17 | 11 | 2019

Spuren der Zerstörung in HomsDie bewaffneten Aufständischen in Syrien führen einen Religionskrieg gegen andere Glaubensgemeinschaften. Das berichtet die Presseagentur des Vatikan, Fides. So seien in Qusayr, einer Kleinstadt nahe Homs, von den ursprünglich rund 10.000 christlichen Einwohnern nur noch rund 1.000 geblieben, während die meisten anderen sich nach Drohungen einer bewaffnete Oppositionsgruppe unter General Abdel Salam Harbe zur Flucht gezwungen sahen. Die verbliebenen Christen sind nach Berichten einheimischer Beobachter Schikanen ausgesetzt. So müssen sie zum Beispiel einem Muslim »Platz machen«, wenn sie einem solchen auf der Straße begegnen. Nun wurde dort der Christ Maurice Bitar zusammen mit drei weiteren Männern von einem Heckenschützen ermordet, nachdem er sein Haus verlassen hatte, um Brot für die Familie zu kaufen.



Die bewaffnete Opposition steht, wie zahlreiche einheimische und ausländische Beobachter bestätigen, zunehmend unter dem Einfluss einer salafistisch geprägten extremistischen Ideologie. Dabei tritt auch eine Spaltung der konkurrierenden Gruppen zutage. So wurde das Ultimatum der Gruppe unter Abdel Salam Harba von anderen Gruppen nicht unterstützt. Die »Freie Syrische Armee« etwa erklärte Fides zufolge, sie sei »schockiert« und lehne ein solches Ultimatum ab. Zwei katholische Geistliche, die in den vergangenen Tagen aus Qusayr fliehen mussten, bestätigen jedoch das Ultimatum, das nach ihren Angaben auch von den Minaretten der Moscheen verkündet wurde.

Beobachtern zufolge ist die Situation »unerträglich, es herrscht völlige Rechtlosigkeit«. Wenn die Einwohner sich nicht der Opposition anschließen und ihre Jugendlichen in den Kampf schicken, werden sie diskriminiert und mit Gewalt konfrontiert.

Unterdessen haben sich offenbar Bürger der Stadt Homs, wo sich die Aufständischen und die syrische Armee besonders heftig bekämpfen, zu einer Friedensinitiative zusammengeschlossen. Dabei hoffen die Teilnehmer der Aktion »Versöhnung« auf einen »dritten Weg«, eine Alternative zur bewaffneten Rebellion aber auch zu einem militärischen Eingreifen aus dem Ausland. »Die Teilnehmer der Initiative sind unabhängig von den beiden Konfliktparteien und vertreten Bürger und Mitglieder der verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen, die des Krieges müde sind«, sagten Mitglieder gegenüber Fides. Die Idee zu der Aktion entstand in den vergangenen Tagen bei zwei Treffen in Homs, an denen Vertreter aller Schichten der syrischen Gesellschaft teilnahmen: Alawiten, Sunniten, Drusen, Christen, Schiiten und Araber. Bei den Treffen wurde eine gemeinsame Erklärung formuliert, in der sich die Teilnehmer zu Bemühungen um eine Aussöhnung zwischen der alawitischen und sunnitischen Gemeinschaft verpflichten und zum »Aufbau eines versöhnten und friedlichen Syrien« beitragen wollen. Im Mittelpunkt steht dabei der gegenseitige Respekt. Im Rahmen der Aktion sind in den kommenden Tagen öffentliche Kundgebungen geplant.

Quelle: Fidesdienst / RedGlobe


 

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