«, die mit der »Audacity of Hope« Hilfsgüter in den von Israel blockierten Gazastreifen bringen wollte, hat am vergangenen Wochenende eine Übersicht erarbeitet.

Ihr eigenes Schiff, die »Audacity of Hope«, liegt an der Anlegestelle der Küstenwache im Hafen von Keritsini und wartet dort auf kleiner Reparaturen sowie eine weitere Inspektion durch die griechischen Behörden. »Sobald wir einen neuen Kapitän haben, werden wir eine Reisegenehmigung beantragen, um diesen Hafen zu verlassen. Es gibt aber noch keine Entscheidungen, wann und wohin dies sein wird«, schreibt Wright. Die US-Amerikaner nutzten in der vergangenen Woche einen Empfang in der Residenz des US-Botschafters in Athen aus Anlaß des Nationalfeiertages am 4. Juli für eine Protestaktion gegen das Festhalten ihres Schiffs.

Freiheitsflottille nach GazaSechs der spanischen Aktivisten, die seit Tagen aus Protest gegen das Festhalten ihrer »Gernika« in griechischen Häfen die spanische Botschaft in Athen besetzt halten, haben angekündigt, am Montag einen Hungerstreik gegen das Schweigen ihrer Regierung zu beginnen. Das teilte die Kampagne »Rumbo a Gaza« (Kurs auf Gaza) auf ihrer Homepage mit. Die Aktivisten sind entschlossen, so lange die Nahrungsaufnahme zu verweigern, bis ihr Schiff ungehindert auslaufen darf.

Während der EnterungGestern abend hat die griechische Küstenwache das kanadische Schiff »Tahrir« wenige Meilen vor der Küste Griechenlands geentern und es zurück in den Hafen von Agios Nikolaos geschleppt. Die formale Eignerin des Schiffs, die jüdische Kanadierin Sandra Ruch, wurde festgenommen. Die »Tahrir« ist das Schiff, das sich mit Unterstützung des »Deutschen Koordinationskreises Palästina Israel« (KOPI) an der zweiten Freiheitsflottille nach Gaza beteiligen will. Auf dem Schiff befindet sich auch der deutsche Journalist Peter Wolter von der Tageszeitung junge Welt. Dieser berichtete telefonisch von Bord, bei der Enterung des Schiffes durch die griechischen Behörden habe es keine Verletzten gegeben. Die Küstenwache habe neben einer Wasserkanone allerdings auch bewaffnete Soldaten an Bord gehabt, teilte Wolter mit.

Aus dem Rennen: MV SaoirseDie irische »Saoirse« kann nicht an der internationalen Hilfsflottille in den Gazastreifen teilnehmen. Das teilten Aktivisten der Kampagne »Irish Ship to Gaza« heute in Dublin mit. Das Schiff war offenbar während seines Aufenthalts im Hafen von Göcek Ziel eines Anschlags geworden. Nach Angaben eines Sprechers der Kampagne wurde ein Teil des Propellerschafts abgesägt. Dies könne kein Unfall gewesen sein und gehe vermutlich auf das Konto Israels, hiess es von Seiten der Organisatoren. Bereits am Montag war die griechisch-schwedisch-norwegische »Juliano« Ziel eines Anschlags geworden. Dieses Schiff wird derzeit repariert. Unterdessen ist bereits am gestrigen Mittwoch die französische »Dignité« von Korsika kommend aufgebrochen und befindet sich auf dem Weg zum gemeinsamen Treffpunkt aller Schiffe im Mittelmeer.

MV SaoirseWie die irische Kampagne »Irish Ship To Gaza« informiert, ist die MV Saoirse durch einen Sabotageakt ernsthaft beschädigt worden. Die Aktivisten kündigen für den heutigen Donnerstag um 11 Uhr Ortszeit (12 Uhr MESZ) eine Pressekonferenz in Dublin an. Dort sollen Fotos und Videos der Schäden veröffentlicht werden.
Auf ihrer Homepage teilt die Organisation weiter mit, die Beschädigung des Schiffs sei umfangreich und hätte das Leben der Besatzung ernsthaft gefährden können, wenn die Schäden nicht vor dem Auslaufen entdeckt worden wären.

Warten auf die Fahrt nach GazaGestern, am 27. Juni, stellten wir am Abend eine Sabotage an dem griechischen Passagierschiff fest, das am Handelshafen von Saronic festgemacht hatte. Dieses Schiff war dazu bestimmt, an der »Freiheitsflotille II - Bleib menschlich« mit Ziel Hafen von Gaza teilzunehmen, und an Bord sollten Mitglieder der griechischen Mission und Delegationen aus Norwegen und Schweden sowie Mitglieder des Europäischen und nationaler Parlamente sowie weitere internationale Persönlichkeiten aus diesen Ländern sein.

Zweite Freiheitsflottille nach GazaDer Deutsche Koordinationskreis Palästina Israel (KOPI) weist die Vorwürfe gegen die zweite Gaza-Freiheitsflottille zurück, die auf der Webseite der israelischen Zeitungen Yedioth Ahronoth und Haaretz am 27.06. veröffentlicht wurden. Demnach behaupten offizielle israelische Stellen, dass Aktivisten der Flottille chemische Substanzen mitführen, um sie gegen israelische Soldaten einzusetzen, und dass islamische Extremisten an der Flottille teilnehmen, die das »Blut von Soldaten der israelischen Armee vergießen« wollen.

Auf dem Weg nach GazaDie israelische Regierung ist offenbar »entschlossen«, die zweite Gaza-Freiheitsflotte abzufangen, die an diesem Wochenende mit humanitären Hilfsgütern das von Israel blockierte Palästinensergebiet ansteuern will. Israels UN-Botschafter Ron Prosor kündigte an, die Marine seines Landes werde die zehn Schiffe aufhalten. Israel sei »entschlossen, sich zu verteidigen und wie jede andere Nation der Welt seine Rechte wahrzunehmen«. Die Blockade des Gazastreifens diene dazu, die Einfuhr von Waffen zu verhindern. Die Freiheitsflotte sei eine »Provokation« und habe nichts mit humanitärer Hilfe für Gaza zu tun. »Wer sich dort einschifft, tut dies auf eigene Verantwortung«, warnte der Diplomat. Im Vergangenen Jahr hatten israelische Soldaten bei der Kaperung der ersten Flotte neun türkische Aktivisten ermordet.

Symbolische Verabschiedung der Flotte in MadridIn Spanien haben sich heute 40 Aktivisten auf den Weg zur zweiten Gaza-Flotte gemacht. Vom Flughafen Madrid aus starteten sie mit dem Flugzeug zu »irgendeinem Hafen am Mittelmeer«, wo sie an Bord eines der der zehn Schiffe gehen wollen, die in Richtung des von Israel blockierten Gazastreifens starten wollen. Symbolisch verabschiedet wurden sie mit Kundgebungen in Madrid, Barcelona, Valencia, Málaga und Gernika. Während in Deutschland die Bundestagsfraktion der Partei Die Linke ihren Mitgliedern verboten hatte, sich in diesem Jahr wieder an der Flotte zu beteiligen, ist die spanische Delegation hochrangig zusammengesetzt. Zu den mitreisenden Aktivisten gehören der Europaabgeordnete Willy Meyer (Vereinigte Linke, IU), der Schauspieler Willy Toledo, die Abgeordnete Marina Albiol, die für die Vereinigte Linke im Parlament der des autonomen Landes Valencia sitzt, sowie der Generalsekretär der Partei der Kommunisten Kataloniens (PCC), Joan Josep Nuet.

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