An die 1.500 Menschen demonstrierten heute in Innsbruck gegen die Bildungs- und Uni-Misere. Die KPÖ-Tirol war ebenfalls anwesend, um ihre Solidarität mit den Studierenden zu bekunden. Der landespolitische Sprecher Josef Stingl am Rande der Demo: "Es ist toll, dass so viele Leute gekommen sind. 1.500 Teilnehmerinnen sind zehn Prozent aller in Innsbruck Studierenden. Die Vielfalt und das Selbstengagement ist fantastisch und sehr, sehr beeindruckend. Die schwarze ÖH-Führung, die sich gegen die protestierenden StudentInnen stellte, rücktrittsreif".

Er übermittelte die DemonstrantInnen und SOWI-BesetzterInnen folgende Solidaritätsadresse:

Liebe studentische Freunde und Freundinnen

Wer gegen die unzumutbaren Zustände an den Universitäten protestiert, wer gegen die Unterordnung von Lehre & Forschung unter die Interessen einiger weniger großer privater Unternehmen protestiert, wer auf die desaströsen Folgen der Politik der Regierung (nicht nur im Bildungsbereich) aufmerksam macht, der/die hat unsere Hochachtung.

Wir erwarten uns ja nichts von einer Regierung die Milliarden Euro in unnötige Eurofighter steckt und dafür aus der Ausbildung ein Bildungsaus macht. Wir erwarte uns nichts von einer Regierung die toleriert, dass 10 % der Bevölkerung 2/3 des gesamten Vermögens besitzt, während rund 1 Million Menschen in Österreich an oder unter der Armutsgrenze lebt. Und wir erwarten uns auch nichts von einer Regierung, die Asyl- und Fremdenrechtsgesetze beschließt, die den Menschenrechten Hohn spotten.

Jetzt die deutschen Studierenden dafür verantwortlich machen, dass es zuwenig Studienplätze gibt ist schon eine merkwürdige Argumentation. In Österreich ist seit der schwarz-blauen „Bildungsreform“ Feuer am Dach und die Auswirkungen des Bologna-Prozesses auf das ohnehin schon unterfinanzierte österreichische Hochschulwesen bringt überfüllte Hörsäle, steigenden Leistungsdruck, Konkurrenzkampf, zu wenige Lehrkräfte, immer weniger Freiheit im Studium – Österreichs Universitäten werden nur mehr im Interesse der Wirtschaft geführt, die StudentInnen bleiben auf der Strecke. Jetzt gegen diese Entwicklung strenge Zugangsbestimmungen, Numerus Clausus und zusätzliche Studiengebühren zu verlangen ist einfach falsch.

Wir sagen daher: Weg mit Studiengebühren, Weg mit Zugangsbestimmungen, Weg mit Aufnahmeprüfungen in Österreich, in Deutschland, in Italien, in Griechenland, in, in in… Die Freiheit der Wissenschaft muss unabhängig gewährleistet sein! Die StudentInnen haben ein Recht auf Mitbestimmung! Es müssen genug Studienplätze für alle, die studieren wollen, geschaffen werden!

Gerade deshalb ist Protest notwendig, gerade deshalb gibt es zu Protest & Widerstand mit langem, langem Atem keine Alternative. Unsere Solidarität mit den tausenden DemonstratInnen, unsere Solidarität den BesetzerInnen der SOWI-Aula, des Audimax, ….